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Späte Befestigung auf Kastelen
 
 
Rückzug hinter dicke Mauern

Eine grosse Notgrabung und deren archäologische Auswertung bestätigten eine alte Theorie: Schon im 3. Jahrhundert n.Chr. wurde Augusta Raurica wiederbefestigt, nachdem grosse Teile der Zivilstadt Kriegshandlungen zum Opfer gefallen sind und die verbliebene Bevölkerung dringend untergebracht werden musste.

 

 
- Publikation über die Befestigung auf Kastelen
- Befestigungen in Augusta Raurica
- Alamanneneinfälle
- Römerstiftung Dr. René Clavel
 

 
Heute:

Einst:

 

 
Um 276 n.Chr. errichteten römische Militäreinheiten eine enceinte réduite (ummauerte Befestigung) auf dem Kastelenplateau in Augusta Raurica, nachdem grosse Teile der Stadt durch Alamannen oder aufständische römische Truppen zerstört und ausgeraubt worden waren. Wichtigste Elemente dieses befestigten Siedlungskernes im Norden der antiken Oberstadt bilden ein tief gestaffeltes Wall-Graben-System im Süden des Kastelenplateaus und eine ca. 2,5 Meter starke Wehrmauer. Deren Nordabschnitt wurde zwischen 1991 und 1993 auf einer Strecke von rund 30 Metern untersucht. Bauzeit, Bautechnik und Kleinfunde lassen den Schluss zu, das der Bau im Rahmen der von Kaiser Probus (276-282 n.Chr.) veranlassten Konsolidierungs- und Verteidigungsmassnahmen erfolgte.
Die Funktion als Refugium für die kriegsdezimierte Bevölkerung hat die enceinte réduite bis gegen die Mitte des 4. Jahrhunderts erfüllt. Der Bau des Castrum Rauracense führte aber bereits um 300/320 zu einer Verlagerung des Siedlungsschwerpunktes an den Rhein, in die Kaiseraugster Unterstadt. Der Abbruch der Wehrmauer erfolgte vermutlich im Zusammenhang der Gewinnung von Baumaterial für die Reparatur der um 351/352 n.Chr. beschädigten Wehrmauer des Kastells in Kaiseraugst.
Heute steht auf dem Hügelsporn Kastelen, der nicht öffentlich zugänglich ist, die Römerstiftung Dr. René Clavel mit Gästevila und Auditorium.
 

 
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