Emilie Riha: Der vorliegende Band stellt eine Fortsetzung des im Jahre 1979 erschienenen Erstbandes dar und umfasst alle auf dem Gebiet der römischen Zivilstadt Augusta Raurica und des
spätrömischen Castrum Rauracense im Gebiet der heutigen Gemeinden Augst (BL) und Kaiseraugst (AG) seit 1975 bis und mit 1990 ausgegrabenen und gefundenen Fibeln. Diese
Fibeln werden im Römermuseum Augst aufbewahrt. Sie stammen vorwiegend aus den Wohngebieten der Zivilstadt, sowohl aus den Privathäusern und Strassen als auch aus den
Werk- und Verkaufsstätten; nur selten kommen sie auf öffentlichen Arealen (Fora) sowie in öffentlichen Gebäuden (Tempeln, Thermen etc.) vor. Nur relativ wenige Exemplare sind
in Gräbern gefunden worden. Zu den 1837 Objekten welche in der Erstpublikation von 1979 katalogisiert wurden, kommen im vorliegenden Band weitere 1189 Fibeln hinzu, so dass Augusta Raurica mit
insgesamt 3026 gefundenen und publizierten Fibeln wohl mit Abstand den fibelreichsten Fundort der römischen Provinzen darstellt. Um Verwechslungen zu vermeiden und damit
beide Bände eine Einheit bilden, wurde die Numerierung im vorliegenden Band mit den Katalognummern 1838ff. fortgesetzt. Typologie: Die dezimale Klassifikation der Fibeln aufgrund der Konstruktionsprinzipien wurde übernommen und konsequent erweitert. Beim Einfügen von einigen neuen Typen und
Varianten sowie sogar einer neuen Gruppe (9: Zangenfibeln) haben sich die Vorteile dieser Klassifikation gezeigt. Die Fibeln werden in Gruppen (1. Zahl), Typen (2. Zahl) und
Varianten (3. Zahl) unterteilt. Die Gruppen 1-4 umfassen Spiralfibeln, die Gruppen 5-7 Scharnierfibeln und die Gruppen 8-9 Fibeln mit speziellen Verschlussformen. Das generelle
Verhältnis zwischen den einzelnen Gruppen in Riha 1979 und in Riha 1994 hat sich grundsätzlich nicht verändert (Tab. 1 und 2). Zwar sind einige aus der Erstpublikation bekannte
Typen und Varianten hier nicht vertreten (es handelt sich meist um Fibeln der Gruppe 3, die als Einzelexemplare importiert worden sind). Einige wenige neue Typen kommen dazu,
aber die prozentualen Anteile der bisherigen Fibelgruppen bleiben konstant, wie die Vergleichstabelle 2 zeigt. Diese Tabelle 2 stellt eine Konkordanz zwischen den
Gruppen-Typen-Varianten der beiden Augster Fibelpublikationen dar. Am häufigsten sind in Augusta Raurica und im Castrum Rauracense die Scharnierfibeln vertreten (Gruppen
5-7), die 62,7% der Fibel-Neufunde ausmachen (gegenüber 63,4% der Katalognummern 1-1837); an zweiter Stelle stehen die Spiralfibeln (Gruppen 1-4) mit 34,2% (gegenüber
32,6% in der Erstpublikation). Material, Fabrikation und Herkunft: Die Fibeln bestehen vorwiegend aus Buntmetall, für das die allgemeine Bezeichnung «Bronze» gilt. Nur wenige Fibeln sind aus Eisen gefertigt,
und ein einziges Prachtstück besteht aus massivem Silber (2981). Die Fibeln aus Bronze stellen in Augusta Raurica und im Castrum Rauracense 99,3% (Neufunde) bzw. 98,6%
(Funde bis 1974) des Bestandes dar. Zum Problem der Fibelfabrikationszentren und Werkstätten in Augusta Raurica tragen auch die Neufunde kaum etwas bei, da in der
Zwischenzeit nur zwei sichere Halbfabrikate nebst einigen «unfertigen» Stücken ausgegraben worden sind. Nach der Häufigkeit der Typen 2.2 (Spiralfibel mit glattem, ungeteiltem
