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Alex R. Furger/Sabine Deschler-Erb:
Das Fundmaterial aus der Schichtenfolge beim Augster Theater
(Forschungen in Augst 15)


Zusammenfassung

Im vorliegenden Band wird das Fundmaterial der Grabung "Augst, Theater-Nordwestecke, Neubau Kiosk" (1986.54 und 1987.54) vorgestellt und ausgewertet. Es handelt sich einerseits um 13989 Keramikfragmente sowie um zahlreiche nichtkeramische Artefakte und andererseits um 17'906 Tierknochen, die alle stratifiziert aus einer 4,5 m hohen Schichtenfolge beim nördlichen Abschluss der Bühnenmauer des Augster Theaters geborgen werden konnten. Zur chronologischen Auswertung und Gewinnung von genügend grossen Komplexen wurden die über 60 Schichten in 22 Phasen zusammengefasst. Nachdem der detaillierte Grabungsbericht mit Auswertung der Befunde bereits 1988 publiziert werden konnte, wird hiermit auch das Fundmaterial vorgelegt.

Der chronologische Rahmen wird abgesteckt durch zwei Dendrodaten von 2 bzw. 4 n.Chr. am Anfang der Schichtenfolge (Phase 1) und durch die Zerstörungsschichten des 3. Theaters (Phasen 16-21). Die Sedimente der Phasen 1-6 wurden anlässlich verschiedener Besiedlungsphasen vor dem Bau des 1. Szenischen Theaters abgelagert. Phase 7 markiert den Bau des 1. Theaters und Phase 12 mit grosser Wahrscheinlichkeit den Umbau in ein "Arenatheater" (= "2. Theater"). Die Phasen 8-11 gehören demnach in die Benutzungszeit des 1. Theaters, die - leider wenig ausgeprägten - Phasen 13-14 in jene des 2. Theaters. Der komplette Neubau des 3. Theaters erfolgte in Phase 15. Aus seiner Benutzungszeit fehlen an der Grabungsstelle Fundablagerungen. Die in Phase 16 zusammengefassten Schichten und Funde müssen mit dem Teilabbau der nördlichen Bühnenmauer in Zusammenhang gebracht werden, die hier bis auf die untersten Quaderlagen des Fundamentes abgetragen ist. Grosse Mauerteile der Cavea-Aufbauten sind während eines unbekannten Ereignisses (Phase 17) auf die Fundamente gestürzt. Als Ursache werden entweder Unterhöhlung und Destabilisierung bei den Abbrucharbeiten oder aber ein Erdbeben in Erwägung gezogen. Auf diesem Mauerschutt finden sich mehrere Kultur-, Brand- und Schuttschichten, die zu einem späten Steinbau vor der scenae frons gehören (Phasen 18-21). Im obersten Schichtpaket (Phase 22), vornehmlich Humusablagerungen, fanden sich Zeugnisse vom Ende der römischen Begehung bis in die Neuzeit.

Im archäologischen Teil der Untersuchung behandelt Alex R. Furger zuerst die nichtkeramischen Funde, die vor allem zu ergänzenden Interpretationen der Schichten und Befunde führen: Abfallprodukte einer Drechslerei in Phase 1, Halbfabrikate einer Bronzeschmiede in Phase 5/6? Schlacken und andere Reste einer Eisenschmiede in Phase 9, Nagelkonzentration als Folge von Schindelbedachung in den Phasen 13/14 und 19/20? Spuren einer Bronzegiesserei in Phase 20? Bauten mit Wandmalerei in Phase 12(?) und insbesondere Phasen 18-21. Ferner werden Werkzeuge, Wagenteile, Bratroste, Webgewichte, Stili, Bronzeinstrumente und ein mögliches Holzkästchen (Phase 16) sowie generell die relative Fibelhäufigkeit an verschiedenen Fundplätzen erörtert. Weitere Abschnitte sind den Lampen und den Militaria gewidmet: Die Tatsache, dass in der Augster Stratigraphie Bildlampen vor allem in den ersten Phasen und offene Lampen nur im mittleren Abschnitt vorkommen, und dass in den jüngeren Schichten die Lampen fehlen, bestätigt sich - jedenfalls als Trend - auch an anderen zum Vergleich beigezogenen Fundplätzen. Militaria fanden sich mindestens in den Phasen 3-10 (evtl. bis 12), also deutlich länger innerhalb des 1. Jahrhunderts, als man aufgrund des tiberisch-frühclaudischen Lagers in der Kaiseraugster Unterstadt annehmen würde.

