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Die römische Armee war eine Berufsarmee mit einer erstaunlich hohen Vereinheitlichung der Ausrüstung. Unterschiede in der Ausstattung und Bewaffnung waren vor allem von
der zeitlichen Entwicklung und der Truppengattung abhängig, während sie bei gleichzeitig in verschiedenen Heeresbezirken eingeteilten Soldaten kaum auszumachen sind.
Grundsätzlich wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. zwischen Legionären mit römischem Bürgerrecht und Angehörigen von Auxiliar- oder Hilfstruppen unterschieden, die zwar aus
römischen Provinzen stammten, aber kein Bürgerrecht besassen. Die Hilfstruppen waren weiter in Infanterie- und Kavallerieabteilungen unterteilt.Home Augusta Raurica Legionäre siehe auch Militärische Befestigungen, Pferde
Die Legionäre bildeten als schwerbewaffnete Fusstruppen bis ins 3. Jahrhundert das Rückgrat der römischen Armee. Entsprechend vielteilig war ihre Ausrüstung, die aus Helm, Panzer, Gürtel mit Beschlägen, Schild, Dolch, Kurzschwert (gladius) und Wurfspeer (pilum) bestand. Das pilum besass eine lange Eisenspitze und stellte die charakteristischste Waffe der Legionäre dar, die ausschliesslich ihnen zustand. Schienenpanzer wurden ebenfalls häufiger von Legionären als von Auxiliarsoldaten getragen. Von den in Augusta Raurica gefundenen Gürtelblechen zeigt eines die Darstellung der aus der römischen Gründungssage bekannten Wölfin, die das Zwillingspaar Romulus und Remus säugt und zugleich Schutz vor einem Bären und einem Eber bietet. Diese Darstellung ist durchaus propagandistisch aufzufassen: Die römische Armee in Form der lupa schützt vor den Gefahren des barbarischen Grenzlandes. Dieses Gürtelblech aus dem Hilfstruppenkastell in der Unterstadt gehörte zwar wohl eher dem Angehörigen einer Auxiliareinheit, könnte aber auch von einem Legionär stammen.
Den Reitern der Auxiliartruppen kam die taktisch wichtige Aufgabe zu, die gegnerischen Schlachtreihen zu verwirren sowie geschlagene Gegner zu verfolgen. Auch im Grenzschutz und im Patroulliendienst waren Reiter hervorragend einsetzbar. Zu den vor der Errichtung des Obergermanisch-Raetischen Limes in Augusta Raurica stationierten Reitertruppen scheint der durch eine Weihinschrift bezeugte Tiberius Claudius Andecamulus gehört zu haben. Den hier nur skizzierten Einsatzbereichen entsprechend war die Ausrüstung der Reiterei im 1. Jahrhundert etwas weniger umfangreich als die der Legionäre. Sie bestand üblicherweise aus einem Reiterhelm, Kettenpanzer, Gürtel, Schild, Langschwert (spatha) und Stosslanze, wie sie auf dem Grabstein des Raurikers Dannicus aus Cirencester anschaulich dargestellt ist. Daneben führten die Reiter oftmals noch mehrere Wurfspeere mit sich. Ihre Pferde waren nicht gepanzert und wurden ohne Steigbügel und Hufschutz geritten. Sattel und Zaumzeug waren reich mit Verzierungen, Anhängern und Beschlägen aus Bronze versehen, die durch zahlreiche Fundstücke belegt sind.
| - | E. Deschler-Erb, Ad arma! Römisches Militär des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Augusta Raurica. Forschungen in Augst 28 (Augst 1999). |
| - | P. Connolly, Greece and Rome at war (London 1981¹, 1998²). |
Eckhard Deschler-Erb
(Text aus: P. Zsidi/A. R. Furger (Hrsg.), Out of Rome. Augusta Raurica / Aquincum. Das Leben in zwei römischen Provinzstädten [Basel 1997])