Bügel), 4.1 (Hülsenspiralfibel mit Gitterfuss) und 4.2 (Hülsenspiralfibel mit Gratbügel) in Augst und Kaiseraugst, die in anderen Regionen nur spärlich vertreten sind, sowie aufgrund
zahlreicher, gleichenorts bezeugtern Bronzewerkstätten, könnten auch Fibelwerkstätten in der Stadt vermutet werden. Ein grosser Teil der Fibeln ist jedoch durch Handel nach
Augusta Raurica gelangt. Bei den Augster und Kaiseraugster Fibeln können einheimische und importierte Typen unterschieden werden. Unter einheimischen werden solche Formen
verstanden, die für den kulturgeschichtlichen Kreis Ostgalliens und des oberen Rheinlandes charakteristisch sind (Spiralfibeln der Gruppen 2-4 und Scharnierfibeln der Gruppen 5
und 7); diesen gegenüber stehen die aus anderen Gebieten entweder importierten Typen (6.4 und 6.5) oder die auf privatem Weg durch Einzelpersonen mitgebrachten
Einzelstücke, zu denen alle Stücke der Gruppe 3 und einige der Gruppen 1 bis 2 gehören. Den aus anderen Gegenden stammenden Fibeln ist ein spezielles Kapitel gewidmet
(nördlicher Mittelmeerraum, Ostgallien, Nordgallien und Rheinland, Donauländer, Süddeutschland, obergermanisch-rätischer Limes, Britannien, freies Germanien). Fibelträgerinnen und -träger: Die in Augusta Raurica ausgegrabenen Fibeln sind grösstenteils von der zivilen Bevölkerung der Kolonie- bzw. Provinzstadt getragen worden; nur ein
kleiner Teil der Fibeln aus dem Unterstadtareal gehörte zum Militärzubehör (durch die Verbreitung in der Nähe des Holzkastells und durch mitgefundene Militaria nachweisbar). Die
Frage, welche Fibeltypen von Männern und welche von Frauen bzw. Kindern getragen worden sind, kann höchstens aufgrund der Typologie erörtert werden, da aus
Augst/Kaiseraugst nur wenige sicher zuweisbaren Stücke (z.B. aus Gräbern) bekannt sind. Logischerweise sind kleinformatige Exemplare der Männerfibeln eher von Knaben, aber
auch von Frauen getragen worden. Die zierlichen figürlichen Backenscharnierfibeln der Gruppe 7 entsprechen wohl dem Frauen- (und Mädchen-) Geschmack. Ein besonderes
Kapitel ist den selteneren Fibeln gewidmet, die sowohl von der Zivilbevölkerung als auch von Soldaten getragen worden sind. Die als eigentliche «Soldatenfibeln» bezeichneten
Exemplare gehören in drei verschiedene Perioden: die frührömische, mittelkaiserzeitliche und spätrömische Periode. Die auf dem Gebiet des frühkaiserzeitlichen Militärlagers in
der Unterstadt ausgegrabenen und in die Zeit des Lagers schichtdatierten Fibeln können - auch formal - als Soldatenfibeln bezeichnet werden (vor allem die Typen 1.4 [Fibel vom
Mittellatèneschema], 4.2 [Hülsenspiralfibel mit Gratbügel] und 5.2 [Aucissafibel]). Aus der mittelkaiserzeitlichen Periode sind Einzelstücke ausgegraben worden, die allem Anschein
nach aus dem obergermanisch-rätischen Limes von Soldaten mitgebracht worden sind (z.B. Typen 3.18 [durchbrochene Scheibenfibel], 3.19 [Hakenkreuzfibel], 3.20 [Axtfibel], 3.23
[Peltafibel]). Aus dem spätrömischen Castrum Rauracense und seiner Umgebung sind mehrere Soldatenfibeln der Gruppe 6.5 (Zwiebelknopfibeln) bekannt. Siedlungsgeschichte von Augusta Raurica und vom Castrum Rauracense: Die Tabellen zur Schichtdatierung und Topographie bringen eine globale Übersicht zur Verbreitung und
Datierung sämtlicher Fibeltypen in einzelnen Stadtbezirken (darin berücksichtigt sind die Alt- und Neufunde). Für die Untersuchung der Häufigkeit und der Datierung einzelner
