Peter-A. Schwarz:
Kastelen 4
Die Nordmauer und die Überreste der Innenbebauung der
spätrömischen Befestigung auf Kastelen
(Forschung in Augst 24)
Inhalt
Als Augusta Raurica noch eine Stadt mit Holz- und Fachwerkhäusern war
Mit diesem Band ist die Auswertung der zwischen 1991 und 1993 durchgeführten archäologischen Notgrabungen auf dem Kastelenplateau abgeschlossen (die Bände 22-24 sind
schon vorher erschienen). Die ältesten Funde und Siedlungsreste stammen aus der Jungsteinzeit (um 4000 v.Chr.) und aus der späten Bronzezeit (12./13. Jahrhundert v.Chr.). Die
römischen Holzbauten in den Insulae 1, 2, 5 und 6 wurden zwischen 20/30 und 70/80 n.Chr. errichtet. Das Kastelenplateau wurde folglich später überbaut, als der zentrale Teil von
Augusta Raurica. Dort setzt die Besiedlung bereits bereits um 15/10 vor Chr. ein. Bemerkenswert ist, dass das Kastelenplateau etappenweise von Süd nach Nord überbaut wurde
und dass die älteste Phase der Holzbauperiode noch nicht nach dem Insularaster ausgerichtet ist. Die Überbauung bestand aus Fachwerkbauten; nachgewiesen sind auch Gebäude
mit Stampflehmwänden sowie ein gemauerter Halbkeller. Die Auswertung der Funde, der Tierknochen und der archäobotanischen Makroreste zeigt, dass hier eine besser gestellte
Bevölkerungsschicht gelebt hat. Abgesehen von einer (nur kurzfristig betriebenen) Eisenschmiede liessen sich keine gewerblichen Aktivitäten nachweisen. Für die Stadtgeschichte
interessant ist der Nachweis einer grösseren Brandkatastrophe in den Insulae 1, 2, 5 und 6. Sie könnte auf die kriegerischen Ereignisse des Jahres 69 n.Chr. zurückgehen.