Alamannen - Alemannen: ein Begriffswirrwar?
Mit den Ala- bzw. Alemannen liegen sich Germanistinnen, Historiker, Archäologen und Frühmittelalterexpertinnen immer wieder in den Haaren - fast wie ein running gag...
Das liegt daran, dass in der Spätantike (z. B. im 3. Jahrhundert) alamani für die aus Norden in unser Gebiet vorrückenden Stämme überliefert ist (Literaturangaben siehe unten)
und dass daher die Archäologen/-innen die germanischen Siedler des Frühmittelalters - z. B. im schweizerischen Mittelland - in den Publikationen Alamannen nennen (analog
zu Franken, Burgunden usw. und im Kontrast zu den Romanen, d.h. der spätantiken Restbevölkerung, z.B. im Kastell Kaiseraugst). Die Sprachwissenschaftler/-innen,
Volkskundler/-innen usw. hingegen meinen in der Regel die Leute im süddeutschen Sprachraum in der Neuzeit, die - mindestens seit Johann Peter Hebel - als die Alemannen
bezeichnet werden, welche mit Selbstbewusstsein und Stolz ihre alemannische Kultur und Sprache pflegen.
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Folge erster Alamanneneinfälle? Jedenfalls wurde Augusta Raurica um 275 n.Chr.
ein erstes Mal auf kriegerische Weise zerstört, worauf das römische Militär auf
"Kastelen" rasch eine Befestigung für sich und die Überlebenden aus der
Zivilbevölkerung der Stadt errichtete (Bildmitte). Um 352 n.Chr., als bereits das
Kastell Kaiseraugst am Rhein stand, wurde die Stadt erneut massiv attackiert. |
Alex R. Furger
Weiterführende Literatur zu den Alamannen:
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H.-P. Kuhnen (Hrsg.), Gestürmt - geräumt - vergessen? Der Limesfall und das Ende
der Römerherrschaft in Südwestdeutschland. Württembergisches Landesmuseum
Stuttgart, Archäologische Sammlungen, Führer und Bestandeskataloge II (Stuttgart
1992). |
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M. Martin, Das spätrömisch-frühmittelalterliche Gräberfeld von Kaiseraugst, Kt.
Aargau. Basler Beiträge zur Ur- uund Frühgeschichte 5B u. 5A (Derendingen 1976 und
1991). |
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M. Martin, Das Fortleben der spätrömisch-romanischen Bevölkerung von Kaiseraugst
und Umgebung im Frühmittelalter auf Grund der Orts- und Flurnamen. In: Provincialia.
Festschrifte Rudolf Laur-Belart (Basel/Stuttgart 1968) 133-150. |
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