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Die Entdeckung des Jahrzehnts (1999)
 
 
Die Überraschung der Grabungskampagne von 1998 bildete die Entdeckung eines noch intakten unterirdischen Raumes, der zwischen der Hangstützmauer und dem Badegebäude zum Vorschein kam. Die Anlage darf aufgrund ihrer ausgesprochen guten Erhaltung als archäologische Entdeckung des Jahrzehntes bezeichnet werden.

Bild: Sicht auf das aussen mit Lehm verstrichene unterirdische Gewölbe. Oben ist der sich als Steinkranz abzeichnende vertikale Schacht erkennbar. Foto: Germaine Sandoz.

Zum jetzigen Zeitpunkt (März 1999) ist nur das den Raum überspannende Gewölbe freigelegt, in dem sich seitlich drei kleinere Öffnungen befinden. Durch sie konnten mit Hilfe einer ansonsten für die Untersuchung von Rohrleitungen verwendeten Videokamera und durch eine Serie von Fotos erste Erkundungen des Raumes durchgeführt werden. Momentan kann das Gewölbe noch nicht betreten werden, da bisher keine Zugänge freigelegt sind. Ein sich an der Oberfläche als runder Steinkranz abzeichnender vertikaler Schacht führt in einen vermutlich runden Raum mit bogenförmigem Tonnengewölbe, das auf einer Seite mittels zwei sorgfältig gemauerter Bögen auf einen Pfeiler abgestützt wird. Der Innenraum misst im Durchmesser etwa 5,5 m; seine Höhe bis zum Scheitelpunkt des Tonnengewölbes beträgt etwa 4,5 m. In Anbetracht des teilweise noch mit Sediment verfüllten Innern ist eine genaue Abschätzung der Dimensionen allerdings schwierig. Im untersten Teil des Raumes ist am Fusse der Mauer ein rundumlaufender Absatz erkennbar, darüber sind drei Nischen in die Wand eingelassen. In das unterirdische Gewölbe führt (von Osten Richtung Gewölbe) ein tunnelförmiger Zugang.



Eine Interpretation des Bauwerkes ist beim jetzigen Freilegungstand nicht möglich. Ob es sich um eine hydrotechnische Anlage - als Arbeitshypothese wurde eine Art Zisterne oder ein Brunnenhaus erwogen -, oder ob es sich um etwas völlig anderes handelt, werden erst weitere Untersuchungen 1999 zeigen.

Nach dessen vollständiger Ausgrabung, archäologischer Dokumentation und Konservierung ist geplant, das Bauwerk nach rund 1800 Jahren "Dornröschenschlaf" für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Teil des Grabungsgeländes, auf dem sich das unterirdische Gewölbe befindet, kann vom Kanton Basel-Landschaft gekauft werden (Landratsvorlage vom 20.5.1999) und etwa ab dem Jahr 2001 dürfte das Gewölbe als weitere Sehenswürdigkeit im Gelände der Römerstadt Augusta Raurica zu besichtigen sein!

Bild: Blick in das Gewölbeinnere. Der aus dem eingedrungenen Erdmaterial herausragende Pfeiler am linken Bildrand stützt das Tonnengewölbe auf einer Seite ab. Rechts im Bild ist eine der Mauernischen zu erkennen. Die Anlage besticht vor allem durch die gute Erhaltung des Mauerwerkes. Foto: Hans Sütterlin.

Hans Sütterlin


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