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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 15, 1994


Zusammenfassung

Das Jahr 1993 im Rückblick

Die Erziehungs- und Kulturdirektion des Kantons Basel-Landschaft veranlasste in verschiedenen Dienststellen des Kantons eine Strukturanalyse, so auch im Amt für Museen und Archäologie. Die Resultate der Erhebungen werden für das Jahr 1994 erwartet.

Am 25. Januar 1993 konnte im Beisein von Regierungsrat Peter Schmid ein originalgetreuer Abguss des altbekannten Victoriapfeilers an seinem alten Standplatz auf dem Forum eingeweiht werden. Vor dem Osttor sind die Rekonstruktionsarbeiten an der Grabrotunde beendet und mit Infotafeln versehen worden. Damit sind die Aussenanlagen von Augusta Raurica um zwei Attraktion reicher geworden. Im Museum sind Handwerker eingezogen: ein Schuhmacher und ein Bronzeschmied, brachten an einigen Tagen den Besucherinnen und Besuchern römische Handwerkstradition näher, und im August fand zum ersten Mal ein "Tag der offenen Tür" statt, der auf reges Interesse gestossen ist. Spektakuläre Grossgrabungen konnten in diesem Jahr in Augst nicht durchgeführt werden; hingegen ist eine neue Prospektionsmethode erprobt worden, die sog. Rammkern-Bohrung, die sich als ideale Ergänzung zu den schon bestehenden Luftbildaufnahmen erwiesen hat. In Kaiseraugst konnten weitere 40 m² des Gräberfeldes "im Sager" beobachtet werden, wobei keine spektakulären Ergebnisse zu verzeichnen sind. Die Publikationen des Jahres sind der Körperpflege (Baden und Salben), der Inneneinrichtung (Mosaiken) und der Aufarbeitung von Altfunden aus einer Augster Kiesgrube gewidmet.

Im vorliegenden Band der Jahresberichte werden alle Forschungsergebnisse der letzten Jahre in einer Zwischenbilanz zusammengefasst. Die Untersuchungen zu einzelnen Forschungsschwerpunkten der letzten Jahre wie Rundskulpturen, Glas, Mosaiken und Knochen erlauben einen umfassenden Überblick über die urbanistische Entwicklung und über die sozio-ökonomischen Strukturen vom 1. bis ins 3. Jahrhundert. Konservierung und Rekonstruktion sind in Augusta Raurica unumgängliche Arbeiten. Bei dieser Gelegenheit werden auch immer wieder alte Pläne, Fotos und Grabungsakten zu Rate gezogen. Sowohl bei den Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten am Osttor und der daran angrenzenden Stadtmauer, bei der Theatersanierung, als auch bei der Erforschung der antiken Topographie der Stadt bis in die Neuzeit, geben diese Hilfsmittel oft Aufschlüsse über Befunde, die heute ohne sie nicht mehr nachvollziehbar wären.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 16, 1995

Zusammenfassung

Das Jahr 1994 im Rückblick

Auch wenn Augusta Raurica noch über keine museumspädagogische Stelle verfügt, ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wesentlicher Pfeiler unserer Arbeit. Ein differenziertes Bild unseres Publikums und seiner Wünsche hat die grossangelegte Besucherumfrage ergeben, die im Sommer 1994 durchgeführt und kulturgeographisch ausgewertet wurde. Ein Vergleich mit einer Umfrage im Jahr 1988 hat ergeben, dass die Römerstadt Augusta Raurica auch heute einen sehr hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung der Bevölkerung einnimmt, allerdings gewisse besucherfreundliche Veränderungen unumgänglich sind. Ein lang gehegter Publikumswunsch konnte 1994 erfüllt werden: Am 14. Mai eröffnete Regierungsrat Peter Schmid den "Römischen Geschichtspfad". Der Lehrpfad belebt auf amüsante und informative Weise den Wegabschnitt zwischen Parkplatz und Amphitheater. Ein weiteres wichtiges Ereignis war der Besuch von Bundesrat Flavio Cotti mit allen Schweizer Botschaftern am 26. August.

Das Spektrum der Publikationen war auch 1994 vielfältig. Die schon früher erschienenen Werke über Fibeln und römische Amphoren aus Augst und Kaiseraugst sind durch weitere Bände ergänzt worden. Die Herausgabe eines bislang unveröffentlichten Manuskripts von Karl Stehlin liefert neue Erkenntnisse zur Foschungsgeschichte von Augusta Raurica. Zum erwähnten Geschichtspfad ist neu ein begleitendes Heft erhältlich.