In einem eigenen Beitrag erörtert Markus Peter die stratifizierten Fundmünzen und stellt im Vergleich zu den Keramikdatierungen vor allem in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts gewisse Retardierungen des Kleingeldumlaufs fest, die sich jedoch durchaus im Rahmen des bisher Bekannten halten und einmal mehr auf die teilweise langen Umlaufszeiten hinweisen. Leider hat nur Phase 5 mit fünf Münzen genügend Anhaltspunkte geliefert, die eine Ergänzung und Präzisierung der Keramikdatierung ins 6. Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts erlaubt. Als Einzelstücke interessant sind lediglich zwei Münzen: ein Dupondius aus Phase 10, der aufgrund der beidseitigen Gewebereste als der - bescheidene - Inhalt eines Geldbeutels gesehen werden muss und ein seltener subaerater Denar, eine wohl inoffizielle Fälschung eines Münzvorbildes des Jahres 68 n.Chr.

Den meisten Raum nehmen die Überlegungen zur Keramik, zu den relativen Anteilen der verschiedenen Gattungen und Formen, zur daraus abzuleitenden Interpretation der einzelnen Phasen und zur Chronologie ein. Sämtliche Entwicklungen und Abweichungen von der "normalen Vergesellschaftung", die auf die wechselnde Funktion und Nutzung des Theatervorplatzes (und nicht auf chronologische Entwicklungen) zurückzuführen sind, werden in einem eigenen Kapitel erläutert. Dabei wird u.a. eine deutliche Zäsur in der Zusammensetzung des keramischen Materials zwischen den Phasen 7 und 8 sichtbar, die wohl mit dem Bau des Theaters zusammenhängt. In den Phasen 14 und 21 fallen etwas erhöhte Anteile von Reliefsigillata auf. Ein besonderes funktionales Augenmerk wird auch auf das Verhältnis von Koch- und Ess-/Trinkgeschirr gelegt. Unterschiede zwischen einzelnen Phasen werden z.B. mit den einzelnen Gutshofarealen von Seeb verglichen, um möglichen unterschiedlichen Nutzungen (Wohnzone, Wirtschaftsareal, Planie-/Schuttmaterial, Verpflegung auf öffentlichem Platz usw.) auf die Spur zu kommen. Derartige mengenstatistische Vergleiche müssten noch vermehrt durch scharf umrissene und funktional deutbare Fundensembles abgestützt werden, um verlässlichere Interpretationen wagen zu dürfen.

Im Abschnitt über die chronologischen Aussagemöglichkeiten der Keramik wird einerseits auf die Entwicklung der Einzelformen und Varianten eingegangen. Bei der Terra sigillata bestätigt sich auch in Augst anhand des phasenweisen Detailvergleichs, dass die meisten TS-Formen, falls sie längere Zeit in Mode waren, einem Wandel hin zu dickerer Wandung und flauer Profilierung unterworfen waren.

Die Reliefsigillata wurde, wie bereits in der Einleitung erwähnt, nicht vollständig und im Detail auf Punzen und mögliche Töpfer hin untersucht. Eine Zusammenstellung der häufigsten Dekorelemente in ihrer Verteilung auf die 22 Phasen ist als Versuch zu werten, kleine Fragmente und grosse Fundmengen mit einfachen statistischen Methoden zu erfassen und grob in verschiedene "Zeitstile" einzugliedern.

Bei der Gebrauchskeramik wird wiederholt auf die lokale Produktion in Augst/Kaiseraugst eingegangen. Obwohl viele dieser Typen fast nur innerhalb der Colonia Raurica vorkommen, erweisen sich doch einige als ebenso den Modewandlungen unterworfen wie die Importkeramik (Sigillata, Rheinische Glanztonware usw.). Besonders gewisse frühe TS-ähnliche Schüsseln, Kochtöpfe, Wandknickschüsseln und späte lokal gefertigte Becher erlauben eine recht genaue Datierung, was besonders in der Sigillata-armen Zeit des späteren 2. und vor allem des 3. Jahrhunderts willkommen ist. Weniger formale Veränderungen erfuhren die Tonnen, Schultertöpfe, Kragenrandschüsseln, Backplatten, Krüge und Reibschüsseln.

