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Zusammenfassungen / Summaries / Résumées
 

Verschiedene Autorinnen/Autoren:
MILLE FIORI. Festschrift für Ludwig Berger
(Forschungen in Augst 25)


Inhaltsverzeichnis

Felix Müller und Alex R. Furger: Zum Geleit

Tabula Gratulatoria

Bibliographie von Ludwig Berger

Eckhard Deschler-Erb, Renate Ebersbach, Gertrud Grossmann: Unter Ludwig Berger erfolgte Abschlussarbeiten an der Universität Basel



Beiträge zur Augster Forschung

Rolf d'Aujourd'hui: Zur Geometrie des Stadtplans von Augusta Raurica - Mit einem Exkurs zum Belchensystem

Sylvia Fünfschilling: Zu einigen Schliffgläsern aus Kaiseraugst

Alex R. Furger: Zur Wasserversorgung von Augusta Raurica

Paul Gutzwiller: Stein- und bronzezeitliche Funde aus Augst und Kaiseraugst

Yolanda Hecht: Zum Sozialstatus der ländlichen Bevölkerung im Hinterland von Augusta Raurica

Florian Hoek Bruder: Ein aufschlussreicher römischer Keller in Augusta Raurica (Flur Obermühle)

Thomas Hufschmid und Hans Sütterlin: Das Nebenforum von Augusta Raurica - ein macellum?

Annemarie Kaufmann-Heinimann: Römische Bronzestatuetten aus Augst und ihre Nachfahren

Debora Schmid: Wie wurde in Augusta Raurica getöpfert?

Verena Vogel Müller: Graue Reliefschüsseln der Form Dragendorff 29 aus Augst und Kaiseraugst. Importe aus Aoste (Isère) F?



Beiträge zur provinzialrömischen Archäologie

Eckhard Deschler-Erb: «Geflügelte» Pferdegeschirranhänger

Guido Helmig: Basilia, Totentanz und Römergräber

Marcel Joos: Zur Technologie und Chronologie des Okeanosmosaiks von Bad Kreuznach D

Max Martin: « ... munimentum prope Basiliam quod accolae Robur ... » (Amm. Marc. 30,3,1)

Stefanie Martin-Kilcher: AB AQVIS VENIO - zu römischen Fibeln mit punzierter Inschrift

Christine Meyer-Freuler: Mediterrane Töpfertradition in Vindonissa

Andreas Motschi: Der spätrömische burgus von Balsthal-St. Wolfgang und die Inschrift der Tungrecani seniores aus Laupersdorf SO

Felix Müller: «Bronzene Fibula», vergoldet und mit Schraubverschluss. Zu einer Zwiebelknopffibel aus Oberkulm AG

Markus Peter: Ein Denar aus Balzers FL: Die Fälschung einer Fälschung

Philippe Rentzel: Antike Steingewinnung im Hochrheintal. Eine Übersicht für die Gegend zwischen Basel und Rheinfelden

Beat Rütti: Begram, 356 n. Chr.

Verena Schaltenbrand Obrecht: Wie wurden eiserne stili in römischer Zeit hergestellt und verziert? Anmerkungen zur Technologie

Günther E. Thüry: Wasser im Wein. Zur Deutung einer Spruchbecherinschrift aus Szentendre Ungarn

Vera von Falkenstein: Vicarello (Prov. di Roma) I: Aquae Apollinares Novae, ein unpubliziertes Opus-sectile-Paviment. Ein Vorbericht

Rahel Warburton-Ackermann: Ein constantinischer Münzhort aus Bottighofen TG?



Beiträge zur vor- und nachrömischen Archäologie

Christian Bader und Werner Wild: Die topographische Vermessung von Bodendenkmälern

Andreas Burkhardt und Willem B. Stern: Was leistet die chemische Analyse in der Numismatik?

Sabine Deschler-Erb: Zur Bedeutung der Kleinviehhaltung in den Anfangsphasen ur- und frühgeschichtlicher Siedlungen

Renate Ebersbach und Barbara Stopp: Die spätlatènezeitlichen Siedlungen von Basel-Gasfabrik und Basel-Münsterhügel: ein archäozoologischer Vergleich

Dieter Holstein: Die formale Entwicklung der Spinnwirtel in der Bronze- und Eisenzeit

Reto Jagher: Ein omayyadisches Räucheraltärchen aus Nadaouiyeh Aïn Askar (El Kowm) Syrien

Peter Jud: Zentralsiedlungen oder Grenzkastelle? Einige Überlegungen zur Funktion der spätlatènezeitlichen Befestigungen am südlichen Oberrhein...

