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Termingerecht abgeschlossen: Ausgrabungen Augst Obermühle 2007
Diese fremd anmutende Aufnahme ist eine von uns entwickelte Methode, Karrengeleise auf den römischen Strassen besser sichtbar zu machen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Infrarotaufnahme. Stattdessen haben wir die Spuren, welche die eisenbereiften römischen Karren in den Strassenkoffer geschliffen haben, markiert und das Foto digital bearbeitet.
Die Mauern oben gehören zum Annex eines quadratischen Gebäudes, das durch moderne Wasserleitungen leider stark gestört wurde. Links davon verläuft senkrecht durch das Bild ebenfalls die Störung durch eine moderne Elektroleitung. In der rechten unteren Bildecke sehen Sie noch den Rest einer römischen «Teuchelleitung». Es ist die Fortsetzung einer Frischwasserleitung aus längs durchbohrten Tannenstämmchen, welche wir im letzten Jahr schon erfassten.
Leuchtend türkis erscheinen die markierten Karrenspuren. Links verläuft die römische «Nordrandstrasse», welche unter dem heutigen Beachvolleyballplatz vor dem heutigen Schulhaus Augst liegt. Ganz unten rechts sehen Sie noch die Karrenspuren der «Heilbadstrasse», die zu einem zwischen Schulhaus und Schönbühl noch im Boden verborgenen Quartier führte.
Sehr schön sehen Sie auch, dass einige Karrenspuren unter den Mauern durchführen. Diese Tatsache beweist, dass die Mauern erst nachträglich auf den Platz gebaut wurden. In der Folge musste auch der Verkehr dieses Gebäude umfahren.
Mit solchen Methoden, die manchmal der Arbeit eines Kriminologen gleichkommen, gelingt es uns, die dynamischen Veränderungen in Augusta Raurica zu erforschen und zu illustrieren.
Verlauf der Karrenspuren
Die Grabung Obermühle 2007 war nicht sehr reich an Fundgegenständen. Zu den schönen Stücken gehört jedoch die abgebildete kleine Fibel in Löwenform. Es ist eine typische römische Schmuckbrosche. Sie gehört zur Gruppe der sog. Figurenfibeln. Neben Löwen, Pferdchen, Fischen oder Damhirschen können solche Schmuckstücke auch ganz normale Alltagsgegenstände wie Räder, Krüge, Kasserollen oder Schuhsohlen darstellen.
Unser Löwe mit imposanter Mähne ist reliefartig in Bronze gegossen und noch gut erhalten. Sein Fell dürfte ursprünglich mit buntem Email verziert gewesen sein.
In Augusta Raurica finden sich immer wieder vereinzelte Tierfibeln. Sie datieren allgemein ins 2. Jahrhundert nach Christus und wurden in allen römischen Provinzen getragen.
Fibeln gab es in den verschiedensten Formen und Grössen. Sie wurden schon vor den Römern und auch noch nach ihnen als «Kleiderverschlüsse und Schmuck in einem» getragen. Auf der Rückseite haben Fibeln eine aufklappbare Nadel und funktionieren wie eine moderne Sicherheitsnadel.
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Ende September 2007 wurde die Grabung Obermühle, wie mit dem Gemeinderat von Augst vertraglich vereinbart, termingerecht abgeschlossen. Gerne stellen wir Ihnen die Gesamtergebnisse in unserer Publikation „Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst" vor (in Band 29, ab Herbst 2008).
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Bereit für die von der Gemeinde Augst geplanten Neubauten (zwei Doppelfamilienhäuser): Das gesamte Grabungsgelände, durchzogen mit zahlreichen modernen Leitungen, welche grossen Schaden an den archäologischen Strukturen angerichtet haben.