Trotz der historisch im Jahre 44 v.Chr. bezeugten Koloniegründung (Colonia Raurica) durch L. Munatius Plancus (Grabmal mit Inschrift in Gaeta/I) ist Augusta Raurica von seiner Gründergeneration erst eine
Generation später als eigentliche Stadt gebaut worden: auf der "grünen Wiese" bzw. an einem Ort, der direkt vorher nicht besiedelt, sondern und von einem natürlichen Eichenmischwald bedeckt war. Seine optimale
Verkehrslage - 10 km östlich des Oppidums der Raurkiker (Basel-Münsterhügel) - scheint bei der Standortwahl ausschlaggebend gewesen zu sein.
Ältere Siedlungsspuren fanden sich an mehreren Orten, so z.B. Einzelfunde aus der Jungsteinzeit und mehrere Siedlungsspuren aus der Spätbronzezeit (Amphitheater/Sichelen, Kaiseraugst), z.T. auch Brandgräber.
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Das Stammesland der keltischen Rauriker (um 30 v. Chr.)
Vor der Eroberung durch römische Heereseinheiten ist das Gebiet der Rauriker dünn besiedelt. Einzig
einige Gehöfte und Dörfer unterbrechen die bewaldete Landschaft. Auf dem Basler Münsterhügel 10 km
westlich von hier besteht um 30 v. Chr ein erstes Siedlungszentrum, ein befestigtes Oppidum.
(Aquarell Markus Schaub) |
Von der ursprünglichen Bewaldung zeugen vereinzelte Holzkohlehorizonte unter den untersten Kulturschichten der Stadt (sie liegen stellenweise bis 4,5 Meter tief) und ein bodeneben gekappter Wurzelstock einer
Eiche an der Nordwestecke des (viel späteren) Theaters, die dendrochronologisch zwischen ca. 21 und 11 v. Chr. gefällt worden ist.
Die ältesten Grabungsbefunde urbaner Besiedlung zeugen von Holzbauten (Ständer- und Fachwerkbauten) und sind am Beispiel der Insula 31 dendrochronologisch ins Jahr 6 v. Chr. datiert (unterster Schwellbalken
einer Hausaussenwand). Diese liegen bereits auf den Strassen-/Insulafluchten der späteren Steinbauphasen!
Die ältesten Fundgegenstände stammen aus den zentralen Insulae der Oberstadt, unmittelbar südlich und östlich des (späteren) Theaters. Darunter sind frühe Terra sigillata-Importe aus Norditalien (Arezzo u.a.
Manufakturen), Nauheimer Fibeln, einige Amphorentypen usw. zu nennen, die bis frühestens ins zweitletzte Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts v.Chr. zurückreichen. Fundmünzen lassen sich nur bedingt zur Bestimmung
der Gründungzeit beiziehen, da sehr zahlreiche, viel ältere Prägungen aus republikanischer Zeit z.B. unter Augustus immer noch im Umlauf waren. Die nördlichen Insulae 1-8 auf Kastelen sind erst zwischen 10 und 20
n. Chr. überbaut worden.
Demzufolge wurde Augusta Raurica im heutigen Augst (Kanton BL) um 15 v.Chr. gegründet und hat sich in der Folge schrittweise Richtung Norden, dann Süden und schliesslich (ab etwa 100 n.Chr.) in die Rheinebene
hinunter entwickelt (siehe Geschichte ).
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Die Frühzeit von Augusta Raurica (um 30 n. Chr.)
Um etwa 15 v. Chr., bei der Stadtgründung von Augusta Raurica, müssen grosse Gebiete gerodet werden.
Um etwa 30 n. Chr. leben hier gegen 10'000 Menschen. Die Gebiete in Rheinnähe sind, ausser einem
kleinen Holzkastell des Militärs, noch kaum besiedelt. Während zwei bis drei Generationen besteht die
Stadt fast vollständig aus Holz- und Fachwerkbauten. Zum Stadtbild gehören bereits das rechtwinklige
Strassensystem, ein Forum, kleinere Tempel eine kleine Thermenanlage. Ein Theater ist für diese frühe
Zeit nicht belegt.
(Aquarell Markus Schaub) |