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Das Währungssystem der römischen Kaiserzeit geht auf Kaiser Augustus (27 v. - 14 n. Chr.) zurück, der das Münzwesen der römischen Republik reorganisierte. Geprägt
wurden Münzen aus Gold, Silber und Kupferlegierungen in klar definierten Wert- und zunächst auch Gewichtsverhältnissen.Home Augusta Raurica Währungssystem siehe auch Münzen, Wirtschaft in Rom
Um den grossen Geldbedarf der frühen Kaiserzeit decken zu können, liess Augustus nicht nur in Rom prägen, sondern auch in weiteren Städten, vor allem in Lugdunum (Lyon).
Der Grund der aufwendigen Münzprägung und -distribution war weniger der Wunsch, den Handel der römischen Welt zu vereinfachen, sondern in erster Linie die Notwendigkeit, staatliche Ausgaben und Einnahmen möglichst rationell zu handhaben. Der Unterhalt des Verwaltungs- und Militärapparates und auch das Einziehen der Steuern waren durch das vereinheitlichte Währungssystem besser zu bewerkstelligen.
Seit dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. versorgte wieder die Münzstätte in Rom den grössten Teil des Reiches. Nur in östlichen Provinzen (Griechenland, Kleinasien bis Aegypten) wurden noch Münzen hergestellt, die der lokalen Wirtschaft dienten. Von diesen Provinzen abgesehen, konnte man also im ganzen Imperium von Nordafrika bis Britannien mit denselben Münzen bezahlen: Die praktische Umsetzung des kaiserzeitlichen Münzsystems war ein logistisches Meisterwerk.
Im krisengeschüttelten 3. Jahrhundert n. Chr. wurde die Münzprägung dezentralisiert. Dies war eine notwendige Reaktion auf den stark gestiegenen Bedarf an Münzen, die ständig an Kaufkraft einbüssten. Silbernominale, allen voran der sogenannte Antoninian, eine um 214 n. Chr. eingeführte Münze im Wert von zwei Silberdenaren, degenerierten dabei innert weniger Jahrzehnte zu unansehnlichen Bronzestücken mit sehr geringem Silbergehalt. Ein weiterer Grund der Dezentralisierung war die zunehmende Stationierung von Legionen an den Reichsgrenzen, wurden doch die Prägungen in erster Linie für die Soldzahlungen an die Truppen verwendet.
Kaiser Diocletian (284-305 n. Chr.) brach bei seiner umfassenden Neuordnung des Münzwesens weitgehend mit dem System des Augustus und verstärkte die dezentralisierte Herstellung der Münzen. Die Prägungen des 4. Jahrhunderts sind zwar einheitlicher gestaltet, weisen aber auch in abgekürzter Form den Namen ihres Herstellungsortes auf. Dadurch lässt sich gut aufzeigen, dass nun jede Provinz hauptsächlich von den nächstliegenden Münzstätten versorgt wurde, obwohl die Münzen nach wie vor reichsweite Gültigkeit besassen.
| M. Peter (traduction française Chr. Hoffmann-Champliaud, english translation I. Aitken), Geld - Argent - Money. Augster Museumshefte 22 (Augst 1999). | |
| A. Burnett, Coinage of the Roman World (London 1987). | |
Vgl. die Abbildung
Weitere Infos
Markus Peter
(Text aus: P. Zsidi/A. R. Furger (Hrsg.), Out of Rome. Augusta Raurica / Aquincum. Das Leben in zwei römischen Provinzstädten [Basel 1997])