Abbildung:
Bruchstück eines Kochtopfes aus grobem, gebranntem Ton aus Augusta Raurica. Auf
der Scherbenoberfläche (hier die Innenseite des Topfes) ist links unten noch heute die
dunkelbraune Kruste erhalten, wo sich einst Getreidebrei (puls) eingebrannt hat. |
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Zutaten und Zubereitung (evtl. schon am Vortag): |
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| 7 dl |
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Wasser |
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| 2 dl |
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Weisswein (herb bis sauer) |
| 80 g |
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Vollkorn- oder Gerstenmehl |
| 50 g |
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Gerstenschrot |
| 50 g |
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Linsen (trocken) |
| 20 g |
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Butter |
| 2 EL |
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Olivenöl |
| + |
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Zwiebelringe, fein geschnitten |
| + |
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würzen nach "römischer" Vorliebe, z.B. mit Koriander, Pfeffer, Kümmel |
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Ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen, nötigenfalls Wasser oder
Wein zugeben |
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| + |
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feingeschnittener Lauch beigeben (oder auch Bohnen, Rüben usw.) |
| + |
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fein geschnittenes Pouletfleisch (Menge nach Belieben) |
| + |
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würzen mit frischen Kräutern nach "römischer" Art, z.B. mit Liebstöckel, Minze,
Selleriekraut |
| + |
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nötigenfalls abschmecken mit etwas Salz |
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Nochmals ca. 30 Minuten kochen lassen. Die puls schmeckt noch besser, wenn
sie am nächsten Tag aufgekocht und erst dann serviert wird. |
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Abbildung: Puls lässt sich mit wenig Aufwand, aber viel Geduld auch für ein
grosses Publikum zubereiten. Zwei Archäologinnen der Römerstadt Augusta
Raurica kochen das tägliche "Armeleuteessen" von damals - angereichert mit
leckerem Gemüse und etwas Hühnerfleisch - am Augster Römerfest für Hunderte
von hungrigen Besucherinnen und Besucher. |
Bemerkung:
Einfacher Getreidebrei (puls) war, zumindest in den Nord- und Westprovinzen des römischen Reiches, die Alltagsnahrung der einfachen Leute. Brot scheint unter der
Getreidenahrung eine weniger verbreitete Rolle gespielt zu haben, da dieses in Backöfen mit grossem Holzbedarf gebacken wurde, die in kommerziellen Bäckereien und nur selten
in Privathaushalten zur Verfügung standen. Breizubereitung hingegen war in jedem Haushalt möglich und ist durch eingebrannte Krusten auf Scherben von Kochtöpfen auch
hundertfach belegt.
Quelle:
M. Währen/Chr. Schneider (mit Beitr. v. S. Fünfschilling/A. R. Furger), Die puls. Römischer Getreidbrei. Augster Museumshefte 14 (Augst 1995); Rezeptur Alex R. Furger (für eine
Medienorientierung im Römermuseum Augst); in Anlehnung an Apicius, De re coquinaria (Über die Kochkunst), Buch 5,1 (Ausgabe Reclam, hrsg. von R. Maier [Stuttgart 1991] S.
72f.; Ausgabe Artemis, hrsg. von E. Alföldi-Rosenbaum [Zürich/München 19816] S. 43).
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