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Geschichte
siehe auch Alamanneneinfälle, Augustus, Caesar, Christentum, Erdbeben,
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Rom und sein Imperium

Wie schon antike Historiker erkannt haben, führte ein Zusammenwirken verschiedener Ursachen und Gründe zur Entstehung des Imperium Romanum. Einer der Faktoren, die massgeblich zum Wachstum Roms beitrugen, war die günstige Lage am Tiber unweit des Meeres. Während der Hafen die Möglichkeit zum Fernhandel bot, stellten die hier aufeinandertreffenden Strassen eine optimale Verbindung zum Umland (Latium) und zu so wichtigen Gebieten wie Etrurien und Kampanien her. Von Vorteil waren schliesslich auch die sogenannten Sieben Hügel; sie schützten die Stadt nicht nur vor Überschwemmungen, sondern auch vor feindlichen Angriffen.

Eine erstaunliche Grösse erreichte Rom bereits im 6. Jahrhundert v. Chr., als es unter der Herrschaft etruskischer Könige eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebte und zu einem der führenden Zentren in Latium aufstieg. Damals entstanden bezeichnenderweise auch die ersten Monumentalbauten, die fortan das Bild der Stadt prägen sollten; genannt seien nur die Stadtmauer und der Iuppitertempel auf dem Kapitol.

Nachdem es im Verlauf des 5. Jahrhunderts v. Chr. mit viel Mühe gelungen war, die neue republikanische Ordnung zu konsolidieren, verspürte Rom offenbar den Drang, seine Macht auszudehnen. Erstes Opfer war die etruskische Stadt Veji, die 396 v. Chr. eingenommen wurde. Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 338 v. Chr. mit der Unterwerfung der Latiner. Dieser Erfolg ermunterte Rom erst recht dazu, sein ganzes Potential für gewinnversprechende Kriege einzusetzen. Die Rechnung sollte aufgehen. Die römischen Legionen waren den verschiedenen Gegnern so überlegen, dass sie in kurzer Zeit weite Teile Italiens eroberten. Die langwierigen Auseinandersetzungen mit Karthago, die 264 v. Chr. begannen, brachten zwar vorübergehend eine ernsthafte Gefährdung mit sich, festigten aber letztlich die Position Roms. Dementsprechend führte Rom seine aggressive Politik weiter und begann im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. zunehmend auch ausserhalb von Italien zu intervenieren. Die Folgen sind bekannt. Trotz heftiger Gegenwehr der hellenistischen Heere liessen sich die römischen Truppen weder in Griechenland noch in Kleinasien bremsen, und nachdem Karthago 146 v. Chr. ein drittes Mal besiegt worden war, stand Rom endgültig als führende Macht der Mittelmeerwelt da.

Die innenpolitischen Konsequenzen der schnellen Expansion waren fatal. Besonders die siegreichen Feldherren, die mit dem Luxus der hellenistischen Welt direkt in Berührung gekommen waren, hielten sich kaum noch an die traditionellen Wertvorstellungen (mores maiorum), sondern verfolgten zunehmend ihre persönlichen Interessen. Dieses Machtstreben führte im 1. Jahrhundert v. Chr. sogar zu Bürgerkriegen. Erinnert sei an den Konflikt zwischen Pompeius und Caesar, dem es zwar gelang, als Diktator die Macht zu ergreifen, bald darauf jedoch ermordet wurde. Sein Tod brachte keine Entspannung der Lage, sondern löste vielmehr neue Auseinandersetzungen aus, in denen schliesslich der junge Oktavian, der Adoptivsohn Caesars, die Oberhand über seinen Erzrivalen Antonius gewann.

Nach seiner triumphalen Rückkehr aus Ägypten nutzte Oktavian die Gunst der Stunde, um sich 27 v. Chr. vom Senat an die Spitze des Staates stellen zu lassen; dabei nahm er auch den Ehrennamen Augustus (Ğder Erhabeneğ) an. Zwar fehlte es nicht an Stimmen, die den Verlust der Republik beklagten, doch herrschte die Genugtuung über das Ende der schweren Krise vor. Augustus reagierte bewusst auf diese Stimmung, indem er seine Herrschaft durch die Propagierung eines neuen Zeitalters des Friedens und des Wohlstandes (saeculum aureum) legitimierte. Zugleich bemühte sich der Kaiser darum, der Hauptstadt des Imperium Romanum durch die Stiftung monumentaler Prachtbauten eine angemessene Würde zu verleihen.

Während sich Augustus in Rom hauptsächlich als Wohltäter profilierte, scheute er in den Grenzprovinzen nicht vor neuen Kriegszügen zurück. Dementsprechend waren die römischen Heere gleichzeitig an verschiedenen Fronten aktiv, darunter auch in Germanien und in Pannonien. Trotz enormer Anstrengungen blieb die Offensive gegen die Germanen ohne durchschlagenden Erfolg. Nachdem die Römer im Jahre 9 n. Chr. in der sogenannten Varus-Schlacht eine der verheerendsten Niederlagen ihrer Geschichte erlitten hatten, sahen sie sich sogar gezwungen, die rechts-rheinischen Gebiete aufzugeben. Gross war der Widerstand auch im Donauraum. So benötigte Tiberius, der Stiefsohn und designierte Nachfolger des Augustus, in den Jahren 6 bis 9 n. Chr. neben zahlreichen Hilfstruppen nicht weniger als 10 Legionen, um die illyrischen und pannonischen Stämme endgültig zu unterwerfen. Entscheidend war jedoch, dass es den römischen Armeen trotz hoher Verluste gelang, die neuen Grenzen des Reiches dauerhaft zu sichern.


Weiterführende Literatur zur Römischen Geschichte:
- J. Bleicken, Verfassungs- und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches (2 Bände, Paderborn 1981²).
- K. Christ, Geschichte der römischen Kaiserzeit von Augustus bis zu Konstantin (München 1988).
- W. Dahlheim, Geschichte der Römischen Kaiserzeit (München 1989²).
- W. Dahlheim, Die griechisch-römische Antike. Band 2: Rom (Paderborn 1992).
- A. Demandt, Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr. (München 1989).
- F. Jacques, J. Scheid, Rome et l'intégration de l'Empire. 44 av. J.-C. - 260 ap.J.-C., tome 1 (Paris 1990).
- J. Martin, Spätantike und Völkerwanderung (München 1987).
- E. Meyer (hrsg. von R. Frei-Stolba), Die Schweiz im Altertum (Bern 1984²).
- A. Piganiol, Histoire de Rome (Paris 1962³).

Vgl. die Abbildung

Weitere Infos

Rudolf Känel

(Text aus: P. Zsidi/A. R. Furger (Hrsg.), Out of Rome. Augusta Raurica / Aquincum. Das Leben in zwei römischen Provinzstädten [Basel 1997])


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