Grossgrabungen mussten in Augst auch 1994 nicht durchgeführt werden. Im Dorfkern von Kaiseraugst wurde eine unbekannte Partie der Kastellthermen ausgegraben, "Im Sager" das Gräberfeld weiter untersucht und neue Aufschlüsse über die römische Ausfallstrasse in Richtung Bözberg gewonnen. Die Sanierung des Theaters machte Fortschritte; aus statischen Gründen musste ein Teil der nördlichen Zugangs teilweise wiederhergestellt werden.

Weitere Beiträge im vorliegenden Jahresbericht befassen sich mit den Untersuchungen von Buntmetallabfällen aus verschiedenen Werkstätten. Diese haben ergeben, dass zahlreiche Objekte nicht aus Bronze, sondern Messing bestehen und dass das Metall häufig recycliert worden ist. Einen weiteren Hinweis auf die handwerklichen Arbeitsmethoden erhalten wir durch ein Sigillata-Gefäss, dessen Herstellungstechnik Erkenntnisse auf eine Arbeitsteilung zwischen Modelhersteller und Formschüsseldekorateur gibt.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 17, 1996

Zusammenfassung

Das Jahr 1995 im Rückblick

Der vorliegende Jahresbericht bringt verschiedene neue Forschungsschwerpunkte, die für Augusta Raurica bedeutend sind: Eine kleine archäologische Begleitung eines Leitungsgrabens zeigt in aller Deutlichkeit, wie wichtig auch solche Routineeinsätze sind, da sich dort die Reste von mindestens vier Meilensteinen fanden. Derartige Funde im Zentrum einer antiken Stadt sind eine kleine Sensation. Eine andere aktuelle Grabung «im Rumpel», einer Flussschlaufe der Ergolz in der Unterstadt, erbrachte eine nachmittelalterliche Uferverbauung, die aus antiken Quadern - vielleicht einer Brücke - zusammengefügt war. Im Rahmen der langjährigen Theatersanierung wurden - an einem Strebepfeiler der nordwestlichen Aditus-Stützmauer - neue Erkenntnisse über die Art der Umgestalungen der drei Augster Theaterbauten herausgearbeitet. Unter den auch in Kaiseraugst zahlreichen Untersuchungen ist vor allem die grosse Grabung «Jakobli-Haus» im Kastellareal zu erwähnen, in der ein Sodbrunnen mit einer interessanten Verfüllung - u.a. 79 Spielsteine aus Bein - des 2./3. Jh. zum Vorschein kam und wo erstmals Gehhorizonte aus dem Frühen Mittelalter (5.-7. Jh.) zu beobachten waren. Einen Markstein in der Forschungsgeschichte nimmt daher der Beitrag über die stratifizierten frühmittelalterlichen Funde ein. Mehrere Altgrabungen mit den entsprechenden Funden und dokumentierten Befunden finden ebenfalls eine umfassende Würdigung: Die 25 Brandgräber des 1./2. Jahrhunderts an der Rheinstrasse 46 werden sehr ausführlich und mit detaillierten naturwissenschaftlichen Untersuchungen vorgelegt. Methodisches Neuland wird auch im Artikel über die Herstellungstechnik und Verwendung der vielen eisernen Bauteile aus der Curia und dem Tempel Sichelen 2 betreten. Der anlässlich des Autobahnbaus in den 1960er Jahren in aller Eile ausgegrabene Südostteil der Insula 48 wird, so gut es die Grabungsdokumentation zulässt, vorgelegt, ebenso wie die gleichzeitig untersuchten öffentlichen Areale in der südwestlichen Vorstadt.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 18, 1997

Zusammenfassung

Das Jahr 1996 im Rückblick

Unter den Aktualitäten des Jahres 1996 stechen mehrere Grabungsbefunde von unerwartetem Informationsgehalt wohl am meisten ins Auge: Im Banne Augst sind dies z.B. neue Erkenntnisse über die westliche Ausdehnung des grossen Gräberfeldes an der heutigen Rheinstrasse und sein vermutlich stark versumpftes Vorgelände (Grabung 1996.54) und die Dokumentation eines höchstwahrscheinlich römischen Strassenkörpers in der Flur Wannen (Gemeinde Pratteln), der schon 1898 nachgewiesen werden konnte und einen Zubringer zur römischen Hauensteinachse darstellt (1996.74); im Banne Kaiseraugst ist vor allem die Randbebauung im südwestlichen Kastellvorfeld mit einer Zufahrtsrampe zum antiken Steinbruchareal erwähnenswert (1996.06).

