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Forschung in Augusta Raurica
 
 
In Fachkreisen konnte sich Augusta Raurica den Ruf einer gut dokumentierten antiken Stadt erarbeiten

Die vielen archäologischen Einzelarbeiten sind auf ein motiviertes Team abgestützt.

Das Areal der antiken Stadt war im Mittelalter nie überbaut; die Zeugnisse der Siedlung vor 1800 Jahren mit einst 15-20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern haben sich daher viel besser - weil ungestört - erhalten als etwa jene in Köln, Lyon, Strassburg oder Trier.


- Kernbereich "Forschen"
- "Forschungswerkstatt zur Stadtgeschichte"
- Forschungsgeschichte von Augusta Raurica
- Zusammenarbeit mit der Universität Basel
- Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen
- Kontakt zum Forschungsteam


Das Augenmerk auf die römische Stadt vor den Toren Basels war schon zur Zeit der Humanisten geweckt, und seither besteht ein kontinuierliches Interesse an der Erforschung und Erhaltung ihrer Denkmäler. Seit rund 100 Jahren werden Bauvorhaben in Augusta Raurica archäologisch begleitet. Daraus haben sich die Einsicht und Praxis entwickelt, dass es sich lohnt, vor modernen Bodeneingriffen die römische Substanz zu untersuchen, zu dokumentieren und so zu retten, was an Informationen und Erkenntnissen vor der unwiederbringlichen Zerstörung noch zu gewinnen ist.

Graben und dokumentieren vor dem Bauen

Seit dem Jahre 1957 wird in Augusta Raurica keine Baugrube mehr ohne vorgängige flächendeckende Notgrabung und archäologische Dokumentation ausgehoben. Im Laufe der Jahre haben die Kantone Basel-Landschaft und Aargau auf diese Weise viele Millionen Franken in die Erforschung von Augusta Raurica investiert. Eine Abkehr vom Prinzip "Graben und Dokumentieren vor dem Bauen" würde diese Aufwendungen in Frage stellen und eine grosse Lücke in der Forschungskontinuität entstehen lassen.

Diese Forschungskontinuität über Jahrzehnte führte und führt dazu, dass Augusta Raurica (nebst Pompeji) heute international als eine der am differenziertesten ausgegrabenen, am dichtesten dokumentierten und am besten publizierten römischen Siedlungen überhaupt gilt. Augusta Raurica ist eine antike Stadt, von der heute nicht nur Tempel, Theater und weitere grosse öffentliche Gebäude bekannt sind, sondern in zunehmendem Masse auch die Wohn- und Gewerbequartiere, was - wie sonst fast nirgendwo - vielerlei Einblicke in die Wirtschaft, Wohnstruktur und Lebensweise auch der einfachen Bevölkerung vor 1800 Jahren erlaubt.


Keine inszenierten Halbwahrheiten

Neben seinem Engagement für die dokumentarische Rettung von römischen Zeugnissen, die bis heute moderner Bebauung zum Opfer gefallen sind, verfügt der Kanton Basel-Landschaft mit Augusta Raurica auch über das meistbesuchte Tourismus- und Ausflugsziel in seinem Gebiet und über ein Terrain, das als archäologisches Freilichtmuseum, Ausflugsstätte für Schulklassen und Naherholungsgebiet eine Ausstrahlung in der ganzen Region und weit über ihre Grenzen hinaus hat.

Dank der Forschungstätigkeit wird in Augusta Raurica eine Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht, die vor allem bei Schulen und BesucherInnen geschätzt wird. Hier ist die Präsentation von echten, wissenschaftlich erforschten Objekten möglich und es werden keine inszenierten Halbwahrheiten vermittelt werden.


Bautätigkeit zwingt zu Notgrabungen

Die rege Bautätigkeit in den letzten 50 Jahren hat die Verantwortlichen in Augusta Raurica gezwungen, etwa 70 grosse und Hunderte von kleineren Ausgrabungen in Augst und Kaiseraugst durchzuführen. Die archäologischen Erkenntnisse beruhen daher ausschliesslich auf Notgrabungen. Diese finden vorwiegend in den Bereichen der Wohn- und Handwerkerquartiere statt. Die öffentlichen Bauten hingegen waren bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Gegenstand intensiverer archäologischer Forschungen. Die betreffenden Areale sind heute im Besitz der Öffentlichen Hand und dadurch vor weiterer Zerstörung geschützt.

Mit dem Archäologiegesetz von 2002 und den grossflächigen Landkäufen des Kantons Basel-Landschaft sind die erhalten gebliebenen 80% der römischen "Oberstadt" von Augusta Raurica vor weiterer Überbauung und Zerstörung bewahrt. Das so gesicherte nationale Denkmal steht künftigen Generationen für die Erforschung und Vermittlung zur Verfügung.


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