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Zieglerhandwerk
siehe auch Legio Prima Martia
 

Dachziegel und andere Baukeramik wurde möglichst lokal hergestellt, um aufwendige Transporte zu vermeiden. Geziegelt wurde in der Regel unter freiem Himmel in Werkstätten am Stadtrand. Baukeramik verschiedenster Art war von Architekten, Heizungsbauern und Dachdeckern gefragt.


Der Betrieb

Römische Ziegeleien waren - anders als heute - oft kleine Betriebe mit eher kleinen Brennöfen. Sie benutzten möglichst lokalen Lehm und Holz und versorgten meistens nur ein eng begrenztes Absatzgebiet.

Zum Trocknen legte man die noch weichen Tonplatten auf dem Boden aus. Oft passierte es, dass dann Tiere darüberliefen und Pfoten- oder Hufabdrücke hinterliessen. Man hat schon Ziegel mit Spuren von Hunden und Katzen, ja sogar von Rehen und anderen Wildtieren sowie Sohlenabdrücken von Sandalen gefunden.


Was wurde fabriziert?

Für die Dächer: flache rechteckige sowie gewölbte Ziegel. Für die Hypokausten (Warmluftheizungen): Hohlziegel für die Wände sowie verschiedene Grössen von quadratischen Platten für die Pfeiler und die Abdeckung des Hohlbodens.

Für Ziegelbänder, die manchmal in Mauern aus Kalkbruchsteinen integriert wurden: länglichen Platten oder halbierten Hohlziegel.


Die Rohstoffe der Ziegler

Der Bedarf an Ton für die Baukeramik und an Holz für die Brennöfen der Ziegelei war enorm. Ton konnte von nahe gelegenen Lehmgruben verwendet werden. Holz musste z.T. von weither geholt werden.

-   Ton: Man hat in Kaiseraugst römische Lehmgruben entdeckt, die nur 250 Meter von der Ziegelei ĞLiebrütiğ entfernt sind. Naturwissenschaftliche Analysen zeigen, dass die Produkte der Ziegelei mit lokalem Rohstoff hergestellt wurden.
- Holz: Man nimmt an, dass bald nach der Gründung von Augusta Raurica der Wald weitherum abgeholzt war. Brennmaterial musste dann von weither den Rhein hinunter geflösst werden.


 
Weiterführende Literatur zu den Augster Ziegeleien:
- L. Berger, Ein römischer Ziegelbrennofen bei Kaiseraugst. Ausgr. in Augst 3 (Basel 1969).
- T. Tomasevic-Buck, Die Ziegelbrennöfen der Legio I Martia in Kaiseraugst, AG und die Ausgrabungen in der Liebrüti 1970-1975. Arch. Führer durch Augst/Kaiseraugst 1 (Liestal 1982).
- M. Maggetti/G. Galetti, Die Baukeramik von Augusta Raurica - eine mineralogisch-chemisch-technische Untersuchung. Zur Herstellung und Verbreitung der in Kaiseraugst produzierten Ziegel der Legio Prima Martia. Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 14, 1993, 199 ff.

Vgl. die Abbildung

Weitere Infos

Alex R. Furger


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