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Lapidarium (Steindenkmäler)
 
Steinerne Zeugen!

Grab-, Weih- und Bauinschriften sind wichtige Quellen für die Interpretation der römischen Vergangenheit. Direkt neben dem Römerhaus sind zahlreiche Steindenkmäler in neuer Aufstellung zu besichtigen.

 

 
Die hier gezeigten Skulpturen, Baudenkmäler, Altäre, Grabsteine und Inschriften sind eine Auswahl der wichtigsten Stücke von Augusta Raurica. Die meisten bestehen aus Steinmaterial der näheren Umgebung.

Von den Steinwerken aus der römischen Stadt ist nur wenig erhalten geblieben. Bereits in der Spätantike wurden viele Steine zum Bau von Befestigungsanlagen wieder verwendet, später transportierte man sie nach Basel, wo sie der wachsenden Stadt als Baumaterial dienten.

Die Ausstellung ist in vier Bereiche gegliedert: Steindenkmäler aus kultischem Zusammenhang, Bauteile, Grabsteine und Inschriften. Aus konservatorischen Gründen werden hier Repliken präsentiert.

Eine Beschreibung der Exponate ist an der Kasse des Museums erhältlich.

 

 
Inschriften

Die meisten Inschriften aus Augusta Raurica sind nur in kleinen Bruchstücken überliefert. Die ergänzten Texte liefern Einblicke in das damalige Leben, was uns ohne diese Schriftzeugnisse verwehrt wäre. So wissen wir beispielsweise, dass es üblich war, Gelübde an eine Gottheit mit Weihinschriften einzulösen.

Die Namen der Verstorbenen auf den Grabinschriften verraten, dass die Einwohnerinnen und Einwohner von Augusta Raurica grösstenteils Nachfahren der einheimischen keltischen Bevölkerung waren, auch wenn sie römische Vornamen trugen

 

 
Grabsteine

In römischer Zeit war es üblich, Bestattungen mit Grabsteinen oder grossen Grabdenkmälern zu kennzeichnen. Die Namen der Verstorbenen wurden in Stein graviert oder aufgemalt. Die Friedhöfe befanden sich ausserhalb des überbauten Stadtgebiets entlang der Landstrassen.

Zu den interessantesten Grabdenkmälern aus Augusta Raurica gehören der Grabstein eines Eisenhändlers aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und die Stele der verstorbenen Eusstata, wohl christlichen Glaubens, aus dem 4. Jahrhundert.

      
 

 
Kultische Denkmäler

Neben Weihinschriften sind aus dem Bereich der Verehrung von Gottheiten Statuen und Altäre überliefert. Sie standen meist in den heiligen Bezirken der Tempel und zeugen von der Vielfalt der verehrten Gottheiten und der Religiosität der Bewohnerinnen und Bewohner von Augusta Raurica.

Zu den herausragenden Statuenfunden zählen der Herkules mit Höllenhund aus dem Heiligtum in der Grienmatt und der Torso einer Venus, die eingemauert in der Kastellmauer in Kaiseraugst gefunden wurde.

      
 

   
Bauteile

Vom reichen Bauschmuck der Monumentalbauten im Stadtzentrum und der grossen Tempel ist nur sehr wenig erhalten geblieben. Die Funde beschränken sich auf Bruchstücke von Friesen, Säulenteile, Bau- und Ehreninschriften sowie Denkmäler.

Von einem mächtigen Siegesdenkmal stammen Bruchstücke mit gefangenen Barbaren und Waffen. Sie wurden im Bereich des Kastells in Kaiseraugst gefunden, wo sie in zweiter Verwendung als Baumaterial dienten.

 

 
Meilenstein

Meilensteine standen an den Fernstrassen und gaben die Entfernung bis zum nächsten Hauptort an. Neben einer Distanzangabe trugen sie den Namen des regierenden Kaisers.

Der Meilenstein von Kaiser Antoninus Pius (139 n. Chr.) besitzt ausnahmsweise keine Distanzangabe und war wohl in der Stadt aufgestellt. Er wurde in der Nähe des Forums gefunden, sein ursprünglicher Standort ist allerdings nicht bekannt.

 

 
Grabtafel des L. Munatius Plancus

Die Tafel stammt vom monumentalen Grabmal des Lucius Munatius Plancus in Gaëta bei Neapel. Sie verkündet, dass der dort begrabene Feldherr und Freund von Julius Caesar in Gallien die zwei Kolonien in Lyon und Raurika, die Colonia Raurica, gegründet hat.
 

 
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