Andererseits erwies sich die statistische Auswertung der Formen- und Gattungsanteile als sehr aufschlussreich: Wie die Keramikforschung der letzten Jahre schon in Baden und Oberwinterthur statistisch nachzeichnen konnte, zeigen auch in Augst die Anteile der Arretina, TS-Imitation und Glanztonware wechselnde, typische Veränderungen, die es sogar erlauben, Fundensembles lediglich aufgrund der Gattungsanteile einigermassen zeitlich einzuordnen. Auch wenn die Trends im östlichen Mittelland, in der Nordwestschweiz (Augst) und im westlichen Mittelland bis an den Genfersee dieselben sind, zeigen doch unsere Feststellungen bei den Anteilen der Sigillata-Imitation, dass solche Vergleiche nur innerhalb einer Fundregion statthaft sind. Gerade die TS-Imitation war in gewissen Regionen des schweizerischen Mittellandes ausserordentlich beliebt und auch langlebig - viel mehr als in Augst. Daneben zeigen aber auch die relativen Anteile der (Glanzton-)Becher, Kochtöpfe, Backplatten und Dolien, dass diese Gefässe besonders früh (Dolien) bzw. vor allem in der Spätzeit in Mode waren, was wohl mit Änderungen in Wirtschaft und Haushalt oder der Ess- und Trinksitten zusammenhängen mag (ähnliche Feststellungen liessen sich für die ebenfalls nicht immer gleich häufigen Lampen und Fibeln machen, die mit möglichen Änderungen in der Beleuchtungstechnik bzw. in der Tracht in Zusammenhang gebracht werden).

Besonders ergiebig sind die Vergleiche der Mengenverhältnisse unter den verschiedenen Sigillata-Formen. Das allmähliche Ablösen der Typen manifestiert sich in Phasen von parallelem Vorkommen und Trends von Zunahme und Rückgang. Im Vergleich mit anderen Stationen wird einerseits eine annähernd absolute Datierung der Augster Phasen ermöglicht, andererseits lässt sich aber feststellen, dass sich in verschiedenen Militärstationen des 1. und frühen 2. Jahrhunderts neue Formen rascher breit machen konnten und Altstücke seltener sind als in Zivilsiedlungen wie Augst. Diese Retardierung in Augst zeigt sich besonders deutlich am Beispiel der Reliefschüsseln Drag. 37, die nur sehr zögernd und über mehrere Phasen hinweg die Vorläufer Drag. 29 verdrängen konnten. Es scheint, dass das Militär rascher und in grösseren Quantitäten mit "moderner" Importware versehen wurde als Städte und Villen und dass wohl in den Lagern Altstücke rascher zu Bruch gingen als anderswo.

Im Abschnitt über Vergleichsstationen werden relativ kurz belegte Siedlungen, Militärlager und andere Komplexe sowohl detailtypologisch als auch im Gesamtspektrum mit den Ensembles der Augster Phasen verglichen. Ziel dabei ist es, die Komplexe miteinander zu korrelieren und in eine relativchronologische Beziehung zueinander zu bringen. Diese Vergleiche führten schliesslich zu den Zeitangaben für die einzelnen Augster Phasen, die sich zum Teil auf absolut datierte Stationen stützen. Dabei fällt auch verschiedentlich die - bereits erwähnte - Retardierung bei Sigillata-Formen in Augst im Vergleich zu einzelnen Militärstationen auf.

Ausblicke über die Bewertung der Fundstelle und ihrer wechselnden Funktion an der Nordwestecke des Theaters im Laufe des 1. bis 3. Jahrhunderts und über die Zeit der allmählichen Aufgabe und Zerstörung der Oberstadt von Augusta Rauricorum runden den archäologischen Teil der Arbeit ab.