Auch Altgrabungen erbringen immer wieder neue Ergebnisse, wenn man sich nur die Zeit nimmt bzw. nehmen kann, die archivierten Grabungsdokumente und Funde erneut zu hinterfragen und zu analysieren. So finden sich in diesem Band ein neuer Rekonstruktionsvorschlag von Andreas Motschi und Markus Schaub für den an die frühchristliche Kirche in Kaiseraugst angebauten Wohn- und Badetrakt sowie ein ausführlicher Katalog von Alex R. Furger mit sämtlichen Laufbrunnen und Steintrögen im gesamten Stadtareal.

Wiederum stellen wir in unseren Jahresberichten auch einige ausgesuchte Fundensembles vor, so z.B. zwei neue geschnittene Ringsteine aus Augst durch Regine Fellmann Brogli oder das Inventar und die Fundumstände eines 1879 entdeckten Plattengrabes im «Feldhof» durch Peter-Andrew Schwarz. Ein aktueller und zugleich weit zurückblickender Restaurierungsbericht von Christine Pugin zeigt am Beispiel eines imposanten Schlangenkraters, wie wichtig die Dokumentation sämtlicher restauratorischer Arbeitsschritte ist. Über die laufenden, mehrjährigen Sanierungsarbeiten am Theater und insbesondere an der stark gefährdeten Cavea-Abschlussmauer beim Besucherkiosk berichtet Markus Horisberger.

Einblicke in die betrieblichen Aspekte und grabungspolitischen Erfahrungen in der Römerstadt Augusta Raurica gibt der allgemeine Jahresbericht am Anfang dieses Bandes, wo u.a. Daniel Suter die vielfältigen Bestrebungen für eine effiziente und attraktive Publikumsarbeit aufzeigt, die in Zeiten knapper werdender Mittel immer wichtiger wird, und Urs Müller einen kritischen Ausblick über die wissenschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der letzten 20 Jahre beisteuert. Die Planung und Entwicklung eines interaktiven Informationssystems - eines elektronischen «City-Guide Augusta Raurica» für drei vorgesehene «Infopoints» in unserem Freilichtgelände - wird von Karin Meier-Riva erörtert.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 20, 1999

Zusammenfassung

Das Jahr 1998 im Rückblick

1998 war in zweierlei Hinsicht ein Jahr der Superlative für die Römerstadt Augusta Raurica. Mit der Sonderausstellung «Out of Rome» über «Das Leben in zwei römischen Provinzstädten», nämlich Augusta Raurica und Aquincum (das heutige Budapest), erzielten wir international grosse Beachtung (A. R. Furger). Das Finderglück bescherte uns auf der zwei Jahre dauernden Notgrabung im Violenried ein intaktes unterirdisches Gewölbesystem, das mit gutem Recht als «der Fund des Jahrzehnts» bezeichnet werden darf (H. Sütterlin). Beide Ereignisse sowie verschiedene andere PR-Aktionen, Einweihungen und Medienorientierungen führten zu einem Jahresrekord von 554 Pressemeldungen über Augusta Raurica (A. R. Furger).

Eine breite Palette von Arbeiten und Projekten schritt planmässig voran, so z. B. die Vermittlungsarbeit (D. Suter; C. Aitken), die Sanierungen im Theater (Th. Hufschmid und M. Horisberger) oder die Betreuung von 24 archäologischen Interventionen in Augst unter neuer Leitung (J. Rychener) und 12 Einsatzstellen in Kaiseraugst (U. Müller). Zwei besonders aufschlussreiche Augster Notgrabungen werden in diesem Band ausführlicher behandelt, nämlich die Baubegleitungen anlässlich des beim Osttor erstmals praktizierten «Bauen über den Ruinen» (M. Schaub und A. R. Furger) sowie die Baubefunde und Inschriftenfunde rings um die Curia anlässlich des Schutzdachbaus (H. Sütterlin). Zwei Spezialgebiete werden schliesslich von auswärtigen Spezialistinnen und Spezialisten abgehandelt: die altbekannte Silberplatte des 3. Jahrhunderts von Kastelen (St. Martin-Kilcher) und Untersuchungen zu «Grössenveränderungen des Hausrindes» anhand der riesigen Tierknochenbestände von Augusta Raurica (G. Breuer, A. Rehazek und B. Stopp).

