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Rheinhafen
 
 
Bisher ein Phantom!

Wir wissen, dass Augusta Raurica einen grossen Rheinhafen mit einem sehr bedeutenden Güterumschlagsvolumen gehabt haben muss. Aber wir wissen nicht sicher wo. Am wahrscheinlichsten ist die Bucht bei der Mündung der Ergolz in den Rhein.

 

 
Heute:

Einst:

 

 
Obwohl der Rheinhafen für die Verkehrslage und Wirtschaft der antiken Stadt enorm wichtig, ja ausschlaggebend war, wissen wir über ihn bis heute gar nichts: Weder kennen wir mit Sicherheit seinen Ort noch wissen wir etwas über seine Struktur und Organisation. Die Chancen, Spuren des antiken Flusshafens von Augusta Raurica zu finden, waren immer schlecht. An den überhaupt in Frage kommenden Uferstellen ist in moderner Zeit nie gebaut worden, weshalb auch die Archäologen/-innen mit ihren Notgrabungsequipen dort nie auf den Plan gerufen wurden.

Ein grosses Potenzial für einen Rheinhafen muss die Ergolzmündung aufgewiesen haben. Bei normaler Wasserführung wäre die breite Mündung der Ergolz ein idealer Anlegeplatz mit genügender Kapazität für viele Flussschiffe. Es mag aber sein, dass gelegentliches Hochwasser der Ergolz für einen Hafen in ihrem Mündungsbereich allzu riskant gewesen ist. Am flachen östlichen (Kaiseraugster) Ufer hätte man jedenfalls gut die notwendigen Infrastrukturen für Schiffe und Güterumschlag errichten und die nötigen Lagerkapazitäten schaffen können.

Von römischen Binnenhäfen in Genf, Xanten usw. weiss man, dass entlang des Hafenufers Molen mit Pfählen und Holzplanken oder schweren Steinpackungen errichtet waren, an welche Schiffe und Lastkähne direkt anlegen und gelöscht werden konnten. Entlang dichter, ins Wasser führender Pfahlreihen konnten Stege montiert sein und weitere Schiffe anlegen. Wenige Meter hinter der Mole stand in der Regel eine erste Häuserzeile mit Lagerschuppen, Werkstätten usw. So müssten wir uns auch den grossen Güterumschlaghafen am Rhein bei Augusta Raurica vorstellen.

Vielleicht ergibt sich in Zukunft einmal die Gelegenheit - als archäologische Notmassnahme oder aus Forschungsdrang - den römischen Hafen systematisch zu (unter)suchen? Die Lage direkt am Wasser liesse optimale Erhaltungsbedingungen für Holz und andere organische Stoffe erwarten, was in den trockenen Schottern der Ober- und Unterstadt leider nicht der Fall ist. Eines ist sicher: Wird der Rheinhafen einmal entdeckt, so ist das eine archäologische Sensation!

 

 
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