Die 22 Phasen umfassende Schichtenfolge der Grabung an der Nordwestecke des Augster Theaters bietet für eine osteologische Untersuchung (Sabine Deschler-Erb) die einmalige Möglichkeit, an einem öffentlichen Platz einer provinzialrömischen Koloniestadt sowohl die wechselnde Verwendung von tierischen Produkten als auch die Entwicklung der Tiere selbst vom 1. bis ins 3. Jahrhundert im Detail zu verfolgen:

Beim Tierartenspektrum fällt die absolute Dominanz der Rinderknochen bis und mit Phase 12 auf, die im Zusammenhang mit einem spätkeltischen Einfluss gesehen wird. Während in den Phasen 2 und 3 eine Hornmanufaktur die hohen Rinderanteile bewirkt, sind dies in den Phasen 4 bis 11 (evtl. bis 12) Räucherwarenabfälle. Abfälle solcher Produkte, aber vom Schwein, fanden sich in viel geringerer Menge in den Phasen 6-8, evtl. auch in den Phasen 4-5 und 10-11. Es dürfte sich hierbei um die Hinterlassenschaft einer oder mehrer Tabernen der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts handeln, in denen sich Passanten oder Besucher des Theaters verköstigen konnten. Während in den Phasen 13-14 schlagartig die Schweineknochen den grössten Anteil der Tierknochen ausmachen, sind in den folgenden Phasen wieder die Rinderknochen am häufigsten anzutreffen, allerdings mit sinkender Tendenz. Der abrupte Wechsel in den Phasen 13-14 zugunsten der Schweineknochen könnte damit zusammenhängen, dass nach dem Abbrechen des Verkaufs von Geräuchertem aus Rindfleisch - gleichzeitig mit der Umgestaltung des Theaters in ein Arenatheater - eine Taberne nun Schweinefleisch zum Verzehr anbot, was einem veränderten Geschmack der Passanten entsprach. In Phase 13 fanden sich auch Abfälle einer Rinder-, in Phase 14 solche einer Ziegenhornmanufaktur.

In den folgenden Phasen besteht das Tierknochenmaterial nur noch aus gewöhnlichen Speiseabfällen, und osteologische Zeugnisse von Handwerkern oder Räuchereien treten kaum mehr in Erscheinung.

Neben den drei wichtigsten Haustierarten Rind, Schaf/Ziege und Schwein machen die übrigen Tierarten in allen Phasen einen Anteil unter 5 % aus. Wesentlich ist bei den Hühner-, Gänse- und Wildtierknochenanteilen ein spürbare Zunahme vom Ende des 1. bis ins 3. Jahrhundert, die im Zusammenhang mit der fortschreitenden Romanisierung der Bevölkerung gesehen wird. Auch anhand der Altersstruktur bei den Schweine- und Schaf/Ziegenknochen ist in dieser Zeit eine Verbesserung des Lebensstandardes zu erkennen.

Als Ergebnis der Massauswertung lässt sich für die männlichen Rinder eine Grössenzunahme im Verlaufe der Zeit feststellen, welche bei den Kühen nicht zu beobachten ist. Bei den Schweinen und Schafen/Ziegen ist anhand der Knochenüberreste keine Leistungszucht zu beobachten.

In einem kurzen Exkurs (¨ff.) berichtet Max Währen über seine Untersuchungen an Krusten von Getreidespeisen an Kochkeramik. In mehreren Fällen zeigte sich eine "Imprägnierung" der Gefässinnenseite mit einem dünnen Belagsfilm einer feinen Mehlsuppe, wie dies auch an neolithischer Keramik festgestellt werden konnte. Bei zwei Kochnäpfen und einem Kochtopf fanden sich auf dieser Mehlsuppenschicht Reste von Getreidebrei bzw. puls.

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Résumé

Cet ouvrage est consacré au matériel issu de la fouille de l'angle nord-ouest du théâtre d'Augusta Rauricorum, menée dans le cadre de la reconstruction du kiosque (1986.54 et 1987.54). Il s'agit de 13'989 tessons, d'un très grand nombre de productions non céramiques et de 17'906 ossements animaux, récoltés en couche dans une séquence stratigraphique haute de 4,5 mètres, à l'extrémité nord du mur de scène du théâtre d'Augst. Pour l'exploitation chronologique, les quelque 60 couches ont été regroupées en 22 phases afin d'obtenir des ensembles archéologiques suffisamment importants. Après la parution, en 1988 déjà, du rapport de fouille détaillé, le matériel mis au jour est à son tour publié.

