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Sonderausstellung: Dienstag z.B. - Leben in der Römerstadt
 

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Freuden und Sorgen eines gewöhnlichen Dienstags vor 1800 Jahren. «Dienstag z.B.» umfasst drei Aspekte des täglichen Lebens in der Römerstadt Augusta Raurica: Religion im privaten Bereich, Geldwesen und Ernährung. Die Ausstellung ist dreisprachig - deutsch, französich und englisch - beschriftet.

Panoramafoto - ein Rundumblick durch die Ausststellung

 
Götter im Haus

Religiöse Handlungen waren zur Römerzeit selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Der Ausstellungsbereich «Götter im Haus» beschäftigt sich mit den Hausheiligtümern, den Lararien, und den darin aufgestellten Götterfiguren. Neben einem Lararium in Form eines Steintempelchens ist eine repräsentative Auswahl der in Augusta Raurica ans Licht gekommenen Götterfiguren zu sehen. Prunkstücke sind die Bronzestatuetten aus dem Hausheiligtum einer reichen Familie.

Weitere Ausgrabungsfunde belegen, dass neben Amuletten und Talismanen auch Keramiktöpfe mit aufgesetzten Schlangen - eine Besonderheit von Augusta Raurica - das tägliche Leben der Bewohnerinnen und Bewohner der Römerstadt begleiteten.

Abbildung: Beim Betreten oder Verlassen des Hauses grüssten die Menschen in Augusta Raurica die Götter im Hausheiligtum, und täglich oder zumindest an bestimmten Tagen jedes Monats wurde diesen geopfert. Das Tempelchen aus Augusta Raurica ist das einzige bisher bekannte Hausheiligtum aus Stein nördlich der Alpen.

 

 
Geld

Im römischen Reich erlaubte ein einheitliches Währungssystem, staatliche Ausgaben und Einnahmen rationell zu handhaben. Geld war zudem ein Propagandamittel für die Kaiser, ihre Anliegen in der Bevölkerung zu verbreiten. In der Ausstellung werden die Botschaften auf einem Silberdenar entschlüsselt.

Der Geldbeutel der damaligen Menschen enthielt nur Münzen. Nicht selten befand sich darunter auch Falschgeld. Durch Ausgrabungsfunde lässt sich zeigen, wie Falschmünzer in Augusta Raurica bei ihrer Arbeit vorgingen.

Die Ersparnisse verwahrte man damals zu Hause oder man vergrub sie im Boden. Dass die versteckten Münzen nicht immer geborgen werden konnten, zeigen in der Ausstellung eindrücklich zwei Schatzfunde von Messing- und Silbermünzen. Münzen wurden aber nicht nur als Geld verwendet; sie dienten auch als Schmuck oder als Spielsteine für Brettspiele.

Abbildung: Mangels Bankkonten bewahrten die meisten Leute ihre Ersparnisse, Münzen und andere Wertsachen, an einem sicheren Ort zu Hause auf. Manche versteckten sie auch im Boden, wie dieser Schatzfund mit Silbermünzen zeigt, der Inhalt eines römischen"Sparstrumpfes".

 

 
Gaumenfreuden

In der Römerstadt liess sich gut leben. Neben Schweinefüsschen, Austern, Schnecken und Feigen findet man in Augusta Raurica auch Belege für einfachere Speisen wie Getreidebrei und Mehlsuppe.

Bei der wohlhabenden Oberschicht legte man sich nach feiner römischer Sitte zum grossen Diner auf Sofas und genoss die Speisen aus einem erlesenem Service, wie verschiedene Beispiele von exquisitem Tafelgeschirr aus Augster und Kaiseraugster Boden zeigen.

Auch Weingenuss war in Augusta Raurica eine Selbstverständlichkeit, aber nicht wie wir ihn kennen. Den Wein trank man damals normalerweise verdünnt und mit Gewürzen und Honig aromatisiert. Dass Weinmischen eine Kunst war, zeigen in der Ausstellung die Funde von speziellem Weinmischgeschirr.

Abbildung: Bei aufwendigen Gastmählern mit raffiniert zubereiteten Köstlichkeiten und bei Trinkgelagen lagen der Hausherr und dessen Gäste zu Tisch, wie dieses Tonfigürchen eines liegenden Zechers demonstriert. Der Alltag der meisten Menschen in Augusta Raurica sah jedoch anders aus: Gewöhnlich sass man zum Essen am Tisch und begnügte sich mit einfachen Speisen.

 

 
Neben den drei Schwerpunktthemen im Ausstellungssaal und dem Silberschatz von Kaiseraugst in der Schatzkammer erwartet Sie im Eingangsbereich eine Auswahl der bedeutendsten Fundobjekte aus Augusta Raurica wie eine lebensgrosse Bronzebüste der Göttin Minerva, zwei Silberstatuetten von Herkules und Minerva, ein Goldcollier und ein Teil einer Elfenbeintafel.

Abbildung: Ein Highlight aus dem Empfangsbereich im Römermuseum: Der obere Teil einer Doppeltafel (Diptychon) aus Elfenbein mit zwei Siegesgöttinnen, die die Stadtgöttin von Constantinopolis (Istanbul) mit einem Kranz umrahmen. Solche Tafeln wurden um 500 n.Chr. zu Beginn des Amtsjahres von hohen Würdenträgern an das Kaiserpaar, an Freunde und Gönner verschenkt.

Siehe auch:
- Highlights aus Augusta Raurica
- Dezentrale Ausstellungen

 


Begleitpublikationen

Zu den drei Schwerpunktthemen sind Begleithefte erschienen, die das Alltagsleben in leicht verständlicher Form beleuchten. Ergänzt werden die Hefte durch eine Mappe mit Einzelblättern zu den präsentierten Highlights. Alle Publikationen sind dreisprachig (deutsch, französisch und englisch).

D. Schmid/A. Kaufmann-Heinimann, Götter im Haus - Les dieux chez soi - Gods in the home 1999, 20 S., ill. (Augster Museumshefte 21) CHF 5.-, ISBN 3-7151-1021-X,
Best.-Nr. 1021-X

M. Peter, Geld - Argent - Money 1999, 20 S., ill. (Augster Museumshefte 22) CHF 5.-, ISBN 3-7151-1022-8, Best.-Nr. 1022-8

B. Rütti/C. Aitken, Gaumenfreuden - Gourmandises - Delicacies 1999, 20 S., ill.,
(Augster Museumshefte 23) CHF 5.-, ISBN 3-7151-1023-6 Best.-Nr. 1023-6

Alle 3 Hefte, zusammen mit den Begleittexten zu den ausgestellten Prunkobjekten, als Set (nur an der Museumskasse): CHF 15. -


Unterlagen für Lehrkräfte

Für Lehrkräfte sind Unterlagen zu den drei Schwerpunktthemen in deutscher und in französischer Sprache erhältlich, tel. ++41 +61 816 22 22. (Einführung in die Ausstellung für Lehrerinnen und Lehrer: Infos für Lehrer.)


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