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 21, 2000

Zusammenfassung

Das Jahr 1999 im Rückblick

Viele kurz- und mittelfristige Projekte der Römerstadt - soeben abgeschlossene, weitergeführte und erst in Planung begriffene - werden im jährlichen Rechenschaftsbericht von Alex R. Furger ausführlich vorgestellt und illustriert (S. 5 ff.). - Über das kostenintensivste Langzeitvorhaben, die Theatersanierung, berichten wiederum Thomas Hufschmid und Markus Horisberger (S. 127 ff.). - Unter den Notgrabungen in Augst und Kaiseraugst (S. 43 ff. und 97 ff.) sticht vor allem der sensationelle und immer noch Rätsel aufgebende Befund des unterirdischen Brunnenhauses hervor, der von Grabungsleiter Jürg Rychener in einem separaten Aufsatz dargelegt wird (S. 53 ff.). Die neu angebotene Publikumsgrabung für Kinder, Eltern und Erwachsene hinter dem Osttor erlaubte nich nur manch neue Interpretation der nicht eben üppigen Befunde (S. 71 ff.), sondern sie war dem archäologischen Projektleiter Markus Schaub auch Anlass, die Stadtvermessung neu und mit interessanten Erkenntnissen zu überdenken (S. 83 ff.). - Wieder einmal entpuppte sich ein kleiner unscheinbarer Neufund als äusserst aufschlussreiche Quelle der Kulturgeschichte: Im Grabungsbericht Kaiseraugst 1999 schildert Urs Müller - neben vielen anderen Interventionen der Kantonsarchäologie Aargau - die Fundumstände eines Fingerringes mit Christogramm (S. 97 ff.). Die detaillierte ikonographische Analyse und Interpretation des seltenen Fundes durch Karin Kob bieten unserer Leserschaft einen aktuellen Überblick über frühe «Christen in Augusta Raurica» (S. 119 ff.). - Eine ganze Reihe von Spezialuntersuchungen ergänzt den vorliegenden Jahresbericht: die Archäobotanikerin Stefanie Jacomet stellt einen Getreidevorrat des 3. Jahrhunderts vor (S. 225 ff.), der Althistoriker Bruno W. Häuptli interpretiert die Namen der in Augst verstorbenen Brüder Olus und Fuscinus neu (S. 231 ff.) und die Archäologin Sylvia Fünfschilling stellt ein kleines Glasfläschchen in Form eines Fässchens vor (S. 245 ff.). - Die ausführlichste Studie in diesem Band ist die Lizentiatsarbeit von Regula Schatzmann über die späten Steinbauten beim nachmaligen Castrum in Kaiseraugst (S. 145 ff.). - Nach 63 Jahren der Berichterstattung in der «Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde» erscheint der Jahresbericht der Stiftung Pro Augusta Raurica mit diesem Band nun erstmals in unserem Periodikum (S. 249 ff.). Die Aktivitäten, Angebote und finanziellen Verhältnisse unserer Freundes- und Förderorganisation sind damit am selben Ort greifbar wie die anderen Aktualitäten aus der Römerstadt Augusta Raurica.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 22