Deux datations dendrochronologiques au début de la séquence (2 et 4 ap. J.-C.) d'une part et les couches de destruction du troisième théâtre (phases 16-21) d'autre part délimitent le cadre chronologique. Les sédiments des phases d'occupation 1-6 ont été aménagés avant la construction du premier théâtre scénique. La phase 7 correspond à sa construction, tandis que la phase 12 se rattache très vraisemblablement à la transformation en "théâtre à arène" (="deuxième théâtre"). Les phases 8-11 constituent donc la période d'occupation du premier théâtre et les phases 13-14 - malheureusement mal caractérisées - celle du deuxième. La reconstruction complète du troisième théâtre a eu lieu dans la phase 15. Il n'existait pas de remblais correspondant à son utilisation dans le périmètre fouillé. Les couches que regroupe la phase 16 sont à mettre en relation avec la démolition partielle du mur de scène nord, démonté à cet endroit jusqu'aux blocs de fondation inférieurs. De grands pans de murs de la cavea se sont effondrés (phase 17): à l'origine de cet événement, on peut envisager une destabilisation engendrée par les travaux, à moins qu'il ne se soit agi d'un tremblement de terre. Sur ces déblais, on trouve plusieurs couches d'occupation, d'incendie et de démolition qui se rattachent à une construction tardive devant la scenae frons (phases 18-21). Dans l'ensemble de couches supérieur (phase 22), essentiellement composé d'humus, on a trouvé des éléments allant de la fin de l'occupation romaine à l'époque moderne (pour un résumé sur la chronologie et les datations).

Dans la partie archéologique de cette étude, Alex R. Furger traite dans un premier temps des découvertes non céramiques, qui amènent essentiellement à préciser l'interprétation des couches et des vestiges: déchets en bois d'un atelier de tourneur dans la phase 1, produits en cours de fabrication d'un atelier de forgeur de bronze dans la phase 5/6?, scories et autres résidus en fer d'une forgerie dans la phase 9, concentration de clous liée à la pose d'une couverture de bardeaux dans les phases 13/14 et 19/20?, traces d'un atelier de fondeur de bronze dans la phase 20(?), vestiges de peintures murales dans les phases 12(?) et surtout 18-21. Il est par ailleurs question des outils, éléments de véhicules, grils, pesons de tisserands, stylets, instruments de bronze, d'une éventuelle caissette en bois (phase 16), ainsi que, d'un point de vue général, du nombre relativement élevé des fibules sur plusieurs sites. D'autres chapitres traitent des lampes et des objets militaires: on constate ainsi que la stratigraphie d'Augst recèle des lampes à motifs dans les premières phases d'occupation surtout, alors que les lampes ouvertes n'interviennent que dans les horizons médians et que l'on ne trouve pas de lampes dans les couches tardives, tendance que confirme la comparaison avec d'autres sites. Les objets militaires sont attestés dans les phases 3-10 (voire jusqu'à 12), donc sensiblement plus longtemps au sein du 1er siècle que l'on ne l'admettait jusque là sur la base du camp de l'époque tibérienne et claudienne précoce situé dans la basse ville de Kaiseraugst.

Markus Peter présente les monnaies stratifiées dans un chapitre à part, où il constate sur la base des datations données par la céramique certaines lenteurs dans la circulation des monnaies, particulièrement dans la seconde moitié du 1er siècle: les écarts restent cependant encore tout à fait normaux et prouvent simplement une fois de plus la longue durée de vie des monnaies mises en circulation. Seules les cinq monnaies de la phase 5 sont en nombre suffisant pour permettre de préciser la datation donnée par la céramique, entre 60 et 70 ap. J.-C. Deux monnaies sont par ailleurs intéressantes en tant que telles: un dupondius de la phase 10, que des restes textiles sur ses deux faces permettent d'interpréter comme le contenu - modeste - d'une bourse, ainsi qu'un denier fourré rare, qui fait vraisemblablement partie d'une émission non officielle de l'an 68 ap. J.-C.

