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Zusammenfassungen / Summaries / Résumées
 

Debora Schmid:
Die römischen Mosaiken aus Augst und Kaiseraugst
(Forschungen in Augst 17)


Zusammenfassung

Im ersten Teil dieser Arbeit werden sämtliche Mosaiken aus Augst und Kaiseraugst detailliert vorgestellt. Getrennt nach öffentlichen und privaten Gebäuden in der Augster Oberstadt sowie in der Kaiseraugster Unterstadt, umfasst dieser topographische Teil sowohl den Katalog und die Mosaikbeschreibung als auch die Befunde der dazugehörenden Gebäude und Räume sowie das Fundmaterial, die Wandmalerei und die Bestimmung des Tesseramaterials. Ausserdem werden die Datierung nach dem archäologischen Befund sowie die stilistische Einordnung der einzelnen Mosaiken behandelt.

In einem zweiten Teil werden die Ergebnisse zu den einzelnen Mosaiken zusammengefasst und in einer Synthese nach verschiedenen Kriterien ausgewertet.

In Augusta Rauricorum lassen sich 47 Mosaikböden nachweisen. Die meisten Böden fanden sich in den privaten Wohn-, Handels- und Handwerkerquartieren der Augster Oberstadt; von den öffentlichen Gebäuden waren lediglich die Thermen mit Mosaiken ausgestattet. Von 53 erfassten Insulae in der Oberstadt weisen nur gerade 14 private Quartiere Mosaiken auf. Sie konzentrieren sich auf wenige, teilweise mit mehreren Böden luxuriös ausgestattete Gebäude und nur vereinzelt auf Handwerkerhäuser. Im Verhältnis zur Grösse und Bedeutung der Stadt erstaunt die recht geringe Zahl von Gebäuden mit Mosaikausstattung; anscheinend leistete sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung in Augusta Rauricorum diesen Luxus.

Im Gegensatz zur Oberstadt fehlen in der Kaiseraugster Unterstadt Mosaiken. Diese Fundleere dürfte mit der bereits aufgrund anderer Fundgattungen gemachten Beobachtung zusammenhängen, dass hier eine einfachere Bevölkerung lebte.

Die Mosaiken waren einerseits in den öffentlichen und in privaten Badeanlagen verlegt, andererseits in Wohnräumen, die teilweise beheizbar waren und demnach ganzjährig genutzt werden konnten.

Erwartungsgemäss fanden sich die grössten Räume mit Mosaiken in den öffentlichen Thermen; ebenfalls stattliche Ausmasse hatten in den Privathäusern Oeci und Repräsentationsräume sowie die Portiken. Meist kleine Ausmasse wiesen die wohl als Wohn- oder Schlafzimmer anzusprechenden Mosaikräume auf.

Der Erhaltungszustand der Mosaiken liess erkennen, dass frühe Böden meist bereits zerstört, spätere erwartungsgemäss besser erhalten waren. Einige Böden zeigen, dass ihre Zerstörung mit der Auflassung der Häuser mit Bränden um 274 n.Chr. einherging. Bei den zahlreichen Einzelfunden von Mosaikfragmenten und Tesserae in Gebäuden, in denen kein Mosaik nachgewiesen ist, dürfte es sich um Überreste von Böden handeln, die nicht bis zur endgültigen Auflassung der Stadt in Gebrauch blieben, sondern Abbrüchen oder Umbauten zum Opfer fielen.