Zusammenfassung
Es ist sicher ein Zeichen der Zeit und der gegenwärtigen Entwicklungen, dass in diesem Band nicht nur über die Grabungen und Funde aus dem Jahr 2000 berichtet sowie neuste Forschungsergebnisse vorglegt werden. Vielmehr enthält der Jahresbericht 22 der Römerstadt Augusta Raurica einen breiten Fächer mit vielen Stationen von der Antike bis in die Zukunft: Urs Müller berichtet u. a. über die Auswirkungen der spätantiken Kastellstrukturen auf das aktuelle Dorfbild von Kaiseraugst. Wie die beiden Ausgrabungequipen in Augst und Kaiseraugst die Zeugnisse römischer Stadtkultur freilegen und dokumentieren, demonstriert Markus Schaub vor Gästen jeweils im Sommer im Feld und hier mit seinem zweiten Bericht über unsere Publikumsgrabungen. Dass es dank Georadar und anderen geophysikalischen Methoden möglich ist, ein bisher ungekannt detailliertes Bild römischer Baustrukturen ohne Ausgrabung zu erlangen, beweist Jürg Leckebusch mit seiner bahnbrechenden Methode. Die ganz grosse «bunte» Vision hat eine Primarschulklasse aus Sissach gewagt - und trifft damit genau den Punkt, den auch die Verantwortlichen in Augst und die Politiker beschäftig.
Daneben finden sich in den «Jahresberichten aus Augst und Kaiseraugst» für das Berichtsjahr 2000 aber auch die gewohnten Rubriken: der Jahresrechenschaftsbericht des ganzen Römerstadt-Teams, die Grabungsberichte von Hans Sütterlin und Jürg Rychener aus Augst und Urs Müller aus Kaiseraugst, der Rapport zur laufenden Theatersanierung von Thomas Hufschmid, Markus Horisberger und Georg Matter sowie der Jahresbericht der Stiftung Pro Augusta Raurica von Hansjörg Reinau und Annemarie Kaufmann-Heinimann. Zwei methodisch völlig unterschiedliche Forschungsberichte runden die in und für die Römerstadt Augusta Raurica geleisteten Arbeiten ab: ein epigraphischer Nachtrag zum Grabstein des Olus und Fuscinus von Bruno W. Häuptli und eine osteometrische Studie zur Grössenzunahme der Haustiere im Laufe der Stadtgeschichte von Guido Breuer, André Rehazek und Barbara Stopp.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 23

Zusammenfassung

Archäologische Römerforschung für ein breites Publikum

Im Jahresbericht der Römerstadt Augusta Raurica 2001 dominieren Feste und Planungen - Rückblicke und Visionen. Ausführlicher werden eine Besucherumfrage am Römerfest, das Konzept der Internet-Homepage der Römerstadt, eine Digitaliesierung und 3D-Animation des altbekannten Stadtmodells von Augusta Raurica und die Neueröffnung des umgestalteten Römerhauses behandelt. Bei der Monumentenkonservierung stand die Sanierung des komplett erhaltenen Backofens in der «Taberne» im Zentrum. Die Forschungsbereiche «Rheinbrücken», «Erdbeben» und «Tierzucht» wurden naturwissenschaftlich mit bathymetrischen Messungen im Rheinbett, durch Erfassung der Eigenschwingungen und Tektonik bzw. mittels PCR-Analyse der «Ancient DNA» angegangen.
Der spektakuläre Neufund eines kleinen Bronzeringes mit Menora von Kaiseraugst ist das älteste Zeugnis für das Judetum in der Schweiz! Er wird hier erstmals sowohl aus konservatorischer Sicht als auch bezüglich seiner Fundzusammenhänge vorgelegt.
Drei ausführliche Einzelabhandlungen im selben Band haben sämtliche archäologischen Notgrabungen und Interventionen (z.B. Theatersanierung) des Jahres 2001 in Augst und Kaiseraugst zum Inhalt. Ein separater Vorbericht ist den aargauischen Untersuchungen an zwei parallelen Wasserleitungen im Osten der antiken Stadt gewidmet. Die laufende Theatersanierung führte bei der Restaurierung des Südvomitoriums (Besucherzugang) zu neuen Erkenntnissen im römischen Gewölbebau, über die ebenfalls ein Aufsatz berichtet.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 24

Zusammenfassung

Aktuell, interdisziplinär: der Rechenschaftsbericht des Römer-Forschungszentrums

Wie in jedem Jahresbericht aus der Römerstadt Augusta Raurica wird ausführlich über die 2002 erfolgten Notgrabungen in Augst und Kaiseraugst, über die Konservierungsmassnahmen an den Fundobjekten, die Restaurierungsarbeiten an den Monumenten (Theater und Bäckerei/Wachposten) sowie über die Vermittlungsprojekte berichtet. - Drei spezielle Aufsätze widmen sich besonderen Aspekten der römischen Kultur und des Alltagslebens: Bettina Janietz berichtet über eine Gewölbemalerei und deren Konstruktion auf Kastelen, Christian Maise über den römischen Reisewagen aus Kozármisleny (Ungarn), den er mit einem kleinen Spezialistenteam für das Augster Römerhaus rekonstruiert hat, und eine interdisziplinäre Autorengruppe analysiert ausführlich eine Latrinengrube, die 2001 in Kaiseraugst entdeckt worden ist.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 25, 2004: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Der ausführliche Rechenschaftsbericht für das Jahr 2003 in der Römerstadt Augusta Raurica ist von zwei Dingen geprägt: einerseits von einem Schub in der wissenschaftlichen Forschung und andererseits durch den Abschluss jahrelanger Planungsarbeiten für die Zukunft der Römerstadt, ihres Schutzes, ihres Museums, ihres Freilichtgeländes und ihrer Erforschung. Die Fundkonservierung und die Archäologische Denkmalpflege haben sich in den letzten zwei Jahren erfreulich konsolidiert und professionalisiert: Im Buch legt das ganze Römerstadt-Team beredtes Zeugnis aus seinen drei Kernaufgaben ab: Forschen, Erhalten, Vermitteln.

