Mit Hilfe der Stiftung PAR realisierte Projekte
![]()
![]()
Home Augusta Raurica || Übersicht PAR
Die Förderprojekte und die Vision des neuen Römermuseums
Der Stiftungsrat prüft in enger Zusammenarbeit mit der Leitung von Augusta Raurica Vorschläge und Anträge für Projektfinanzierungen auf ihre Bedeutung für die Erhaltung, Erforschung oder Vermittlung des antiken Erbes in Augusta Raurica. Oft handelt es sich
dabei um mehrjährige Projekte junger Wissenschaftler, die ohne Starthilfe oder Teilfinanzierung nicht realisiert werden könnten.
- Siehe die vollständige Projektliste der Stiftung Pro Augusta Raurica [PDF]
- Wiederkehrende Druckkostenbeiträge für die Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst
- Monographie über das restaurierte Theater
- Beitrag zur zeichnerischen Dokumentation der Kirche St.Gallus
- Betriebskostenbeiträge an den Römischen Haustierpark
- Beitrag an neuen Führer Augusta Raurica
- Beitrag an Forschungsprojekt Anthropologie
Die Stiftung PAR unterstützt Augusta Raurica bei der Entwicklung ihrer Zukunftsstrategien, die eine optimale Erfüllung des Leistungsauftrags zur wissenschaftlichen Bearbeitung, Denkmalpflege und publikumswirksamen Promotion des archäologischen Parks Augusta Raurica ermöglichen sollen. Einen wichtigen Meilenstein hierzu wird die erneute Bespielung des restaurierten Theaters ab 2008 darstellen. Noch grössere Herausforderungen liegen in der Gestaltung der archäologischen Schutzzone und im Grossprojekt für ein neues Römermuseum, das dem ausserordentlichen Rang der Funde und den Anforderungen an moderne Museumsdidaktik gerecht wird. Durch gezielte Beratung, bei Vernehmlassungen, Kontaktpflege und Suche nach Sponsoren können sowohl der Stiftungsrat als auch jedes einzelne Mitglied Unterstützung für die Anliegen von Augusta Raurica bieten.
75 Jahre Stiftung Pro Augusta Raurica: Initiative für ein neues Römermuseum
Die Stiftung Pro Augusta Raurica (PAR) fördert seit nunmehr 75 Jahren Projekte zur archäologischen Erforschung, Erhaltung und publikumsorientierten Vermittlung der Denkmäler und Funde in der Römerstadt Augst BL/Kaiseraugst AG. In Fortsetzung dieser Tradition hat der Stiftungsrat beschlossen, sein Engagement für die Schaffung eines neuen Römermuseums zu konkretisieren, indem er eine Potentialanalyse als Grundlage für Machbarkeitsstudien und Finanzierungsmodelle erstellt. Er unterstützt damit das 10-Punkte-Programm zur Qualifizierung von Augusta Raurica als UNESCO-Weltkulturerbe, welches vom Kanton Basel-Landschaft schrittweise umgesetzt wird.
Die Stiftung Pro Augusta Raurica (PAR) entstand 1935 auf Initiative der Historischen und Antiquarischen Gesellschaft zu Basel (HAG) und zahlreicher, von der Römerforschung begeisterter Gönner und Mäzene. 40 Jahre lang trug die PAR als private Institution die Verantwortung für die Forschungen und die Erhaltung der Denkmäler in Augusta Raurica. In einer innovativen Kooperationsform - dem „Römervertrag" - verpflichteten sich 1975 PAR, HAG sowie die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Aargau gemeinsam zur Erhaltung der antiken Stätte als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Der Kanton Basel-Landschaft übernahm die Koordination der Dokumentation und Archivierung aller Grabungen und finanziert seither Restaurierungen, Museum und Öffentlichkeitsarbeit. Er tätigt Grossinvestitionen wie die Sanierung des Theaters und sorgt im Rahmen des Archäologiegesetzes für den Schutz des archäologischen Geländes. Die Stiftung Pro Augusta Raurica, welcher Vertreter der HAG sowie der Gemeinden Augst und Kaiseraugst angehören, fördert weiterhin kleinere Projekte, z.B. einzelne wissenschaftliche Publikationen, Führungen oder den Betrieb des römischen Haustierparks. Neben Kapitalerträgen ermöglichen regelmässige Beiträge, Spenden und Legate von über 700 Gönner/-innen deren Realisierung.