Die auf archäologischem Wege gewonnenen Aussagen zur Datierung der Mosaiken aus Augst und Kaiseraugst entsprechen in etwa der stilistischen Einordnung. Obwohl die Datierung sowohl nach dem archäologischen Befund als auch aufgrund stilistischer Vergleiche oft nur sehr weit gefasst werden konnte, zeichnen sich fünf chronologisch trennbare Gruppen von Mosaiken ab: Die frühesten Böden gehören in die Zeit des späteren 1. bis früheren 2. Jahrhunderts, d.h., der Beginn der Mosaiken in Augst fällt etwa mit dem Wechsel vom Holz- und Fachwerk- zum Steinbau in der Mitte des 1. Jahrhunderts und vor allem in flavischer Zeit zusammen. Die zweite Gruppe lässt sich ins 2. Viertel des 2. Jahrhunderts und die dritte um oder kurz nach der Jahrhundertmitte datieren. Die Mehrheit der Mosaiken weist ins spätere 2. bis frühere 3. Jahrhundert und bildet als vierte Gruppe den Höhepunkt der Augster Mosaikkunst. Sicher erst im 3. Jahrhundert verlegt worden sind die Böden der fünften Gruppe. Das Ende der Mosaikherstellung dürfte um die Mitte des 3. Jahrhunderts anzusetzen sein; einzig ein Mosaikfragment aus den im späteren 3. Jahrhundert erbauten Kastellthermen in Kaiseraugst könnte aus dieser Zeit stammen. Der Befund lässt allerdings eher an eine sekundäre Verschleppung denken.

Die Mosaiken aus Augusta Rauricorum zeichnen sich von Anfang an durch eine Vorliebe für geometrische, meist flächendeckende Muster aus, die in späterer Zeit mit Rosetten, Ranken oder Flechtbändern kombiniert sein können. Das Gladiatorenmosaik ist sowohl vom Motiv als auch von der Qualität her eine Ausnahme; zwar sind wenige Reste von weiteren figürlichen Mosaiken überliefert, sie unterscheiden sich aber in ihrer Einfachheit vom Gladiatorenmosaik. Generell zeichnen sich die Mosaiken aus Augusta Rauricorum durch eine zurückhaltende Farbgebung und ein starkes Hervortreten des weissen Grundes aus. Figürliche Darstellungen sind selten, mythologische Bilder fehlen ganz. Vegetabile Muster sind hingegen zahlreich belegt und können teilweise aufgrund ihrer singulären Form - wie auch einzelne Kompositionen von geometrischen Rapporten - als Charakteristika lokaler Mosaizisten oder Werkstätten angesprochen werden.

Die Mosaiken aus Augst und Kaiseraugst lassen verschiedene Einflüsse und Beziehungen zu den bekannten Werkstattkreisen erkennen: Die frühen Böden sind erwartungsgemäss stark von italischen Mosaiken beeinflusst, für die späteren lassen sich sowohl Verbindungen zu den Trierer und rheinischen Werkstattkreisen als auch zu denjenigen des Rhonetals nachweisen; die Qualität der Böden aus diesen Zentren wird in Augusta Rauricorum allerdings nur sehr selten erreicht, dies im klaren Unterschied zu den Westschweizer Mosaiken.

Die Bettung entspricht etwa derjenigen der übrigen Schweizer Mosaiken und kommt der Beschreibung von Vitruv bis auf die etwas weniger dicken Unterlagen sehr nahe. Ein Aspekt, der bei Vitruv unerwähnt bleibt, sind auf Hypokaustkonstruktionen verlegte Mosaiken, bei denen das Statumen, d.h. die unterste Lage der Bettung, fehlt und durch die Suspensuraplatten ersetzt wird.