Typen sind folgende städtetopographische Einheiten gebildet worden: Datierung: Einerseits liefert die Klassifizierung nach den Konstruktionsprinzipien chronologische Ergebnisse, andererseits tragen die in geschlossenen Fundkomplexen gefundenen
Fibeln zur Datierung bei. Im Vergleich zur ersten Augster Fibelpublikation von 1979 erlaubt der überwiegende Teil der Neufunde eine «Schichtdatierung» mit Hilfe keramischer
Mitfunde und Münzen. Die Auswertung beruht auf zwei verschiedenen Fragestellungen. Einerseits sollen die einzelnen Fibeltypen chronologisch beurteilt werden; andererseits
sollen Aussagen zur Siedlungsgeschichte ermöglicht werden, etwa durch die Verbreitung auf einzelne topographische Einheiten der Stadt oder durch das erste Auftreten der
frühesten Fibeltypen. Was 1979 schon ausgesprochen worden ist, wird durch die vorliegende Arbeit bestätigt: Die überwiegende Zahl von Fibeln in Augusta Raurica stammt aus
dem 1. nachchristlichen Jahrhundert. Später gehen die Variationsbreite und die Stückzahl der Fibeln stark zurück, was mit der Romanisierung der einheimischen Tracht
zusammenhängt. Topographie: Die Fibeln als ein wichtiger Bestandteil der römischen Funde in Augusta Raurica und im Castrum Rauracense können zu einer chronologisch-topographischen
Einstufung einzelner Stadtteile beitragen. Die frühkaiserzeitlichen Fibeln, also die Mehrzahl aller Typen, sind vorwiegend in den Insulae der Region 1 (zentrale Oberstadt)
ausgegraben worden. Die Schichtdatierungen aus geschlossenen Fundkomplexen reichen von der spätaugusteischen Periode bis zum Ende des 1. oder an den Anfang des 2.
Jahrhunderts. Nach dieser Periode, wahrscheinlich infolge einer Änderung der Trachtgewohnheiten, brechen die Fibelfunde jäh ab; vereinzelte Vorkommen von
mittelkaiserzeitlichen Fibeln sind auf gelegentliche "Importe" zurückzuführen. Aus spätrömischer Zeit sind nur wenige Fibeln in den Randgebieten von Augusta Raurica gefunden
worden, was vermuten lässt, dass infolge der Zerstörungen im Stadtzentrum nach der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts die verbliebene Bevölkerung sich an den Stadtrand und in die
Befestigung auf Kastelen zurückgezogen hat. Die auffallend vielen Fibeln des 1. Jahrhunderts, die in den südlichen und auch westlichen Randgebieten der Oberstadt (Insulae 50
und 51, Regionen 5, 2 und 9) sowie in der Unterstadt (Region 17) zum Vorschein gekommen sind, sind auf stellenweise recht früh einsetzende Aktivierung der Aussenbezirke
(Südvorstadt!), auf Altstücke, die z.B. noch um 100 n.Chr. beim Bau der Unterstadt im Umlauf waren, oder auf Umlagerungen von Schuttmaterial aus der zentralen Oberstadt
zurückzuführen. In der Spätantike findet die Besiedlung des Castrum Rauracense und seiner Umgebung in Siedlungs- und Grabfunden ihren Niederschlag. Zusammenfassend stellt der Komplex der bisher 3026 Fibeln aus Augusta Raurica einen äusserst repräsentativen Querschnitt dar. Dies betrifft z.B. die Trachtgewohnheiten in einer
Zivilsiedlung in den nördlichen römischen Provinzen während der ersten drei Jahrhunderte der römischen Kaiserzeit, oder die Fibelverwendung durch das Militär im 1. und im 4.
Jahrhundert (Holzlager in der Unterstadt bzw. Castrum Rauracense).