Die wissenschaftlich unbefriedigenden Notgrabungen nehmen leider kein Ende: In Augst zerschnitten lange Leitungsgräben unter mühsamen Begleitumständen die halbe antike Oberstadt, und in Kaiseraugst bewirkt die ununterbrochene Reihe von Neubauprojekten eine Grabungspermanenz und -hektik, welche die Budget- und Personalressourcen permantent überfordern und letztlich aufs Spiel setzen. Dass trotz nachteilhaften Notgrabungsbedingungen und jeweils kappster Auswertungszeit im Winter im neuen Band eine kleine, aber feine Auswertung einiger Brandgräber im Westgräberfeld und eine Bilanz der Geophysikalischen Prospektionsmöglichkeiten zu finden sind, ist aber höcht erfreulich. Natürlich standen auch wieder zahlreiche naturwissenschaftliche Untersuchungen auf dem Programm der Römerstadt und ihrer externen Partner, insbesondere drei separat vorgelegte Untersuchungen über römische Textilreste auf Münzen, Isotopenanalysen für die Herkunftsbestimmung von römischem Blei sowie die Magnetikdatierung eines Ziegelbrennofens in Kaiseraugst.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 26, 2005: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Augusta Raurica ist ein ergiebiger Ort der Geschichte und ein lebendiger Ort der Gegenwart. Der umfangreiche Jahresbericht für 2004 legt erneut davon Zeugnis ab: Er berichtet von der erfolgreichen Sonderausstellung «DER SCHATZ - Das römische Silber aus Kaiseraugst neu entdeckt» und der Freilegung einer sehr gut erhaltenen grossen Peristylvilla anlässlich der Notgrabung in der Insula 27. Im Rechenschaftsbericht werden auch die Grabungen und Konservierungsmassnahmen an Monumenten und Funden dargestellt, einige besondere Alt- und Neufunde vorgestellt und neue Vermittlungskonzepte präsentiert. Grosse Anstrengungen wurden zur Förderung der interen wissenschaftlichen Forschung und zur Erhaltung der Römerstadt für kommende Generationen unternommen. In ausführlichen Vorberichten und mit zahlreichen Bildern werden die neusten Grabungen und Entdeckungen von 2004 in Augst und in Kaiseraugst sowie die entprechende Sanierungskampagne im Theater präsentiert. Eine reizvolle Studie befasst sich mit Fossilien aus Augusta Raurica - 2000 Jahre alten Souvenirs gewissermassen, die schon auf römische «Sammler» einen Reiz ausgeübt haben müssen.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 27, 2006: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Im vorliegenden Jahresbericht aus Augusta Raurica kommt ein Paradigmawechsel zum Ausdruck: Über viele Jahre hinweg hat man in der Römerstadt Projekte realisiert, ohne sich auf definierte Gesamtkonzepte und Koordination mit den politischen Partnern in den beiden Standortgemeinden abstützen zu können. Neu sind konzeptorientiertes Arbeiten in den Kernbereichen Forschen, Erhalten, Vermitteln und Public Relations sowie Kooperationen mit Dritten. Ein anderer, sehr erfreulicher Paradigmawechsel fusst auf dem Archäologiegesetz von 2002 und kommt in der Unterschutzstellung der soeben entdeckten antiken Stadtvilla in der Insula 27 durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft zum Ausdruck).