Über die Häufigkeit der Technik von vorfabrizierten Mosaikteilen können die beiden einzigen Augster Belege keinen Hinweis geben; es muss beim derzeitigen Forschungsstand damit gerechnet werden, dass die Mehrheit der hiesigen Böden direkt an Ort verlegt wurde. Das in Augusta Rauricorum verwendete Tesseramaterial lässt aufgrund von Grösse und Form nur wenige Gesetzmässigkeiten erkennen. Das Gladiatorenmosaik, das zweimal hintereinander repariert wurde, zeigt zwar eine Zunahme der Tesseragrösse im Verlaufe der Zeit, die Mehrheit der Mosaiken aus Augst und Kaiseraugst bestätigt diese Beobachtung aber nicht. Erwartungsgemäss zeigt sich vielmehr, dass geometrische Muster eher mit grösseren, figürliche meist mit kleineren Tesserae gesetzt sind. Die Tesserae zeigen aber im Verlauf der Zeit Unterschiede in ihrer Form: Die Mosaiken des späteren 1. bis früheren 2. Jahrhunderts weisen stiftförmige Tesserae auf. Würfelförmige Tesserae werden nach der Mitte des 2. Jahrhunderts üblich und auch bei Mosaiken des späteren 2. bis früheren 3. Jahrhunderts verwendet. Quaderförmige Tesserae sind nur für gewisse Böden derselben Zeit charakteristisch. Ob diese Form chronologisch bedingt ist oder ob sich dahinter eine bestimmte Werkstatt versteckt, muss allerdings offenbleiben. Bei den an zwei Mosaiken beobachteten Reparaturen im 3. Jahrhundert sind die Tesserae etwas grösser als diejenigen der Originalböden.

Die Palette des Tesseramaterials ist vielfältig: Mehr als zwei Drittel aller Varianten bestehen aus Sediment- oder Eruptivgestein, daneben finden sich vereinzelt Marmore und Prasinite aus der Gruppe der metamorphen Gesteine; ferner treten Glas, Keramik ohne Überzug und Terra Sigillata auf. Das Gladiatorenmosaik aus der Insula 30 weist mit 47 verschiedenen Farb- und Materialnuancen die breiteste Palette an verschiedenen Materialien und Farben auf; die restlichen Mosaiken sind weniger facettenreich. Marmor wurde nur gerade in fünf Mosaikenkomplexen verwendet; Glas findet sich nur in zwei Mosaiken in Augst und beschränkt sich auf die figürlichen Motive. Orange Keramik ist auf das Gladiatorenmosaik beschränkt, Terra Sigillata auf zwei Böden aus der Insula 28 und auf diejenigen aus der Insula 30. Bei den mehrheitlich von Reliefschüsseln der Form Drag. 37 stammenden Tesserae, die einen recht genauen Terminus post quem für die Verlegung der beiden Mosaiken ergeben, entspricht die Seite des Reliefs nicht immer der Schauseite, vielmehr ist bei einigen Tesserae die Seite des tongrundigen Bruchs abgenützt, d.h. abgetreten.

Die Mehrheit des Tesseramaterials wurde aus einheimischem Kalkstein gewonnen, das in Steinbrüchen und Aufschlüssen der nächsten Umgebung von Augst ansteht. Die Marmore und Prasinite dürften hingegen importiert sein.

Glas und Marmor treten in Augst in den Mosaiken des späteren 2. bis früheren 3. Jahrhunderts auf. Keramiktesserae ohne Überzug sind nur in der jüngeren Reparatur des Gladiatorenmosaiks aus der Insula 30 nachgewiesen, die im fortgeschrittenen 3. Jahrhundert erfolgte. Tesserae aus Terra Sigillata treten dagegen bereits um die Mitte des 2. Jahrhunderts auf, also früher, als bisher für die Schweizer Mosaiken festgestellt werden konnte.

Die Verwendung bestimmter Materialien und Farben innerhalb des Tesseramaterials lässt sich nur gerade beim Gladiatorenmosaik aus der Insula 30 chronologisch auswerten: In den beiden Reparaturen wurden nicht dieselben Materialien und Farben eingesetzt wie im Originalboden, was mit der wirtschaftlichen und politischen Lage zur Zeit der Reparaturen zusammenhängen könnte. Unter den übrigen polychromen Mosaiken beschränkt sich aber kein einziger Boden auf das nur in einer der drei Partien des Gladiatorenmosaiks verwendete Tesseramaterial. Deshalb ist damit zu rechnen, dass zur Zeit der Verlegung der polychromen Mosaiken, also im späteren 2. bis früheren 3. Jahrhundert, den Mosaizisten dieser Böden dasselbe Tesseramaterial zur Verfügung stand.