Katrin Leuch-Bartels: Spätrömische und frühmittelalterliche Funde und Befunde der Grabung 1958/5 auf dem Basler Münsterhügel

Urs Leuzinger: Inventar der steinzeitlichen Fundstellen im Kanton Basel-Stadt

Marc Maire: Ein mittelalterliches Feuerzeug aus Dornach SO

Reto Marti: Ein verlorenes Epitaph des 7. Jahrhunderts? Zur Interpretation eines frühmittelalterlichen Mosaikfragments aus der Pfarrkirche St. Jakob in Sissach BL

Christoph Matt: «mit maneger burc vil schone» - Turmbau zu Basel?

Jörg Schibler und Marcel Veszeli: Neue stratifizierte, archäozoologische Ergebnisse aus den neolithischen Seeufersiedlungen von Feldmeilen-Vorderfeld ZH und ihre Bedeutung für die Wirtschaftsarchäologie

Norbert Spichtig: Bronzefibel vom Mittellatèneschema mit verzierter Fussscheibe aus der Siedlung Basel-Gasfabrik

Jean-Marie Le Tensorer: Les prémices de la créativité artistique chez Homo erectus



Vorwort/Zum Geleit

Zu seinem 65. Geburtstag am 22. Januar 1998 haben ehemalige Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen vierzig archäologische Beiträge zu einer Festschrift für Ludwig Berger zusammengetragen. Sie möchten dem Jubilar damit einen kleinen Dank aussprechen für gemeinsam verbrachte gute und lehrreiche Jahre zuerst im alten Seminar am Rheinsprung und später dann im Haus am Petersgraben in Basel.

Jugend- und Schulzeit hat Ludwig Berger in seiner Geburtsstadt Basel verbracht, bevor er sich an der hiesigen Universität immatrikulierte. Seine erste Bekanntschaft mit der Ausgrabungsarchäologie schloss er im Legionslager von Vindonissa und - es ist fast unvermeidlich - in der römischen Villa von Munzach. Stark beeindruckte ihn eine Studienreise nach Griechenland und in den Nahen Osten; ein mehrmonatiger Aufenthalt in Rom geriet in jeder Hinsicht zur glückhaften Fügung.

Die von ihm während des Studiums zuerst in Basel und dann in München belegten Fächer schlagen einen weiten Bogen und reichen von der Klassischen Archäologie bis zu Germanistik (und Turnen!).

Diese breit gefächerten Interessen sollten bald einmal in den weiteren Tätigkeiten ihren fruchtbaren Niederschlag finden. Ludwig Bergers Dissertation über «Römische Gläser aus Vindonissa» (gedruckt 1960, neu aufgelegt 1980) wurde zu einem anerkannten Standardwerk der Glasforschung; die bald darauf eingereichte Habilitationsschrift über «Die Ausgrabungen am Petersberg in Basel» bildete nicht nur einen Markstein in der Basler Stadtgeschichte, sondern ist bis heute ein in der Mittelalter-Archäologie häufig zitiertes Werk geblieben. Seine wissenschaftliche Akribie gepaart mit seinen archäologischen Felderfahrungen, die er sich als erster Kantonsarchäologe von Basel-Stadt und später als Grabungsleiter in Augst erwarb, befähigten Ludwig Berger aufs beste zum akademischen Lehrer. Im Jahre 1968 erfolgte seine Ernennung zum ausserordentlichen und 1972 zum ordentlichen Professor an der Alma Mater Basiliensis.

Seine dreissigjährige Tätigkeit an der Universität war geprägt von grossem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Ausbildung seiner Studentinnen und Studenten: Lehre und Vermittlung hatten Priorität vor eigenen Forschungsprojekten. Dementsprechend breit war das Epochenspektrum im Lehrangebot, das vom Neolithikum bis zur Spätantike reichte. Ein Zeugnis dafür sind auch die Grabungen auf dem Gerstel, auf dem Mont Terri und auf dem Wittnauer Horn, welche vorab zum Ziele hatten, den Studierenden ein Gefühl für das Ausgraben zu vermitteln. Der stets topaktuelle Foschungsstand seiner Vorlesungen wurde mit den Jahren sprichwörtlich. Völlig frei von Dogmatik förderte er in den Seminarien die kritische Analyse und liess genügend Platz für eigene wissenschaftliche Entfaltung, woran sich viele Ehemalige später in Dankbarkeit zurückerinnern sollten. Die Semester für Semester durchgeführten Samstagsexkusionen waren ein hervorragender Einstieg, um sich mit der schweizerischen Archäologie-Landschaft vertraut zu machen. Regelmässig organisierte Auslandexkursionen dienten dazu, den Blick über die engen Schweizer Grenzen hinweg zu schärfen.

