Home Augusta Raurica || Publikationen ||"Augster Museumshefte"
Zusammenfassungen / Summaries / Résumées
 

Dorothée Šimko:
Antike Maskenspiele im römischen Theater
Eine Geschichte für Kinder und Jugendliche mit Masken zum Ausschneiden und Bastelanleitung
1989 (Augster Museumshefte 11)


Aus dem Vorwort

Im Jahr 1988 hat Frau Dorothée Šimko, Primarlehrerin in Oberwil/ BL, während sechs Monaten ein Museumspraktikum im Römermuseum Augst durchführen können, welches dank der Gewährung eines grosszügigen Urlaubes durch Schulpflege und Inspektorat überhaupt erst möglich geworden ist.

Frau Simko hat sich ausserordentlich rasch - sicher wegen ihres schier grenzenlosen Engagements - im Römermuseum eingearbeitet. Nach einer kurzen "Angewöhnungsphase" an die vielfältigen Arbeiten hinter den Kulissen eines Museums war es ihr daher möglich, gleich mehrere kleinere und grössere Projekte zu realisieren. Eines davon ist die vorliegende Erzählung!

Ursprünglicher Anlass, sich mit antikem Maskenspiel zu befassen, war eine von uns angebotene Veranstaltung für den "Ferienpass" Rheinfelden im Sommer 1988. Mit unserer Restauratorin Christine Pugin hat D. Simko nach antiken Vorbildern römische Theatermasken in Ton selbst modelliert und in mehrfacher Ausführung in Gips abgegossen (vgl. dazu die Bastelanleitung auf Seiten 59-72), um diese dann mit den rund 20 Kindern der "Ferienpass"-Veranstaltung zu bemalen. Natürlich gehörte auch eine kurze Einführung in das römische Theaterwesen zum Programm, die - selbstredend - in der Theaterruine von Augusta Raurica stattfand.

Als eine Einführung für Kinder in das antike Maskentheater kann auch die vorliegende, reich illustrierte Geschichte benutzt werden. Zusammen mit den Ausschneidbogen und Kartonmasken im Anhang soll dieses Augster Museumsheft Anregungen zur Lektüre, zum Theaterspielen, zum Stückeschreiben oder zum Maskenbasteln geben. Viel Vergnügen!

Mehreren Fachleuten und Kollegen habe ich für die kritische Durchsicht und kulturgeschichtliche "Kontrolle" des Textes zu danken: Christoph Jungck und Hansjörg Reinau einerseits haben Änderungsvorschläge aus althistorischer Sicht beigesteuert, und Gérard Seiterle, Claudia Bossert-Radtke und Jürg Ewald andererseits lasen das Manuskript aus der klassisch-archäologischen Optik. Aber auch manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Römermuseums sowie auswärtige Personen und Institutionen haben mit Rat und Tat zum Entstehen dieses Heftes beigetragen: Allen voran Herr Martin Dreier und Frau Silvia Maurer von der Schweizerischen Theatersammlung in Bern, die uns freundlicherweise die beiden Kartonmasken von Max Breitschmid zur Reproduktion überliessen (Beilagen 2-3) und mit Literatur und Bildmaterial behilflich waren.

Back to Top


Jörg Schibler/Elisabeth Schmid:
Tierknochenfunde als Schlüssel zur Geschichte der Wirtschaft, der Ernährung, des Handwerks und des sozialen Lebens in Augusta Raurica
1989 (Augster Museumshefte 12)

Aus dem Vorwort

Wissenschaftliche Grundlagenforschung kann nicht ohne Öffentlichkeit auskommen, und populärwissenschaftliche Schriften sind ohne spezialisierte Grundlagen nicht möglich. Aus diesem Grunde hat sich die Publikationstätigkeit des Römermuseums Augst stets auf zwei verlegerischen Wegen bewegt: einem wissenschaftlich-monographischen (Reihe 'Forschungen in Augst' sowie 'Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst') und einem allgemein verständlichen (Reihen 'Augster Blätter zur Römerzeit' und 'Augster Museumshefte'). Die Veröffentlichungen wurden meist so angelegt, dass auf eine wissenschaftliche Spezialuntersuchung - die sich in erster Linie an Fachleute richtet - eine allgemeinverständliche Kurzfassung zum selben Thema folgte; dies im Sinne eines Rechenschaftberichtes an die Öffentlichkeit. Das vorliegende Heft hat genau dasselbe Ziel.