Einzelne Kombinationen deuten auf eine gemeinsame Werkstatt: Der grüne Prasinit beispielsweise tritt immer zusammen mit Marmor kombiniert auf; Zweistrangflechtbänder wurden immer mit demselben Gelb- und Rotton gesetzt.

Im Stadtgebiet von Augusta Rauricorum gefundene Fragmente von runden bis ovalen Glaskuchen können als Halbfabrikate von Glastesserae angesprochen werden; sie zeigen, dass diese in Augst und Kaiseraugst hergestellt worden sind. Allerdings ist nur für die dunkelgrünen Glaskuchen zu vermuten, dass sie hier produziert wurden; bei den restlichen dürfte es sich um Importe beispielsweise aus dem Rheinland handeln. Die Verbreitung der Glastesserae derselben Farben, aber auch von Glastesserae anderer Farbgebung lässt vermuten, dass sich in einem Gebäude im Zentrum der Stadt die Werkstatt eines Mosaizisten befand. Auffällig ist die Tatsache, dass die Einzelfunde von Glastesserae keinerlei Abnützungsspuren zeigen und somit nie verlegt waren. Eine weitere Konzentration von Glastesserae in der Region 2,E am Fusse des Kastelenhügels deutet auf das Depot eines Mosaizisten hin.

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Summary

In the first part of this study, all mosaics from the Roman colony of Augusta Rauricorum are described in detail. This includes those of the upper town (Augst), and the lower town (Kaiseraugst) and the Castellum Kaiseraugst. The distinction is made between public and private buildings in both parts of the town. This topographical section provides a catalogue and description of the mosaics, and presents the buildings and rooms that form their archaeological contexts, the associated finds and wall paintings, as well as an analysis of the tesserae. The dating of the mosaics according to the archaeological contexts and stylistic classification is also discussed.

In the second part, the results of studies on individual mosaics are brought together and the overall picture is analysed according to various criteria.

There is evidence of 47 mosaic floors at Augusta Rauricorum. Most of these were found in the residential, trading and craft areas of the upper town of Augst. The only public buildings known to contain mosaics were the public baths. Out of a total of 53 known insulae in the upper town a mere 14 had mosaics, all associated with living quarters. In contrast to the upper town, mosaics seem to be absent in the lower town of Kaiseraugst. This apparent absence is paralleled by a dearth of other types of finds and seems to suggest that a poorer section of the population might have lived there.

The mosaics are concentrated in a few luxuriously furnished houses, some of which had several mosaic floors. Only occasionally do mosaics appear in craftsmen's houses. Considering the size and importance of the town, the small number of houses with mosaics is surprising. It seems that only a small portion of the population of Augusta Rauricorum spent money on this kind of luxury.

Mosaics were used to floor both public and private baths and living quarters, some of which were heated and could thus be comfortably used all year round.

As could be expected, the largest rooms with mosaics were in the public baths; other sizeable rooms with mosaic floors were oeci, rooms for entertaining, and portici in private houses. Smaller mosaics probably belonged to living- and bedrooms.

The state of preservation of the mosaics suggests that early floors had often already been damaged before the town was abandoned. Later floors, as to be expected, were better preserved. Some floors were obviously destroyed after their houses were abandoned after a fire around 274 AD. Some of the many fragments and tesserae found in buildings otherwise without mosaics may be evidence of mosaic floors which were destroyed during alterations or destruction of the buildings before the abandonment of the town.

The dating of mosaics at Augusta Rauricorum by archaeological context corresponds more or less to dating on stylistic grounds. Although both means of dating could often only be approximate, five distinct chronological groups of mosaics emerge. The earliest mosaic floors belong to the late first to early second century AD, and thus coincide with the change from timber and half-timber constructions to stone-built houses in the mid first century AD and during the Flavian period. The second group of mosaics dates from the second quarter of the second century, the third group from around and just after the middle of the second century. The majority of the mosaics belong to the late second and the early third century, and this fourth group forms the high point of mosaic art at Augusta Rauricorum. The fifth group can be firmly dated to the third century. Mosaic production at Augusta Rauricorum seems to have come to an end around the middle of the third century. Only one fragment of a mosaic may date from this time; it comes from the baths of the Castellum Kaiseraugst which were build in the later third century. The archaeological context of this piece, however, suggests that it may have been lifted from its original site and reused.

