Als Instrument der römischen Wirtschaft spielten Münzen besonders in den Städten, den Zentren des regionalen und überregionalen Handels, eine wesentliche Rolle. Ein so
alltäglicher Umgang mit verschiedenen Münzeinheiten wie in römischer Zeit wurde erst viele Jahrhunderte später wieder zur Norm. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass bei
archäologischen Grabungen in römischen Städten oft beträchtliche Mengen von Münzen gefunden werden, die wichtige historische Zeugnisse darstellen. Die wissenschaftliche
Auswertung von Fundmünzen ist ein relativ junger Zweig der Numismatik im Übergangsbereich zwischen Archäologie und Alter Geschichte. Sie trägt nicht nur zur besseren
Kenntnis der Geschichte eines Fundortes bei, sondern erlaubt auch Aussagen zu übergreifenden Fragen der Wirtschaft. Man kennt Tausende von Fundmünzen aus Augusta Raurica. Dabei handelt es sich meist um Kleingeld aus Kupferlegierungen, nicht selten auch um Silbermünzen, die verloren
wurden. Verloren wurde aber in erster Linie das, was bei alltäglichen Käufen und Verkäufen verwendet wurde, und was man im Geldbeutel bei sich trug. Dies bedeutet, dass der
Grossteil römischer Münzen, die in Städten gefunden werden, kein getreues Abbild des Handels und der Geldwirtschaft insgesamt bildet, sondern in erster Linie den
Kleinhandel widerspiegelt. Grössere finanzielle Transaktionen wurden nicht auf der Strasse, sondern an geschützten Orten und mit grösserer Sorgfalt sowie in wertvolleren
Münzeinheiten durchgeführt. Dieses Segment der Wirtschaft lässt sich durch Fundmünzen also meist nicht dokumentieren. Goldmünzen sind deshalb als Einzelfunde sehr
selten. Neben den zahlreichen Einzelmünzen wurden in Augusta Raurica mehrere Schatzfunde entdeckt, Geldbeträge also, die meist absichtlich verborgen und aus unterschiedlichen
Gründen nicht mehr gehoben worden sind. Unter ihnen finden sich auch grössere Summen in Edelmetallmünzen. Münzen werden ferner in Heiligtümern gefunden, wo sie als
Weihegaben niedergelegt worden waren, sowie als Grabbeigaben. In Augusta Raurica kommen aber auch in geringer Zahl ältere, einheimische Münzen aus vorrömischer Zeit
zutage. Bereits vor der römischen Okkupation existierte eine - wenn auch viel beschränktere - Münzwirtschaft, die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten nach
griechischen und römischen Vorbildern entstanden war.
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Home Augusta Raurica Münzen siehe auch Währungssystem, Wirtschaft in Rom
| M. Peter (traduction française Chr. Hoffmann-Champliaud, english translation I. Aitken), Geld - Argent - Money. Augster Museumshefte 22 (Augst 1999). | |
| M. Peter, Augusta Raurica I/II. Augst/Kaiseraugst 1949-1972. Inventar der Fundmünzen der Schweiz 3/4 (Lausanne 1996). | |
| M. Peter, Eine Werkstätte zur Herstellung von subaeraten Denaren in Augusta Raurica. Studien zu den Fundmünzen der Antike 7 (Berlin 1990). | |
| H. A. Cahn, Münzen und Medaillons. In: H. A. Cahn/A. Kaufmann-Heinimann (Hrsg.), Der spätrömische Silberschatz von Kaiseraugst. Basler Beitr. z. Ur- u. Frühgesch. 9 (Derendingen 1984) 331 ff. |
Vgl. die Abbildung
Weitere Infos
Markus Peter
(Text aus: P. Zsidi/A. R. Furger (Hrsg.), Out of Rome. Augusta Raurica / Aquincum. Das Leben in zwei römischen Provinzstädten [Basel 1997])