Augusta Raurica ist die einzige römische Siedlung von vergleichbarer Grösse innerhalb des ganzen Imperium Romanum, in der die Erforschung der Knochenfunde in den letzten drei Jahrzehnten derart konsequent vorangetrieben worden ist. Frau Prof. Dr. Elisabeth Schmid, Ordinaria für ältere Urgeschichte und Gründerin des Laboratoriums für Urgeschichte der Universität Basel, hat sich in den Jahren 1961 bis 1974 intensiv mit den in Augusta Raurica ausgegrabenen Tierknochen beschäftigt. Ihrem Interesse und ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit auf diesem Spezialgebiet ist es zu verdanken, dass diese "wertlosen Abfälle" überhaupt aufgelesen, gewaschen und der Forschung zugänglich gemacht wurden. Seit 1987 ist die regelmässige Bearbeitung der Knochen-Neufunde durch einen Vertrag zwischen Augusta Raurica und dem Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Basel gewährleistet.

Was alles aus diesen unscheinbaren Speiseresten, den Schlachtabfällen und dem Handwerksausschuss an vielfältigen und interessanten Informationen über die Geschichte der Ernähung und des Handwerks herauszulesen ist, vermitteln die beiden hier abgedruckten Aufsätze sehr anschaulich.

Der Beitrag von E. Schmid zeigt an einem ganz kleinen Ausschnitt der Römerstadt, wie die "osteoarchäologische Wissenschaft" konkret vorgeht und was für Aussagemöglichkeiten im Detail liegen. Der Aufsatz über die "Tierreste aus einer Grossküche von Augusta Raurica" ist ein Beispiel von zahlreichen Einzelstudien der Autorin, 1967 erstmals publiziert, und heute genauso aktuell und aufschlussreich wie damals.

Der allgemeiner gehaltene erste Teil von PD Dr. Jörg Schibler behandelt die Knochenreste aus der Gesamtsicht der römischen Stadt. Es handelt sich dabei um eine Kurzfassung einer umfassenden wissenschaftlichen Monographie über etwa 220'000 Tierknochenfunde aus Augusta Raurica, die E. Schmid in jahrelanger Arbeit bestimmt hat und die von J. Schibler ausgewertet worden sind. Der Text geht auf einen Vortrag zurück, den der Autor am 26.1.1989 für die Kontribuenten der Stiftung Pro Augusta Raurica in Liestal gehalten hat. Sein Text wird ergänzt durch zwei Kurzbeiträge zu den neuesten osteoarchäologischen Forschungen in Augst, verfasst von Sabine Deschler-Erb und Elisabeth Grädel (Seiten 31ff.; alle drei von der Osteologischen Abteilung des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Universität Basel).

Das vorliegende Museumsheft verfolgt aber auch ein zweites Ziel: Seit 1988 wird am Römermuseum Augst ein Projekt zur Einrichtung eines kleinen Tierparks - mit lebenden "römischen" Nutztieren - verfolgt, das auf die Initiative der beiden in Kleintierhaltung erfahrenen Museumshauswarte Marco Windlin und Erhard Jörg zurückgeht. Zur Zeit der Drucklegung dieses Heftes ist diese Tierpark-Idee ihrer Realisierung erst ein kleines Stück näher gekommen. Einerseits hat die Planung konkrete Formen angenommen: Ein ausführliches Konzept mit den vorgesehenen Tierarten, verschiedenen Standortabklärungen, Gehegeplanung, Bedarfszusammenstellung für die Kleinstallungen und einer Kostenübersicht sind fertig ausgearbeitet. Im Rahmen der vom Augster Ruinendienst z.Z. ebenfalls vorbereiteten Restaurierung des römischen Osttores ist der Tierpark in die dortige Planung miteinbezogen worden. Andererseits ist eine Sammelaktion - für immerhin rund Fr. 140'000.- Einrichtungskosten - bei zahlreichen Firmen und Stiftungen noch in vollem Gange, aber erst wenige Beiträge sind bereits definitiv zugesichert. Falls eine derartige, lebendige Anschauungsstätte in den nächsten Jahren tatsächlich einmal Wirklichkeit werden sollte, wird diese Schrift auch nützliche Informationen zu den verschiedenen kulturgeschichtlichen Quellen bieten, die das Publikum im Zusammenhang mit den in römischer Zeit gezüchteten Haustieren interessieren mag (insbes. Seiten 8-21 mit den Abbildungen 6-36).

Wir haben versucht, mit zahlreichen Abbildungen den unterschiedlichsten Quellen und Aussagemöglichkeiten dieses Spezialgebietes gerecht zu werden. Für das vertiefte Studium des Themas wird auf das Literaturverzeichnis am Schluss des Heftes verwiesen.


Back to Top