Die Themen, zu denen sich Ludwig Berger in Fachpublikationen geäussert hat, sind vielfältig, und manch ein Artikel erwies sich als wegbereitend. Ihr Schwergewicht liegt in der Latènezeit und in der römischen Epoche: Sie reichen zum Beispiel von Basler Latènekeramik bis zum Augster Gladiatorenmosaik, von keltischen Viereckschanzen zu römischen Backöfen - oder gar von der Wasserführung der Zihl, über problematische «Alamannenstürme» bis zu Säuglingsbestattungen in Siedlungen. Eine einmal aufgenommene Fährte verfolgte er mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit und Ausdauer, selbst wenn diese wie im Falle seiner langjährigen Gemellianus-Forschungen zu den seltsamsten Blüten unter Kollegen führte (nachzulesen in: Archäocomica, Festschrift Ludwig Berger zu seinem 50. Geburtstag, 1983).

Seine erste Begegnung mit Augusta Raurica beeinhaltet eine Anekdote, deren sich Ludwig Berger selber gerne erinnert: Als er mit der Primarschule das Forum in Augst besuchen durfte, fand ein Klassenkamerad dort eine römische Scherbe. Der kleine Ludwig war im Besitze einer alten, verfallenen deutschen Banknote. Ohne zu zögern kaufte er die römische Scherbe für 10 Billionen Reichsmark! Engere und auch ernsthaftere Beziehungen verbanden Ludwig Berger seit seinem Studienabschluss mit Augusta Raurica. Nach dem bereits erwähnten, zweijährigen «Gastspiel» als Basler Kantonsarchäologe wurde er erneut mit der Leitung verschiedener Ausgrabungen in Augst betraut. Es sollte ein mehrjähriges Engagement in der Römerstadt werden, das von 1964 bis 1967 dauerte. Mehrere grössere Notgrabungen, die unter meist enormem Zeitdruck standen, waren in den Insulae 15, 20, 28, 30 und 31 sowie in der Taberne gegenüber dem Theater und beim Osttor mit dem vorgelagerten Grabmonument zu bewältigen.

Diese archäologischen Wurzeln in Augusta Raurica haben später auch sein Lehrangebot als Professor an der Universität Basel geprägt. Eine besonders intensive Zusammenarbeit mit der Augster Römerforschung ergab sich im Laufe der Jahre durch verschiedene Blockseminare mit Originalmaterial. Im vierjährigen Zyklus der ur- und frühgeschichtlichen Lehrveranstaltungen Ludwig Bergers bildeten die Übungen bzw. Seminare über römische Keramik mit einer eigens zusammengestellten typologischen Studiensammlung einen festen Bestandteil und über zahlreiche Semester gleichsam einen roten Faden. Die Blockseminare über römisches Glas 1980 und 1997, die Auswertung und gemeinsame Publikation 1984/85 der Osttor-Grabung von 1966, das epigraphische Blockseminar von 1991 über sämtliche Steininschriften und jenes von 1992 über die spätrömische Keramik aus dem Brandschutt der Taberne beim Augster Theater bleiben Dutzenden von Schülerinnen und Schülern als überaus lehrreiche Erfahrungen im Umgang mit Grabungsdokumentationen, Funden und Publikationsfragen in bleibender Erinnerung.

Auch seine persönliche wissenschaftliche Tätigkeit weist immer wieder Bezüge zu Augusta Raurica auf. Von den vielen Publikationen aus seiner Feder über Funde und Befunde aus Augst und Kaiseraugst haben jene von 1971 über das Gladiatorenmosaik (zusammen mit Marcel Joos) und die intensiv überarbeiteten und aktualisierten Neuauflagen von R. Laurs «Führer durch Augusta Raurica» von 1988 und 1997/98 sicher die grösste Beachtung in der Fachwelt erfahren. Es ist daher auch nicht erstaunlich, dass Ludwig Berger viele seiner Schülerinnen und Schüler bei der Suche nach Themen für Lizentiatsarbeiten und Dissertationen direkt mit Augster Vorschlägen beraten oder indirekt mit seinen eigenen Arbeiten dazu inspiriert hat (vgl. die Liste Seite ff.). Aus demselben Grund - und weil manche seiner ehemaligen Studentinnen und Studenten in der Römerstadt Augusta Raurica tätig waren oder sind - finden sich auch in dieser Festschrift zahlreiche Aufsätze zu Themen über Augst und Kaiseraugst. Daher war es für die Herausgeber auch naheliegend, den vorliegenden Gratulationsband in der Reihe «Forschungen in Augst» erscheinen zu lassen.