From the earliest examples onwards, the mosaics of Augusta Rauricorum show a preference for geometrical patterns, usually covering the entire surface. Later on these patterns may be combined with rosettes, scrolls and interlaced decoration. The gladiator mosaic is an exception in both motives and quality; although there are a few remains of other figurative mosaics, they are much simpler than the gladiator mosaic. The predominance of the white background and the restrained use of colour is typical for the mosaics of Augusta Rauricorum. Figurative depictions are scarce, mythological scenes are lacking altogether. Plant motifs are on the other hand plentiful; in their particular form they may be described as characteristic of the local mosaic industry, as are a number of compositions of geometric patterns.

The mosaics of Augusta Rauricorum show various influences of, and relationships with, known schools of mosaic design. The early floors are strongly influenced by Italian mosaics, as could be expected. The later ones have links with the schools of Trier and the Rhineland, as well as those of the Rhône valley. The mosaics of Augusta Rauricorum, however, seldom reach the high quality of these schools, a fact which sets them apart from mosaics of French-speaking Switzerland.

The method of embedding the mosaics is the same as in other parts of Switzerland and closely follows Vitruvius's description, apart from the slightly thinner substrata. One aspect not mentioned by Vitruvius concerns mosaics floors placed over hypocausts, where the deepest layer of bedding, the statumen, is replaced by the suspensura tiles.

It is difficult to say how often the technique of prefabricating parts of mosaics was employed at Augusta Rauricorum. Research carried out so far suggests that the majority of the mosaic floors were laid in situ. Few rules seem to govern the size and shape of tesserae used in Augusta Rauricorum. The gladiator mosaic, which was repaired twice in a row, indicates a gradual increase in the size of tesserae, but the majority of mosaics at Augusta Rauricorum do not support this observation. As could be expected, bigger tesserae were used for geometrical patterns, and smaller ones for figurative depictions. The shapes of the tesserae, however, did change with time. Mosaics of the late first to the early second century are made up of up-ended cubiodal tesserae, whereas cubic tesserae are usual in mosaics of the later second and third centuries. Cuboidal tesserae used with the long side up are characteristic of only a few mosaics of this later period and it is not clear whether they are indicative of a particular period or of a certain workshop. The tesserae used in the repair of two floors in the third century are slightly bigger than those of the original mosaics.

The range of tesserae material is considerable. More than two thirds are of sedimentary and volcanic stone; others are made of metamorphic stone, such as marble and parasinite, of glass, slipless ceramics or terra sigillata. The gladiator mosaic from insula 30 contains altogether 47 different types and colours of tesserae, the widest range found in any one mosaic here. All other mosaics incorporate a lesser variety. Only five mosaics contain marble; glass appears in just two, being limited to figurative motives. Orange ceramic tesserae were used only in the gladiator mosaic, and terra sigillata in two mosaics from insula 28 besides the one from insula 30. The terra sigillata tesserae are mostly fragments of relief decorated bowls of the type Dragendorff 37, and thus furnish a fairly accurate terminus post quem for the two mosaics. Not all terra sigillata tesserae were used with the relief side up; some of them show traces of wear, i.e. from being walked on, on the broken edge of the sherd.

The majority of tesserae are of local limestone, taken from quarries and rock faces near Augst. Only the marble and parasinite are likely to have been imported.

Glass and marble tesserae first appear in mosaics of the late second to early third centuries. Slipless ceramic tesserae are only found in the more recent of the repairs to the gladiator mosaic from insula 30, which was carried out in the later third century. Tesserae of terra sigillata, however, already appear around the middle of the second century - earlier, it would seem, than in other mosaics in Switzerland.