Mitte der 1950er Jahre stiftete der Grossindustrielle René Clavel das Römerhaus als eine der ersten Rekonstruktionen einer römischen Villa. Der Anbau, welcher vom Kanton Basel-Landschaft 1957 angefügt wurde, dient heute noch als Museum. Er wird erfolgreich mit wechselnden Themen-Ausstellungen bespielt und hat soeben einen grosszügigeren Eingangsbereich erhalten. Die 140 m2 Ausstellungsfläche reichen allerdings in keiner Weise, um die unzähligen, teilweise einmaligen Funde und Erkenntnisse zu präsentieren, die im Zuge der intensiven Ausgrabungstätigkeit in den Nachkriegsjahrzehnten akkumuliert worden sind. Unter abenteuerlichen Umständen kam 1961/62 und 1995 der spätantike Silberschatz im Kastell Kaiseraugst zum Vorschein - vergleichbare Ensembles finden sich weltweit nur in den grossen Museen von Paris, London oder Berlin. Massen von Kleinfunden wie Knochen oder Münzen lassen sich zu spannenden Geschichten über den Alltag in der Vergangenheit verdichten und schärfen im Vergleich den Blick für heutige Lebensumstände. Die Mehrheit der mittlerweile 1,6 Millionen Objekte lagert allerdings in Depots, darunter Highlights wie ein noch nie als Ganzes präsentiertes Gladiatorenmosaik von 64 m2 Fläche oder 1460 Bronze-Fragmente, die sich zu vier monumentalen Statuen rekonstruieren lassen.
Zahlreiche Publikumsangebote wie das jährliche Römerfest, Erlebnisparcours für Schulen oder thematische Römer-Workshops machen Augusta Raurica mit 140.000 Besuchern zu einer der meistbesuchten Attraktionen der Nordwestschweiz. Mit dem vorhandenen archäologischen Material lassen sich die ersten 500 Jahre urbaner Geschichte der Region in umfassender Weise illustrieren - nämlich von der Gründung der Colonia Augusta Raurica unter Augustus bis zum frühchristlichen Bischofssitz in Kaiseraugst. Damit ein breites Publikum an dem erarbeiteten archäologischen Wissen beteiligt werden kann, bedarf es jedoch erweiterter Räumlichkeiten und einer umfassenden Präsentation des Kulturerbes von Augusta Raurica. In unmittelbarer Nähe der erhaltenen Monumente gelegen und thematisch klar positioniert, wäre das neue Römermuseum ein weiterer Pol in der Kulturlandschaft am Oberrhein.
Das Museumsprojekt fügt sich in eine umfassende Strategie für die Prosperität der Region ein. Ein Eckpfeiler ist das Entwicklungskonzept für Augusta Raurica, welches im Auftrag des Landrats von Basel-Landschaft die räumlichen Nutzungsbedürfnisse des Archäologischen Parks mit denjenigen der Gemeinde und des Verkehrs optimal in Einklang bringen soll. Das geplante Sammlungszentrum führt die heute in verstreuten Provisorien untergebrachten Funddepots zusammen und sichert die dringend notwendigen, modernen Arbeitsbedingungen für deren Bearbeitung und Erhaltung. Damit erbringt der Kanton erhebliche Vorleistungen für das künftige Museum.
Erst die Realisierung aller Etappen eröffnet den Weg zur Qualifizierung von Augusta Raurica als UNESCO-Weltkulturerbe. Angesichts vielfältiger Ansprüche und knapper Mittel kann die öffentliche Hand nicht alle Projekte gleichzeitig vorantreiben, so dass das Museumsprojekt in eine ferne Zukunft zu rücken droht. Mit der vorgesehenen Analyse möchte Pro Augusta Raurica die Diskussion um diesen Baustein konkretisieren und den Planungsprozess im Idealfall beschleunigen. Die Untersuchung wird sich daher sowohl auf das inhaltliche, gestalterische und vermittlungsdidaktische Potential, als auch auf erste Schätzungen der notwendigen Mittel für Erstellung und Betrieb erstrecken. Dabei werden Vergleiche und Lehren aus ähnlichen Projekten im In- und Ausland einbezogen. Die Dokumentation soll auch als Basis für Gespräche über alternative Finanzierungsmodelle und über Beitragsmöglichkeiten von Seiten privater Gönner-/innen, Stifter und institutioneller Sponsoren dienen.
Verständlich vermittelte und am Originalschauplatz nachvollziehbare Archäologie erzeugt Faszination und stärkt die kulturelle Identität - nicht zuletzt darauf stützt sich die Initiative der Stiftung Pro Augusta Raurica.
Abbildungen (Fotos Römerstadt AUGUSTA RAURICA):
Weitere Informationen: Ilse Rollé Ditzler, lic.rer.pol./M.A., Mitglied des Stiftungsrats Pro Augusta Raurica,

Gladiatorenmosaik aus Insula 30
, 9,8x6,55 m, in 15 Teilen zerlegt, eingelagert
Funddepot Grosssteinlager
Dr. Hansjörg Reinau, Präsident des Stiftungsrats Pro Augusta Raurica
Tel. +41 61 281 72 27, hansjoerg.reinau@unibas.ch
Tel. +41 79 482 50 99, rolleditzler@bluewin.ch