Auch das Jahr 2005 bescherte uns wieder einige archäologische Entdeckungen wie etwa einen Ziegelmosaikboden vor dem Theater, viel Routinearbeit bei den laufenden Baubegleitungen und Notgrabungen in Augst und Kaiseraugst, immer wieder prominenten Besuch, neue erfolgreiche Workshops wie z. B. «Scherben bringen Glück», eine moderne archäologische Datenbank «IMDAS-Pro» und eine viel beachtete Ausleihe des kompletten Kaiseraugster Silberschatzes ins Badische Landesmuseum in Karlsruhe.

Wiederum schliessen mehrere Spezialstudien diesen Band ab: Eine neue «Erhebung» der Einwohnerzahl von Augusta Raurica, die ungewöhnliche vorläufige Zuschüttung der Insula 27 zum Schutz der Baureste bis zur definitiven Publikumsöffnung, botanische Überlegungen zur Beeinträchtigung der römischen Kulturschichten durch neu gesetzte Pflanzen zur didaktischen Markierung antiker urbaner Strukturen und eine archäologisch-naturwissenschaftliche Gemeinschaftsstudie über ungewöhnliche Abfallschichten im Stadtzentrum von Augusta Raurica.

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Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 28, 2007: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Das archäologische Jahr 2006 in Augusta Raurica hat erneut eine breite Palette von Erlebnismomenten, Grabungsentdeckungen und Forschungsresultaten gebracht.

Zwölf Diplomarbeiten beschäftigten sich mit signaletischen Verbesserungen im Gelände. Auf den Augster Ausgrabungen wurde erstmals detailliert ein innerstädtischer Platz im Bereich einer Strassengabelung untersucht: 400 m2 Strassenbeläge, Karrengeleise, viele Teuchelleitungen für Frischwasser und ein Laufbrunnen zeugen von städtischen Infrastrukturen auf hohem Niveau. Endspurt im Theater! Die 16 Jahre dauernden Sanierungen finden mit der Umgebungsgestaltung ihren Abschluss. Gleichzeitig werden in der Publikumsgrabung von Laien viele Keramikgefässe, Kleinfunde des Alltags und Lebensmittelreste gefunden und von den Fachleuten dokumentiert und geborgen. Sie zeugen von einem Regalmöbel - vermutlich in einer Taberne - aus der Zeit um 100 n. Chr. Schliesslich werden Überlegungen zum altbekannten Heiligtum in der «Grienmatt» angestellt, die das oft uminterpretierte Monument doch als Doppeltempel erkennen lassen. Der Jahresbericht der Stiftung Pro Augusta Raurica legt die Resultate einer umfassenden Umfrage offen, auf die erfreulich viele Gönnerinnen und Gönner reagiert haben.


Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 29, 2008: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Das archäologische Jahr 2007 in Augusta Raurica hat in der «Obermühle» einen römischen Platz mit Strassenkreuzung ans Licht gebracht. Die urbane Dynamik kommt in einer Vielzahl von Schotter-Aufkofferungen, einem Gewirr von Deuchelleitungen und Abwassergräben, aber auch in einem Laufbrunnen und mehrfach umgebauten Häuserfronten zum Ausdruck. Nach 16 Jahren Theatersanierung war 2007 grosse Wiedereröffnung mit einem reichen Programm. Eine Openair-Debatte des Kantonsparlaments, Konzerte und «Sandalenfilme» liessen erahnen, welch bedeutende kulturelle Aufführungsstätte sich hier in den nächsten Jahren etablieren wird. Interessierte werden sich freuen, dass bereits in diesem Band eine archäologische Bilanz der Theaterforschungen der letzten 16 Jahre und ein Restaurierungs-Gesamtbericht vorgelegt werden. Neue Entdeckungen und bemerkenswerte Funde (z. b. ein Tonmodel, Cover-Bild) täuschen nicht darüber hinweg, dass die Arbeitsplätze und Depots in Augusta Raurica äusserst desolat sind; in zwei Bildberichten wird dies drastisch veranschaulicht. Die in Kaiseraugst greifbaren Spuren des römischen Militärs werden bereichert durch eine Teil-Auswertung des kleinen Holzlagers des 1. Jahrhunderts n. Chr. und durch eine interessante Grabung im Innern des Kastells des 4. Jahrhunderts.


Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 30, 2009: Das Jahr 2008 im Rückblick

Zusammenfassung

Das archäologische Jahr 2008 in Augusta Raurica machte sich nach aussen vor allem durch mehr Präsenz unserer erneut ausgebauten Publikumsangebote bemerkbar, zum Beispiel mit einem Familienprogramm jeden Sonntag während der Saison und mit mehreren grossformatigen Plakaten im Gelände. Innerbetrieblich haben wir die laufenden Forschungsarbeiten und Publikationen forciert und besser koordiniert, nachdem in den Vorjahren mehrere Projekte wegen unfertiger Abklärungen oder Manuskripte oder Abbildungen stagniert sind. Von den wiederum zahlreichen Notgrabungen und archäologischen Baubegleitungen sowie der Publikumsgrabung erbrachte die eine nahe des Kastells in Kaiseraugst wieder einmal eine Skulptur, nämlich ein hübsches kleines Merkurrelief, dem eine eigene Studie gewidmet ist. Von den zwei weiteren Forschungsberichten betrifft der eine den singulären spätantiken Ziegelmosaikboden beim Theater, der 2005/06 in situ auf der Grabung auf seine Herstellung und Reparaturen hin untersucht worden ist. Im letzten wissenschaftlichen Beitrag dieses Bandes werden die seismoliogischen Untersuchungen und Interpretationen dargelegt, die im Rahmen eines mehrjährigen Nationalfondprojekts zur Spätzeit von Augusta Raurica und der Frage eines allfälligen Erdbebens im 3. Jahrhundert n. Chr. erarbeitet worden sind. Der Jahresbericht der Stiftung Pro Augusta Raurica, ergänzt mit einem Vortrag über römische Fora, schliesst diesen Band ab. Alex R. Furger


Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 31, 2010: Das Jahr 2009 im Rückblick

Zusammenfassung

Der erste Teil dieses umfangreichen Jahrbuchs legt Rechenschaft ab über die Arbeiten von 2009 in Augusta Raurica. Schwerpunkte waren die Tempelmauersanierung beim Schönbühl und die Grabungen mitten im spätantiken Kastell von Kaiseraugst. Im zweiten Teil werden zwei neue Forschungsprojekte publiziert: Urs Brombach wertet alle historischen Pläne von Augst und Kaiseraugst aus und Peter Berner legt die archäologischen Aspekte seiner Disseration über in Augusta Raurica verwendete römische Kalkmörtel vor.


Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 32, 2011: Das Jahr 2010 im Rückblick

Zusammenfassung

Der wichtigste laufende Prozess in Augusta Raurica ist die Arbeit an einem Entwicklungskonzept, an dem erstmals und mit Erfolg auch die beiden Standortgemeinden Augst und Kaiseraugst mitwirken.
Bei den Ausgrabungen des Jahres 2010 fanden sich einige bemerkenswerte, ausserordentliche Befunde, die hier vorgestellt werden. Es ist einerseits eine Streifenhaus-Bebauung mit Traufgassen direkt am linken Ergolzufer in Augst, relativ weit vom antiken Stadtzentrum entfernt. Im Kastellareal von Kaiseraugst konnte die mehrjährige Grabungskampagne «Löwen» mit drei kaiserzeitlichen Steinbauperioden und der Freilegung und Dokumentation eines gut erhaltenen Kellers abgeschlossen werden. Auf der Publikumsgrabung im Südosten der antiken Stadt wurde u. a. eine Grube untersucht. Ihr reicher Inhalt verdiente eine ausführliche, hier bereits vorgelegte Studie. Die Zusammensetzung des Fundmaterials mit viel ganz erhaltener Keramik, einem Votivblech für Jupiter und anderen «ausgesuchten» Objekten lässt vermuten, dass hier in einem kultischen Akt im dritten Viertel des 3. Jahrhunderts in einem Zug das Inventar eines aufgelassenen Gebäudekomplexes deponiert wurde.
Zwei naturwissenschaftliche Untersuchungen ergänzen die archäologischen Beiträge. Eine Analyse-Serie der Augster Böden und Äcker erbrachte keine Reste der extrem starken Düngungen im letzten Jahrhundert, die in den letzten Jahrzehnten grosse Korrosionsschäden an den Metallobjekten
angerichtet haben. Diese Zerfallsprozesse an Metallobjekten sind demzufolge heute - zum Glück - nicht mehr akut. Im zweiten archäometrischen Beitrag werden die Bleiisotope in den Bronzebruchstücken des Augster «Schrottfunds» analysiert. Demzufolge hatte man das mitlegierte Blei aus den römischen Minen in der Nordeifel und im Gebiet Taunus/Harz bezogen.


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