Martin A. Guggisberg (Hrsg., unter Mitarbeit von Annemarie Kaufmann-Heinimann) und neunköpfiges Autorenkollektiv
Der spätrömische Silberschatz von Kaiseraugst: Die neuen Funde
(Forschung in Augst 34)
Inhalt
In der Publikation werden 18 bislang unbekannte Silbergefässe des spätantiken Silberschatzes von Kaiseraugst veröffentlicht. Zu den wichtigsten Ergebnissen der von einem
neunköpfigen Autorenteam erarbeiteten Publikation gehört die auf den Inschriften der neuen Gefässe beruhende Feststellung, dass grössere Teile des Silberschatzes als
kaiserliche Geschenke zu betrachten sind. Mit dieser Erkenntnis verschiebt sich der Akzent des Schatzfundes vom repräsentativen Tafelsilber hin zum prestigeträchtigen Besitz,
der dazu diente, die gesellschaftlich-politische Bedeutung des Eigentümers im Herrschaftsgefüge der Spätantike sichtbar zu machen. Neben der Vorlage der Neufunde stehen die
historischen und kulturhistorischen Implikationen dieser neuen Bewertung des Schatzes im Vordergrund. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Silber einer kleinen Gruppe von
Offizieren gehörte, die im unmittelbaren Umfeld des Kaisers Constans und nach dessen Ermordung im Herrschaftsapparat des Usurpators Magnentius zu lokalisieren ist. Es
widerspiegelt damit in bislang einzigartiger weise die historischen Ereignisse der Jahre zwischen 337 und 351/52, die durch die Neuordnung der politischen Verhältnisse nach dem
Tod Konstantins des Grossen und die militärische Auseinandersetzung seiner Söhne mit dem Usurpator Magnentius gekennzeichnet sind.