Gleich zu Beginn hatte die Herausgeber- und Vorbereitungsgruppe ein heikles Problem zu lösen. Sie wusste, dass sehr viele Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland dem Jubilar gerne einen wissenschaftlichen Beitrag gewidmet hätten. Mit Sicherheit wären Aufsätze für eine Festschrift in doppeltem Umfang als der vorliegenden oder gar für zwei Bände zusammengekommen, was jedoch die vorhandenen Möglichkeiten in vielfacher Hinsicht überstiegen hätte. Es waren daher möglichst klare und faire Beschränkungen zu definieren. So wurde schliesslich der Kreis der Eingeladenen auf die Schülerinnen und Schüler von Ludwig Berger beschränkt, die bei ihm im Fach Ur- und Frühgeschichte abgeschlossen haben, sowie auf die Fachleute im Seminar- und Bodenforschungsgebäude am Petersgraben 9-11 in Basel. Der Umfang wurde zudem rigoros auf wenige Druckseiten pro Beitrag limitiert. Wir bitten all jene, die sich ausgeklammert fühlen, um Nachsicht und unseren Jubilar um Verständnis!

Unser grosser Dank geht an alle Autorinnen und Autoren, die mit ihren vielschichtigen und interessanten Beiträgen die «MILLE FIORI» zu einer Publikation gemacht haben, die - so hoffen wir - einen «Strauss von tausend Anregungen» vermittelt. Der Titel weist somit nicht nur auf die vom Jubilar nun schon seit fast 40 Jahren und mit internationaler Beachtung betriebene Glasforschung hin, sondern er umschreibt auch die thematische und methodische Vielseitigkeit seiner Schülerschaft, die ebenfalls in dieser Festschrift zum Ausdruck kommt.

Wir sind froh, in der Kollegin Renate Ebersbach (Urgeschichte) sowie in den Kollegen Max Martin (Mittelalter) und Beat Rütti (römische Epoche) kompetente Mit-Redaktoren gefunden zu haben, deren Unterstützung es erlaubte, die aufwendige redaktionelle Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. In einem unverhofft eingetretenen Engpass sprangen zudem Karin Kob und Debora Schmid ein. Die Schlussredaktion aller Beiträge lag in den erfahrenen Händen von Karin Meier-Riva, das Korrektorat vor und während der Drucklegung besorgte Marianne Nägelin.

Der Verlag des Römermuseums Augst willigte spontan ein, den Druck der Festschrift zu organisieren und sie zu vertreiben. Für alle die römische Epoche betreffenden Artikel konnte er auch die Übernahme der Kosten verantworten. Für den Rest - gut ein Drittel des Umfanges - mussten weitere Geldgeber gefunden werden. Wir haben an dieser Stelle der Erziehungs- und Kulturdirektion des Kantons Basel-Landschaft für die Übernahme von Redaktion, Produktion und Verlag sowie der Abteilung Kulturpflege des Erziehungsdepartements des Kantons Aargau und dem Lotteriefonds des Kantons Basel-Stadt für namhafte Druckkostenzuschüsse zu danken.

Mit grossem Einsatz und erfolgreicher Diskretion hat es Gertrud Grossmann vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte in Basel verstanden, praktisch unter den Augen des Jubilars, aber ohne dass dieser etwas merkte, verschiedenste organisatorische Arbeiten zu besorgen. Schliesslich wäre diese Festschrift ohne die von langer Hand geplante und sehr umsichtige Projektkoordination und ohne die geduldige Bittstellung bei zahlreichen Stiftungen und Fonds durch Renate Ebersbach nie zustande gekommen. Ihnen beiden ein herzliches Dankeschön!

So freuen wir uns heute - im Namen aller Mitherausgeber, der Autorinnen und Autoren sowie aller Unterzeichner der «Tabula gratulatoria» - diese «MILLE FIORI» mit tausend guten Wünschen an Louis und Charlotte übergeben zu können!

Augusta Raurica, den 22. Januar 1998

Felix Müller und Alex R. Furger


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