Mit dem Silberschatz von Kaiseraugst besitzt das Museum Augusta Raurica das grösste Ensemble spätantiken Silbergeschirrs weltweit. In der
Ausstellung können die 270 Objekte des Schatzes bewundert werden: 58 Kilo reines Silber, verarbeitet zu prächtigen Platten, Schüsseln,
kunstvollen Tischgeräten und Münzen, vermitteln ein glanzvolles Stimmungsbild des römischen Weltreiches kurz vor dem Übergang ins Mittelalter.
Das Schicksal des bedeutendsten spätantiken Silberschatzes könnte spannender nicht sein. Das kostbare Silber war von Offizieren über
lange Jahre hinweg gehortet worden. Zusammengetragen aus kaiserlichen Geschenken und aus Erbschaften, stellte der Schatz ein
beträchtliches Sparkapital dar. Doch in einem Moment grosser Gefahr musste das wertvolle Gut in höchster Eile vergraben werden und es
geriet in Vergessenheit. Bis im Jahre 1961 ein Bagger den Schatz aus seinem Dornröschenschlaf riss und eine abenteuerliche
Entdeckungsgeschichte begann: Teile des Silbers wurden durch die Baumaschine beschädigt, andere entwendet und versteckt oder gar
weggeworfen. Erst 1995 wurden 18 weitere Silbergefässe aus einer anonymen Erbschaft den Behörden übergeben.
Ein Besuch der Ausstellung mit diesem einzigartigen Fund gehört zu den Highlights eines Aufenthalts in Augusta Raurica, kann er doch neben
seinem Umfang mit weiteren Superlativen aufwarten: er enthält die grösste bekannte unverzierte Silberplatte der Spätantike, das singuläre,
mit Gold und Nielloeinlagen verschwenderisch dekorierte Ariadnetablett, die einzigartige achteckige, aus einem Silberblock geschnittene
Achillesplatte, die unvergleichliche Jubiläumsplatte des jungen Kaisers Constans, einen überaus pompösen, ausziehbaren Kerzenständer,
eine mit einer Villa am Meer und mit Jagdszenen verzierte riesige Prunkplatte, 186 absolut prägefrische Münzen und grosse
Sonderprägungen……
Abbildungen:
Das Ariadnetablett: Das verschwenderisch verzierte Tablett gehört zu den prächtigsten Stücken im Silberschatz. Im Mittelfeld thront die
kretische Königstochter Ariadne zwischen ihrem Gemahl Dionysos und einem Satyr. Wie die Eroten in den Randfeldern des Tabletts steht das
Thema für eine positive Lebenshaltung, für Heiterkeit und Glück. 330-350 n. Chr.
Mittelbild der Achillesplatte: Odysseus, der Achilles sucht, um ihn zur Teilnahme am trojanischen Krieg zu bewegen, kommt an den Hof von
König Lykomedes und lässt die Kriegstrompete blasen. Der als Mädchen verkleidete Achilles greift zu den Waffen. Seine Geliebte Deidameia
versucht ihn vergeblich zurück zu halten. Achilles war neben Alexander dem Grossen ein Ideal der römischen Aristokratie. 330-340 n. Chr.
Grosse Sonderprägung (Medaillon) des jungen Kaisers Constans für die Reichsfeiern im Jahr 338 n. Chr. Die Eigentümer des Silberschatzes
waren Gefolgsleute von Constans, bevor sie in den Dienst des Gegenkaisers Magnentius übertraten. |

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