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Ausgrabung Kaiseraugst "Auf der Wacht" 2006
Die Unterstadt-Areale sind in streifenförmige Parzellen unterteilt, deren Schmalseite an die römischen Quartierstrasse anstossen und in die Arealmitte führen, wo in Hinterhöfen Abfallgruben, Latrinen und meist ein Sodbrunnen oder eine Zisterne pro Einheit anzutreffen sind. Die Sodbrunnensohlen führen oft bis auf die Felsoberfläche.
Bisher konnten wir komplexe längliche Steinbauten frei legen. Teils waren die Räume mit Mörtelgussböden ausgestattet. Offenbar wurden die Raumeinheiten den jeweiligen Bedürfnissen angepasst, wie verschiedene An- und Umbauten der Mauern zeigen.
Unmittelbar neben der römischen Gwerdstrasse wurde innerhalb der Parzelle ein fast 12 m tiefer Sodbrunnnen frei gelegt. In der Verfüllung fanden sich Scherben eines Gesichtsgefässes mit Nase, Augen und Mundrelief, Terra Sigilllata, Glanztonfaltenbecher, viele Tierknochen, eine Spielstein aus Knochen, eine Knochenhaarnadel, Fischgräten und -wirbel. Der Schacht ist in den anstehenden Plattenkalk eingegraben und diente zur Wasserversorgung dieser Unterstadt-Parzelle.
Am Grabungsrand gibt eine Informationstafel über die aktuellen Funde und Befunde der laufenden Grabung Auskunft.