L'étude de la céramique (proportions des groupes et des formes, interprétation chronologique des différentes phases) occupe la plus grande part de cet ouvrage. Les spécificités de ce matériel par rapport au "faciès normal", liées aux changements de fonction et d'utilisation de cet espace (et non pas à l'évolution chronologique), sont exposées dans un chapitre indépendant. On y constate entre autres une césure nette dans la composition du matériel entre les phases 7 et 8, à mettre certainement en relation avec la construction du 1er théâtre. Dans les phases 14 et 21, on trouve de la terre sigillée ornée en proportions légèrement plus élevées que dans les phases antérieures. L'accent est par ailleurs mis sur l'aspect fonctionnel des quantités de vaisselle de cuisine et de table: les variations entre les phases sont ainsi mises en comparaison avec les différentes zones de la villa de Seeb, dans le but de relever d'éventuelles distinctions fonctionnelles (zones d'habitation, zones artisanales, matériel de remblais, approvisionnement sur une place publique). Pour être plus fiables, de telles comparaisons statistiques mériteraient cependant d'être élargies à d'autres ensembles bien sériés dont l'attribution est connue.

Dans le chapitre traitant des apports chronologiques de cette céramique, il est question du développement des formes et des variantes. Pour la terre sigillée, une comparaison chronologique détaillée permet de constater qu'à Augst également, la plupart des formes qui sont restées longtemps à la mode deviennent de plus en plus grossières, avec des parois épaisses et des profils mous.

Comme il l'a été dit plus haut (voir ci-dessus, note 8), la terre sigillée ornée n'a pas fait l'objet d'une étude approfondie jusque dans le détail des poinçons et des potiers possibles. A titre expérimental, il a été tenté de mettre en relation les décors les plus fréquents et leur répartition dans les 22 phases, en traitant les petits fragments et les grosses quantités de matériel avec des méthodes statistiques simples et en les regroupant par "périodes stylistiques".

Pour la céramique commune, il est plusieurs fois question de la production locale d'Augst et Kaiseraugst. Bien que nombre de ces types n'existent presque que dans la Colonia Raurica, on y retrouve parfois les changements liés à la mode que l'on constate dans la céramique importée (terre sigillée, céramique à revêtement argileux rhénane, etc.). Les bols proches de la TS, les pots à cuire, les bols carénés et les gobelets locaux tardifs particulièrement permettent une datation relativement précise, ce qui est fort bienvenu dans les horizons pauvres en sigillée de la fin du 2e et surtout du 3e siècle. Les tonneaux, pots épaulés, bols à marli, plats à cuire, cruches et mortiers n'ont par contre subi que peu de modifications de forme.

L'exploitation statistique des formes et des proportions des groupes a par ailleurs été très fructueuse: comme les études céramologiques l'ont déjà montré ces dernières années à Baden et à Oberwinterthur, les proportions d'arétine, de TSI ou de céramique à revêtement argileux subissent à Augst aussi des modifications caractéristiques, à tel point que l'on peut presque sérier des ensembles chronologiquement sur la seule base des proportions entre les groupes. Même si les tendances restent les mêmes dans la partie orientale du Plateau, au nord-ouest de la Suisse (Augst), ainsi qu'à l'ouest du Plateau, jusqu'au lac Léman, nous constatons cependant pour ce qui est des proportions de TSI que la comparaison ne vaut qu'au sein d'une même région. En effet, la TSI a été très appréciée et longtemps utilisée dans certaines parties du Plateau suisse - beaucoup plus qu'à Augst. De plus, les proportions relatives de gobelets (à revêtement argileux), de pots et d'assiettes à cuire ainsi que de dolia montrent que de tels récipients étaient à la mode particulièrement tôt (dolia) ou au contraire tard, ce qui est vraisemblablement lié à des modifications économiques et domestiques, ou à des changements d'habitude alimentaires (on a constaté pour les lampes à huile et les fibules, dont la fréquence est d'ailleurs également variable, le même phénomène, lié probablement à des modifications dans les techniques d'éclairage, resp. dans l'habillement).