Only the gladiator mosaic from insula 30 allows a chronology to be established of the use of particular colours and types of tesserae. In both repairs the types and colours of tesserae are different from the original. This might be linked to the economic and political situation at the time the repairs were made. This situation does not seem to be significant to other polychrome mosaics. Their tesserae are not limited in material only to what appears in any single part of the gladiator mosaic. Thus it seems that the makers of the polychrome mosaics of the late second to the early third centuries had the whole range of tesserae at their disposal.

Some combinations of tesserae suggest provenance from the same workshop. Thus for example, green parasinite always appears in combination with marble; decorative ribbons of two interlaced strings always contain the same yellow and red colours.

Fragments of round or oval lumps of glass mass found at Augusta Rauricorum may be interpreted as semi-finished glass tesserae, and can be taken as evidence for the production of glass tesserae at Augusta Rauricorum. Only dark green lumps of glass mass, however, seem to have been produced locally; others were probably imports from areas such as the Rhineland. The distribution of finds of glass tesserae of the same colour, and of different colours, suggests that a mosaicist's workshop was situated in a building in the town centre. Tesserae from this area show no trace of wear and seem never to have been laid. Another area at the foot of the Kastelen hill (area 2,E) where finds of glass tesserae are concentrated seems to indicate a mosaicist's store room.

(Translation Catherine Aitken, Christoph Maier)

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Résumé

La première partie de ce travail est consacrée à la description détaillée de toutes les mosaïques d'Augst et Kaiseraugst. Cette partie topographique, séparée en édifices publics et privés de la ville haute d'Augst et de la basse ville de Kaiseraugst, comprend le catalogue et la description des mosaïques et des vestiges de bâtiments et pièces qui s'y rattachent, ainsi que le mobilier, les peintures murales en relation et l'analyse des tesselles. Le contexte chronologique et l'appartenance stylistique de chaque mosaïque y sont également traités.

Dans une deuxième partie, les différents résultats sont résumés pour chaque mosaïque et exploités en fonction de divers critères.

47 mosaïques sont connues à Augusta Raurica. La plupart de ces pavements se trouvaient dans des quartiers d'habitation, de commerce ou d'artisanat de la ville haute; parmi les édifices publics, seuls les thermes en étaient équipés. Des 53 insulae de la ville haute, seuls 14 blocs d'habitation privés ont livré des mosaïques. Elles se concentrent dans quelques bâtiments luxueusement agencés, parfois dotés de plusieurs mosaïques, et ne se trouvent que rarement dans des maisons de commerçants; seule une petite partie de la population d'Augusta Rauricorum pouvait apparemment se permettre ce luxe.

Il n'existe pas de mosaïques dans la ville basse. Cette lacune pourrait s'expliquer par le fait que cette partie de la ville était habitée par une population moins aisée; la même constatation a déjà été faite avec d'autres catégories de matériel.

Les mosaïques ornaient des ensembles thermaux privés ou publics aussi bien que des pièces de séjour parfois chauffées et donc habitables toute l'année.

Comme on pouvait s'y attendre, les plus grandes pièces ornées de mosaïques se trouvaient dans les thermes; les oeci, pièces de réception et portiques des maisons privées avaient aussi d'imposantes dimensions. Les mosaïques attribuées à des pièces de séjour ou des chambres à coucher étaient le plus souvent de petites dimensions.

L'état de conservation était meilleur, ce qui va de soi, pour les mosaïques tardives que pour les pavements précoces, souvent déjà détruits. Dans certains cas, leur destruction est à mettre en relation avec les incendies qui ont ravagé les habitations vers 274 ap. J.-C. Les nombreux fragments de mosaïques et tesselles découverts dans des bâtiments où aucun pavement n'est attesté pourraient être des vestiges d'anciens sols qui n'auraient pas été utilisés jusqu'à l'abandon de la ville, mais auraient été détruits en raison de leur mauvais état ou de reconstructions.

