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Ausgegraben und Zugeschüttet! - Der Baselbieter Regierungsrat stellt Römische Villa unter Schutz
 

2004 kam im Augster Oberdorf bei Notgrabungen eine grosse römische Villa zum Vorschein. Angesichts der Bedeutung der Anlage wird sie für die Nachwelt erhalten: Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli schüttet die Ausgrabung zu! Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie dann, didaktisch aufbereitet, für die Öffentlichkeit freigegeben.

Alle in der Region kennen das Römerhaus von Augusta Raurica, das im Mai seinen 50. Geburtstag feiern konnte: Durch einen repräsentativen Eingang gelangt man in einen romantischen, säulenumstellten Innenhof. Verschiedene Räume wie das Badezimmer mit Bodenheizung zeugen vom Luxus in römischer Zeit.


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  Römische Luxusvilla auf einen Blick: Ein grosser Teil eines Hauses mit Säulenhallen, Innenhof, Brunnen usw. ist 2004/2005 in Augusta Raurica entdeckt worden. Die Funde sind so bemerkenswert, dass die basellandschaftliche Regierung nun deren Schutz beschlossen hat (Foto Römerstadt Augusta Raurica)

2004 kam bei einer Notgrabung im Augster Oberdorf ein Gebäudekomplex zum Vorschein, der als Vorbild für das Römerhaus hätte dienen können: Durch zwei imposante Tore, deren Schwellen noch vorhanden sind, betrat man einen grossen, säulenumstandenen Innenhof. Ein "barock" geschwungenes Wasserbecken in der Mitte vermittelte mediterranes Ambiente, eine Badeanlage mit Fussbodenheizung sowie weitere beheizte Räume weisen auf den Wohlstand der antiken Bewohner.


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  Den Innenhof der neu entdeckten Villa in Augusta Raurica schmückte einst ein Garten mitten in der Römerstadt. Im Zentrum sorgte dieses Zierbecken, konstruiert aus Lehm und roten Ziegelplatten, für mediterrane - römische! - Atmosphäre. (Foto Römerstadt Augusta Raurica)

Wohl nicht zufällig liegt das Haus in unmittelbarer Nähe des Forums - des öffentlichen Zentrums der römischen Stadt. Auch seine Lage an einer grossen Strasse weist auf eine bedeutende Persönlichkeit als Besitzer hin.

Am letzten Römerfest haben sich Hunderte von Neugierigen von diesem neuen Monument begeistert gezeigt. Und oft wurde die Frage gestellt, was denn nach dem Ende der Ausgrabung mit den Mauern geschehen würde.
Damals war die Planung für ein Einfamilienhaus in vollem Gange. Die Bauherrschaft war sich zwar der archäologischen Bedeutung ihres Bauplatzes bewusst, liegt doch das Areal im Zentrum der römischen Stadt. In Augusta Raurica werden seit rund 100 Jahren alle Bauvorhaben archäologisch begleitet. Ausgrabungen bringen zwar immer Überraschungen mit sich, aber im Fall der Stadtvilla ist das Ergebnis für Augusta Raurica überwältigend. Schon bald wurden Stimmen gegen die Zerstörung laut.

Im Laufe der Jahre haben die Kantone Basel-Landschaft und Aargau viele Millionen Franken in die Erforschung "ihrer" Römerstadt investiert. Das Verständnis für archäologische Anliegen und den langfristigen Schutz von Augusta Raurica ist bei Parlament, Regierung und Verwaltung heute sehr gross.

Im vorliegenden Fall sah sich die Regierung veranlasst, verschiedene Gutachten der eidgenössischen Denkmalpflege einzuholen. Gestützt auf das Archäologiegesetz vom Februar 2003 hat der Baselbieter Regierungsrat beschlossen, das Monument unter Schutz zu stellen. Das Land soll dem Eigentümer abgekauft werden, für den bis jetzt geleisteten Planungsaufwand soll er finanziell entschädigt werden.


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  Vom Untergang der Römerstadt Augusta Raurica vor 1750 Jahren zeugen mächtige Schichten von Mauerschutt sowie Säulen, die im 3. Jahrhundert n.Chr. umgepippt und liegen geblieben sind - eine Grossstadt wurde innert einer Generation verlassen! (Foto Römerstadt Augusta Raurica)

Das grossartige Stadthaus kann nun also erforscht, erhalten und didaktisch aufbereitet werden. Seine Erforschung wird die Erkenntnisse über Augusta Raurica bereichern. Den Besucherinnen und Besuchern kann in absehbarer Zeit das neu gewonnene Wissen attraktiv vermittelt werden. Damit das Monument in der Zeit zwischen der Ausgrabung und der Freigabe für das Publikum keinen Schaden nimmt, wird es in den nächsten Tagen zugeschüttet, wobei Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli persönlich Hand anlegen wird. Ein Vorgang, der in der Römerstadt einmalig ist, aber im Bewusstsein geschieht, der Nachwelt ein wichtiges Monument dauerhaft zu erhalten.


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  Das Zuschütten der entdeckten Römervilla mit feinem Sand ist der beste kurzfristige Schutz vor dem Zerfall der fragilen Entdeckungen. In einigen Jahren, so hofft man, wird der Luxusbau wieder vom Sand befreit, konserviert und unter einem Schutzdach dem Publikum gezeigt. (Foto Römerstadt Augusta Raurica)
 
Während zwei Monaten, von Mitte Juni bis Mitte August 2005, hat eine Kamera die Zufüllarbeiten über der freigelegten römischen Stadtvilla in Augusta Raurica dokumentiert. Der Vorgang kann in einem kurzen Zeitraffer-Film betrachtet werden:
- Zeitraffer-Film [MOV-Datei; 14 MB]
- Zeitraffer-Film [MOV-Datei; 3 MB]
(Speichern Sie den Film auf ihre Festplatte. Um den Film anzuschauen, kann hier kostenlose der QuickTime Player herunter geladen werden).
Film: point de vue, audiovisuelle produktionen, Basel

Weitere Informationen erhalten Sie bei Karin Kob, Verantwortliche für Public Relations. Tel. 061 816 22 21.

10. August 2005


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