L'étude statistique des différentes formes de terre sigillée a été particulièrement concluante. Le remplacement progressif des types se manifeste dans des phases où ils apparaissent conjointement et dans leur tendance à la progression ou au retrait. La comparaison avec d'autres camps a permis une datation absolue des phases d'Augst; on a constaté par ailleurs, que dans plusieurs établissements militaires du 1er et du début du 2e siècle, les formes nouvelles se diffusaient plus rapidement et les formes anciennes étaient plus rares que dans des colonies civiles telles qu'Augst. Dans ce dernier cas, le retard est particulièrement sensible dans le cas du bol orné Drag. 37, qui a supplanté son précurseur le Drag. 29 de façon très hésitante, sur une durée couvrant plusieurs phases. Il semble que l'armée ait été plus rapidement et plus massivement pourvue en importations "modernes" que les villes et villas, et que les objets anciens étaient plus rapidement éliminés dans les camps.

On trouve ensuite un chapitre concernant les stations prises en comparaison, où les phases d'Augst sont mises en parallèle avec des sites brièvement occupés, des camps militaires et d'autres ensembles, du point de vue typologique de détail aussi bien que sur le faciès général. Le but était de mettre en corrélation les ensembles dans une perspective de chronologie relative. Ces comparaisons ont enfin permis de dater les différentes phases d'Augst, qui reposent en partie sur des stations datées absolument.

Quelques indications sur l'interprétation du site fouillé et sa fonction changeante à l'angle nord-ouest du théâtre du 1er au 3e siècle, puis lors de l'abandon progressif et la destruction de la ville haute d'Augusta Raurica achève la partie archéologique de l'ouvrage.

Cette séquence stratigraphique riche de 22 phases a offert la possibilité unique, sur la place publique d'une colonie provinciale romaine, d'effectuer de façon détaillée une analyse ostéologique (Sabine Deschler-Erb) portant sur les changements d'utilisation et la fabrication de produits animaux aussi bien que sur l'évolution des animaux eux-mêmes, du 1er au 3e siècle: dans l'éventail des espèces animales, on constate la prédominance absolue des ossements de boeuf jusqu'à la phase 12 inclue, à rattacher à une influence celtique tardive. Alors que les cornes utilisées dans une manufacture constituent la plus grande partie des ossements dans les phases 2 et 3, dans les phases 4 à 11 (év. 12), ces derniers sont des déchets de marchandise fumée. Les déchets de pièces de porc fumées ont été retrouvés en des proportions nettement moindre dans les phases 6-8, et peut-être dans les phases 4-5 et 10-11. Ces déchets pourraient provenir d'une ou plusieurs tavernes de la 2e moitié du 1er siècle où se seraient alimentés des passants ou des spectateurs venus au théâtre. Alors que dans les phases 13-14, les ossements de porc constituent subitement la majorité des restes animaux, les ossements de boeufs reprennent à nouveau le dessus dans les phases ultérieures, avec néanmoins une tendance à la baisse. Le brusque changement intervenu dans les phases 13-14 pourrait être lié au fait qu'avec l'interruption du commerce de viande fumée de boeuf - contemporain de la transformation du théâtre en un théâtre à arène - une taverne aurait dès lors servi principalement de la viande de porc, répondant à un changement de goût des passants. On a par ailleurs retrouvé les traces d'une manufacture de cornes de boeuf dans la phase 13 et de chèvre dans la phase 14.

Dans les phases suivantes, les restes osseux proviennent exclusivement des déchets alimentaires courants.

A côté des animaux domestiques les plus importants (boeuf, mouton/chèvre et porc), les autres espèces animales ne constituent que 5 % de l'ensemble, sur toutes les phases. On constate surtout une augmentation sensible des ossements de poules, oies et gibier de la fin du 1er au 3e siècle, qui va de pair avec la progression de la romanisation de la population. Sur la base de l'âge des porcs et des moutons et chèvres indiqués par leurs ossements, on constate une amélioration du niveau de vie.

L'étude métrique des os indique une augmentation de taille chez les boeufs au cours des siècles, que l'on ne constate par contre pas chez les vaches. Pour ce qui est des porcs et des chèvres/moutons, les ossements ne révèlent pas d'élevage intensif.

(traduction Catherine May Castella)


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