Les éléments chronologiques que nous fournissent les données archéologiques pour les mosaïques d'Augst et Kaiseraugst sont à peu près conformes à la typologie stylistique admise. Bien que le contexte de fouille et les comparaisons stylistiques ne fournissent généralement que des datations très larges, cinq groupes de mosaïques distincts se dessinent: les pavements les plus anciens s'inscrivent à la fin du 1er et au début du 2e siècle ap. J.-C., c'est-à-dire que les premières mosaïques apparaissent à Augst avec la transition entre la construction légère et la maçonnerie, dès le milieu du 1er siècle, et plus particulièrement à l'époque flavienne. Le deuxième groupe se situe dans le deuxième quart du 2e siècle et le troisième au milieu du même siècle ou peu après. La majorité des mosaïques remontent à la fin du 2e ou au début du 3e siècle; ce quatrième groupe constitue l'apogée de cet art à Augst. Les sols du cinquième groupe n'ont probablement été mis en place qu'au cours du 3e siècle. La fin de la fabrication des mosaïques se situe probablement vers le milieu du 3e siècle; seul un fragment provenant des thermes du castrum de Kaiseraugst, construits à la fin du 3e siècle, pourraient remonter à cette époque. Cette trouvaille évoque cependant plutôt un remploi.

Les mosaïques d'Augusta Rauricorum se caractérisent dès le début par une prédilection pour les motifs géométriques, qui peuvent, à une époque tardive, se combiner avec des fleurons, des rinceaux ou des tresses. La mosaïque des gladiateurs constitue une exception tant par son décor que par sa qualité; les rares vestiges d'autres mosaïques à décor figuré se distinguent de cette dernière par leur simplicité. En règle générale, les mosaïques d'Augusta Rauricorum sont caractérisées par des teintes sobres et une prédominance du fond blanc. Les représentations figurées sont rares, les scènes mythologiques totalement absentes. Les ornements végétaux sont en revanche très répandus et peuvent en partie être considérés comme caractéristiques de mosaïstes ou d'ateliers locaux - en raison de leur forme comme de leurs compositions géométriques particulières.

Ces mosaïques témoignent de différentes influences et relations avec les ateliers connus: les sols précoces sont, comme on pouvait s'y attendre, fortement influencés par les mosaïques italiennes; les pavements plus récents témoignent en revanche de liens avec les ateliers trévires, rhénans ou rhodaniens; on retrouve cependant rarement à Augst la qualité de ces grands centres, ce en quoi ce site se distingue des autres sites de Suisse occidentale.

Le lit de pose correspond à ce que l'on trouve ailleurs en Suisse et se rapproche beaucoup de la description de Vitruve, exception faite des dimensions moindres des différentes couches. Un aspect qui n'est pas évoqué par Vitruve sont les mosaïques déposées sur un hypocauste: dans ce cas, le statumen, c'est-à-dire la couche inférieure du lit de pose, est remplacée par les dalles de la suspensura.

En ce qui concerne la fréquence d'utilisation d'éléments de mosaïques préfabriqués, les deux seuls exemples d'Augst ne peuvent fournir aucune preuve; dans l'état actuel de la recherche, il faut considérer que la majorité des mosaïques étaient réalisées sur place.

Les tesselles utilisées à Augusta Rauricorum ne montrent guère de régularité dans leurs dimensions et leur forme. Si la mosaïque des gladiateurs, qui a été réparée à deux reprises, semble indiquer que les dimensions des tesselles tendaient à s'agrandir avec le temps, la plupart des autres mosaïques d'Augst et Kaiseraugst ne confirment pas cette observation.

Bien plus, on constate logiquement que les motifs géométriques utilisaient plutôt d'assez grosses tesselles et les décors figurés de plus petites pièces. Au cours du temps, les tesselles montrent en revanche des différences de forme: celles de la fin du 1er et du début du 2e siècle sont quadrangulaires. Les tesselles cubiques deviennent usuelles à partir du milieu du 2e siècle et sont également utilisées pour des mosaïques de la fin du 2e et du début du 3e siècle. Les tesselles de petite épaisseur sont caractéristiques seulement de certains sols de la même période. Il est impossible de dire si cette forme est due à une évolution chronologique ou si elle est le fait d'un atelier particulier. Pour les réparations constatées sur deux mosaïques au 3e siècle, les tesselles utilisées sont un peu plus grandes que celles du sol original.