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Zusammenfassungen / Summaries / Résumées
Die römischen Fibeln aus Augst und Kaiseraugst. Die Neufunde seit 1975
(Forschungen in Augst 18)
-
Öffentliche Bauten in der Oberstadt von Augusta Raurica: Nur ein kleiner Prozentsatz der
gefundenen Fibeln stammt aus dem Theater und seiner Umgebung, aus den Thermen
und anderen öffentlichen Arealen. -
Wohn-, Gewerbe- und Handwerkerquartiere in der Oberstadt: Hier sind die meisten
«frühkaiserzeitlichen» Fibeln ausgegraben worden, die in spätaugusteische Zeit bis an
den Anfang des 2. Jahrhunderts datiert werden können. Dass die Oberstadt natürlich
auch im 2. und 3. Jahrhundert bewohnt war, ist - infolge des Rückgangs der Fibelmode
und Fibeltracht - nur durch einige wenige mittelkaiserzeitliche Fibeltypen ersichtlich. Für
die spätrömische Periode sind nur ganz spärliche Belege aus den Randgebieten der
Oberstadt bekannt. -
Unterstadt: In der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts bestand hier eine, von einer kleinen
Siedlung(?) umgebene Militärstation. Die zivile Unterstadt expandierte erst ab etwa 100
n.Chr. (stellenweise wahrscheinlich auch etwas früher) westwärts bis an die Ergolz, wo
ein Hafenviertel mit Wohn-, Gewerbe- und Handwerkerquartieren entstand. Dort sind
zahlreiche frühkaiserzeitliche Fibeln gefunden worden, die z.T. zur Militärstation gehört
haben. -
Castrum Rauracense: Das Castrum mit den darunterliegenden Resten der
frühkaiserzeitlichen, östlichen Unterstadt am Rheinübergang, erbrachte vorwiegend
Fibeln aus dem 1. und dem 4. Jahrhundert. -
Gräberfelder: Sie enthielten frühkaiserzeitliche und spätrömische Fibeln.
Cet ouvrage s'inscrit à la suite du premier volume paru en 1979. Il traite de toutes les fibules découvertes de 1975 à la fin de 1990 sur le territoire de la ville civile d'Augusta Raurica et du castrum du Bas-Empire de Kaiseraugst. Ces pièces sont conservées au Musée romain d'Augst. Elles proviennent pour la plupart de quartiers d'habitation de la ville civile, que ce soit des maisons privées, des rues ou des ateliers et boutiques; on ne les trouve que rarement dans des espaces ou édifices publics (fora, temples, thermes, etc.). Seul un nombre relativement limité d'entres elles proviennent de sépultures.
Aux 1837 objets catalogués dans la première publication s'ajoutent 1189 nouvelles fibules dans ce volume; avec ses 3026 pièces découvertes et publiées, Augusta Raurica est, et probablement de loin, le site le plus riche en fibules. Afin d'éviter toute confusion et de donner ainsi une unité aux deux volumes, la numérotation des pièces de ce tome reprend à 1838.
Typologie: le classement décimal des fibules en fonction de leurs caractéristiques de construction a été repris et augmenté en conséquence. L'adjonction de nouveaux types et variantes, voire d'un groupe (9: fibules en forme de tenailles) ont révélé les avantages de cette méthode. Les fibules sont réparties en groupe (1er chiffre), type (2e chiffre) et variante (3e chiffre). Les groupes 1-4 comprennent les fibules à ressort, les groupes 5-7 celles à charnière et les groupes 8-9 les fibules à systèmes de fermeture particuliers. La relation entre les différents groupes de Riha 1979 et Riha 1994 n'a globalement pas subi de modification (tableaux 1 et 2), même si certains types et variantes de la première publication ne se retrouvent plus ici (il s'agit principalement de fibules du groupe 3, pièces uniques d'importation) et que quelques nouveaux types s'ajoutent; en pourcentages, la répartition reste stable, comme le montre le tableau de comparaisons no 2 (page ). Ce tableau illustre la concordance qui existe entre les groupes-types-variantes des deux volumes traitant des fibules d'Augst. Les pièces les plus fréquentes à Augusta Raurica et dans le Castrum Rauracense sont les fibules à charnière (groupes 5-7), qui représentent 62,7 % des nouvelles découvertes (63,4 % pour les pièces 1-1837); au second rang, on trouve les fibules à ressort (groupes 1-4), avec 34,2 % (contre 32,6 %).
