Die Tabernen waren Garküchen und Schankstuben, die mit ihrer breiten, offenen Strassenfront und sicher auch mit einer verlockenden Auslage feiner Leckerbissen die
Passanten zum kurzen Verweilen einluden. Angeboten wurde vor allem Wein in verschiedener Zubereitung: verdünnt mit heissem Wasser, aromatisiert mit verschiedenen
Gewürzen (vinum conditum), mit Honig gesüsst (mulsum) oder eingedickter, gekürzter Weinmost (defrutum, sapa). In Pompeji und Herculaneum sind zahlreiche solcher
Schankstätten (tabernae, cauponae, thermopolia) gefunden worden, in denen oft noch mehrere Weinamphoren standen. Der gemauerte Schanktisch mit den eingelassenen
grossen Töpfen für Getränke und Speisen sowie das Wandgestell für Amphoren im Augster Römerhaus sind nach Vorbildern aus den Vesuvstädten rekonstruiert.
Die bisher in Augst gefundenen Tabernen scheinen etwas einfacher eingerichtet gewesen zu sein: Die Ladentische bestanden aus Holz und haben sich dadurch im Boden nicht
erhalten. Eine originale, heute restaurierte Taberne "in zentraler Lage" neben dem Theater (60 m oberhalb des Römerhauses) hat einen grossen, vorzüglich erhaltenen
Backofen, in dem wohl einst Brote, Süssgebäck und Aufläufe für die Kundschaft zubereitet worden sind (siehe Taberne mit Backofen).
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| Weiterführende Literatur zu den Augster Tabernen: |
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L. Berger, Ein gut erhaltener Backofen in Augusta Rauricorum. In: Festschrift Elisabeth
Schmid = Regio Basiliensis 18 (Basel 1977) 28 ff. |
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F. Hoek, Die vorläufigen Ergebnisse der Grabung 1990.51, Flächen 1 und 2
(Augst-Frauenthermen, Insula 17). Jahresber. Augst u. Kaiseraugst 12, 1991, 97 ff.
(Tabernenschutt bei den Frauenthermen). |
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U. Müller, Die römischen Gebäude in Kaiseraugst-Schmidmatt. Archäologie der
Schweiz 8, 1985, 15 ff. |
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P. Bürgin, Über das Leben in den Tabernen von Augst unter Berücksichtigung des
römischen Rechts. Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 65, 1965, 141
ff. |
Vgl. die Abbildung
Weitere Infos
Alex R. Furger
(aus: A. R. Furger, Römermuseum und Römerhaus Augst. Kurztexte und Hintergrundinformationen. Augster Museumshefte 10 [Augst 1987¹, 1989²])
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