Il existe une grande variété de matériaux différents pour les tesselles. Plus de deux tiers des variantes sont en pierre sédimentaire ou volcanique; on trouve aussi isolément du marbre et de la prasinite, roches métamorphiques; enfin existent aussi des tesselles en verre, en céramique sans revêtement ou en terre sigillée. Avec ses 47 nuances de matériaux et de couleurs, la mosaïque des gladiateurs présente la plus large palette de nuances et de teintes; les autres pavements sont moins variés. Le marbre n'a été utilisé que dans cinq ensembles; le verre se retrouve sur deux mosaïques uniquement et se limite à des motifs figurés. La céramique orange est spécifique de la mosaïque des gladiateurs. La terre sigillée ne se rencontre que sur deux pavements de l'insula 28 et sur ceux de l'insula 30: provenant pour la plupart de récipients ornés du type Drag. 37 - ce qui fournit un terminus post quem assez précis pour la pose de ces mosaïques -, ces tesselles ne présentent pas toujours leur face ornée; dans certains cas, c'est au contraire la face cassée, montrant la couleur de la pâte, qui est utilisée, c'est-à-dire usée par le passage.

La majeure partie des tesselles sont en calcaire régional provenant de carrières ou d'affleurements des environs immédiats d'Augst. Le marbre et la prasinite sont en revanche importés.

Le verre et le marbre apparaissent dans les mosaïques d'Augst à la fin du 2e ou au début du 3e siècle. Les tesselles de céramique sans revêtement ne sont attestées que dans la réparation la plus récente de la mosaïque des gladiateurs de l'insula 30, qui intervient dans le courant du 3e siècle. La terre sigillée est en revanche déjà utilisée au milieu du 2e siècle, donc plus tôt que cela a pu être constaté pour les autres mosaïques de Suisse.

L'utilisation de matériaux et de couleurs distincts ne peut être évaluée selon des critères chronologiques que pour la mosaïque des gladiateurs: on ne retrouve pas dans les deux réparations les mêmes matériaux et couleurs que sur le sol original, ce qui pourrait dépendre de la situation économique et politique au moment de ces réparations. Cela n'est toutefois pas valable pour les autres mosaïques polychromes, dont les tesselles sont en matériaux qu'on retrouve sur le sol d'origine aussi bien que sur les réparations de la mosaïque des gladiateurs. Il faut en déduire qu'au moment de l'installation des mosaïques polychromes, à la fin du 2e ou au début du 3e siècle, les artisans disposaient de matériaux identiques.

Certaines combinaisons signalent un même atelier: la prasinite verte est par exemple systématiquement combinée avec le marbre; les tresses à deux brins sont toujours faites dans les mêmes tons rouge et jaune.

Les fragments de plaquettes de verre rondes ou ovales découverts sur le site d'Augusta Raurica peuvent être considérés comme des demi-fabricats de tesselles en verre; ils indiquent que ces dernières étaient fabriquées à Augst et Kaiseraugst même. Toutefois, seul le verre vert foncé a probablement été produit sur place; les autres types de verre sont vraisemblablement des importations, par exemple de Rhénanie. La répartition des tesselles de verre de mêmes couleurs que ces plaquettes, mais aussi d'autres tonalités, laisse supposer qu'un atelier de mosaïstes se trouvait dans un bâtiment du centre de la ville. Il est intéressant de constater que les tesselles de verre isolées ne portent aucune trace d'utilisation et sont donc à proprement parler des demi-fabricats. Dans la région 2.E, au pied de la colline de Kastelen, une autre concentration de tesselles de verre signale le dépôt d'un mosaïste.

(Traduction Catherine May Castella)


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