Matériau, fabrication et provenance: les fibules sont principalement en métal non ferreux, qu'on désigne par l'appellation générale de «bronze». Les fibules en fer sont rares, et une seule pièce d'apparat est en argent massif (2981). Les fibules en bronze constituent 99,3 % des nouvelles découvertes faites à Augusta Raurica et dans le Castrum Rauracense (98,6 % jusqu'en 1974). Les nouvelles pièces n'apportent presque rien au problème des centres et ateliers de fabrication, puisque seuls deux demi-fabricats sûrs ont été découverts, ainsi que quelques pièces «inachevées» (pl. 49). La fréquence des types 2.2 (fibules à ressort et arc simple lisse), 4.1 (fibules à arc non interrompu et porte-ardillon ajouré) et 4.2 (fibules à arc non interrompu présentant une arête supérieure) à Augst et Kaiseraugst, peu représentés dans d'autres régions, et le nombre important d'ateliers de bronziers attestés sur le site permettent de supposer l'existence d'un atelier de fabrication de fibules dans la ville. Une grande partie des pièces sont cependant arrivées à Augusta Raurica par le biais du commerce. On peut distinguer des types indigènes et importés parmi les fibules d'Augst et Kaiseraugst. Par types indigènes, on entend des formes caractéristiques du cercle culturel et historique de Gaule de l'est et du Haut-Rhin (fibules à ressort des groupes 2-4 et fibules à charnière des groupes 5-7); s'y opposent des types d'autres régions, importations (6.4 et 6.5) ou pièces uniques ramenées à titre privé par des personnes isolées, qui constituent l'ensemble du groupe 3 et dont on retrouve également quelques pièces dans les groupes 1 et 2. Un chapitre spécial traite des fibules provenant d'autres régions (provinces orientales, Limes de Germanie supérieure et de Rhétie, Bretagne, Germanie libre, évent. aussi sud des Alpes).
Qui portaient ces fibules? Les fibules découvertes à Augusta Raurica étaient essentiellement portées par la population civile. Seule une petite partie des fibules provenant de la zone de la basse ville faisait partie de l'équipement du soldat (ceci est attesté par leur répartition, à proximité du camp militaire en bois, et par les objets militaires découverts en relation). La question de savoir quels types de fibules portaient les hommes et les femmes et enfants peut tout au plus être débattue sur le plan typologique dans la mesure où presque aucune pièce clairement attribuable aux uns ou aux autres n'a été découverte (par exemple dans des tombes). Il est logique de penser que les petits exemplaires de fibules masculines étaient portés plutôt par des garçons ou des femmes. Les élégantes fibules géométriques plates («Backenscharnierfibeln») à décor figuré du groupe 7 correspondent au goût des femmes et des jeunes filles. Un chapitre spécifique traite des fibules portées aussi bien par la population civile que par des soldats. Les exemplaires spécifiquement militaires s'inscrivent dans trois périodes chronologiques: l'époque romaine précoce, le Moyen-Empire et le Bas-Empire. Les pièces découvertes dans la ville basse à l'emplacement du camp militaire du Haut-Empire, dans des niveaux correspondant à sa période d'occupation, peuvent être considérées comme des fibules militaires - ce qui concorde avec leur typologie (il s'agit essentiellement des types 1.4 [fibules de type pseudo-la Tène moyenne], 4.2 [fibules à arc non interrompu présentant une arête supérieure] et 5.2 [fibules dites «d'Aucissa»]. Pour le Moyen-Empire, les quelques pièces isolées mises au jour ont selon toute vraisemblance été apportées par des soldats du Limes de Germanie supérieure et de Rhétie (il s'agit par ex. des types 3.18 [fibules à disque ajouré], 3.19 [fibules à svastikas], 3.20 [fibules en forme de hache], 3.23 [fibules à peltes]). Plusieurs fibules militaires du groupe 6.5 (fibules cruciformes) sont attestées dans le Castrum Rauracense du Bas-Empire et dans ses environs.
Historique de l'occupation d'Augusta Raurica et du Castrum Rauracense: les tableaux chronologiques et topographiques donnent une vision globale de la répartition et de la datation de tous les types de fibules dans les différents quartiers de la ville (les pièces anciennes et nouvelles sont prises en compte). Les unités topographiques ont été définies de la façon suivante pour examiner la fréquence et la datation de chaque type:
- Les édifices publics de la ville haute: seul un faible pourcentage des fibules mises au jour provient du théâtre et de ses environs, des thermes ou d'autres secteurs publics.
- Les quartiers d'habitation, de commerce et d'artisanat de la ville haute: c'est là qu'ont été découvertes la plupart des fibules du «Haut-Empire», que l'on peut dater de la fin de l'époque augustéenne jusqu'au début du 2e siècle. En raison du déclin des fibules aux 2e et 3e siècles, seuls quelques types du Moyen-Empire témoignent que la ville haute a continué d'être occupée pendant cette période - ce qui était naturellement le cas. Pour l'époque romaine tardive, on ne dispose que de très rares exemplaires dans les régions périphériques de la ville haute.
- La ville basse: une base militaire qu'entourait un petit habitat (?) a existé à cet endroit dans la 1e moitié du 1er siècle. Ce n'est qu'aux environs de 100 ap. J.-C. que l'agglomération civile s'y est développée vers l'ouest, jusque vers l'Ergolz, avec un quartier portuaire et des quartiers d'habitation, de commerce et d'artisanat.
- Le Castrum Rauracense: établi sur les vestiges de l'ancienne ville basse orientale du Haut-Empire, au passage sur le Rhin, il a surtout livré des fibules des 1er et 4e siècles.
- Les nécropoles: fibules du Haut et du Bas-Empire.
Datation: la classification selon leurs caractéristiques de construction permet de définir une chronologie des fibules; par ailleurs, leur présence dans des ensembles archéologiques clos contribue à les dater. Par comparaison avec la première publication de 1979, la céramique et les monnaies en relation permettent une «datation stratigraphique» pour la plus grande part des nouvelles découvertes. Les fibules sont datées en fonction de deux critères: il s'agit premièrement de considérer un à un les différents types de fibules sur le plan chronologique; leur datation peut ensuite aider à la compréhension de l'histoire du site, en fonction de leur répartition dans les diverses unités topograpiques de la ville ou de l'apparition des types les plus fréquents. Ce travail confirme ce qui avait déjà été énoncé en 1979: la majeure partie des fibules d'Augusta Raurica remontent au 1er siècle de notre ère. Au-delà, la variété des types et le nombre de pièces accusent un net recul qui est à mettre en relation avec la romanisation du costume indigène.
Topographie: constituant un groupe important du mobilier romain trouvé à Augusta Raurica et dans le Castrum Rauracense, les fibules peuvent contribuer à un classement chrono-topographique des différentes parties de la ville. Les fibules précoces, les plus nombreuses, ont principalement été trouvées dans la région I, partie centrale de la ville haute. Les datations stratigraphiques des ensembles archéologiques clos s'étendent de la fin de l'époque augustéenne à la fin du 1er voire au début du 2e siècle. Plus tard, probablement en raison du changement des habitudes vestimentaires, le nombre de fibules diminue brusquement; les rares occurrences du Moyen-Empire sont des importations occasionnelles. Pour l'époque romaine tardive, seules quelques fibules ont été découvertes dans les zones périphériques d'Augusta Raurica, ce qui laisse supposer qu'après les destructions que le centre de la ville a subies dans la seconde moitié du 3e siècle, la population restante s'est retirée en bordure de la ville et dans la fortification de Kastelen. Le nombre étonnamment élevé de fibules du 1er siècle dans les quartiers sud et ouest de la ville haute (Insulae 50 et 51, régions 5, 2 et 9) et dans la ville basse (région 17) peut être attribué à une activité par endroits précoce dans les secteurs périphériques (faubourg sud), à la présence de pièces anciennes encore en circulation vers 100 ap. J.-C., lors de la construction de la ville basse, ou à l'utilisation de matériaux de remblai provenant du centre de la ville haute. A la fin de l'Antiquité, l'occupation du Castrum Rauracense et de ses alentours se manifeste au travers des découvertes faites dans des sépultures ou des niveaux d'habitat.
En résumé, le corpus de 3026 fibules d'Augusta Raurica constitue une moyenne tout à fait représentative, par exemple sur le plan des usages vestimentaires d'une population civile dans les provinces romaines septentrionales pendant les trois premiers siècles de l'Empire, ou en ce qui concerne l'utilisation des fibules par les soldats au 1er siècle (camp en bois de la ville basse) et au 4e siècle (Castrum Rauracense).
(Traduction: Catherine May Castella)