Archäologie Augusta Raurica

Augusta Raurica im Leuchtturmprojekt «Muoniverse»

Die Teilchenphysik ermöglicht neue Einblicke in archäologische Funde.

Veröffentlicht am: 17.02.2026 17:42

Wir sind Partner im Nationalen Forschungsschwerpunkt «Muoniverse» – einem neuen Leuchtturmprojekt des Paul Scherrer Instituts und der Universität Zürich. Im Zentrum steht die Forschung mit Myonen – Elementarteilchen, die es erlauben, Materialien tiefgreifend und gleichzeitig zerstörungsfrei zu untersuchen.

Dank «Muoniverse» werden die nutzbaren Myonenstrahlen künftig deutlich besser fokussiert. Dadurch werden hochpräzise Analysen selbst an kleinsten Proben möglich und neue Anwendungsfelder erschlossen.

Bahnbrechende Möglichkeiten für die Archäologie

Für die Archäologie eröffnen sich damit vielversprechende Perspektiven. Myonen können genutzt werden, um archäologische Artefakte und Monumente zerstörungsfrei zu durchleuchten. So lassen sich etwa die Elementzusammensetzung bestimmen, verborgene Schichten, Strukturen und Hohlräume sichtbar machen, Fälschungen erkennen oder Herstellungsprozesse und Datierungen präzisieren. Mit demselben Prinzip der Myonen-Radiographie wurden 2017 geheime Hohlräume der Cheops-Pyramide aufgespürt. Die Weiterentwicklung der Myonenforschung wäre ein fundamentaler Schritt und eröffnet einzigartige Möglichkeiten für die archäologischen Wissenschaften.

Unsere Rolle im Projekt

Als bedeutendes archäologisches Forschungs- und Vermittlungszentrum bringen wir hier zwei besondere Stärken ein:
Wir verfügen wir über eine umfangreiche Sammlung sowie langjährige Erfahrung in der archäologischen Analyse, Konservierung und Kontextualisierung von Fundobjekten. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Nationalmuseum formulieren wir konkrete Fragestellungen aus der Praxis und tragen dazu bei, dass die neuen Technologien gezielt für die Erforschung und den Erhalt von Kulturgütern weiterentwickelt werden.

Zudem sind wir gemeinsam mit dem Schweizerischen Nationalmuseum für die Vermittlung der Forschungsergebnisse zuständig und entwickeln Vermittlungsformate, um die Forschung aus «Muoniverse» für die breite Öffentlichkeit verständlich und zugänglich zu machen – ein zentrales Anliegen des Projekts.

Verantwortlich dafür sind Katharina Schmidt-Ott, Leiterin Konservierungsforschung beim Schweizerischen Nationalmuseum, und Lilian Raselli, Leiterin des Museums Augusta Raurica.

Ein Projekt mit internationaler Strahlkraft

Das Interesse an der Myonentechnologie ist bereits heute gross und wird von zahlreichen Institutionen aus Wissenschaft, Kultur und Industrie getragen. Mit «Muoniverse» entsteht ein Leuchtturmprojekt mit internationaler Strahlkraft. Wir sind stolz, Teil davon zu sein.


Mehr zum Tema

Zur Medienmitteilung des PSI

Unsere Herkules-Statuette kam bereits 2022 in einem Myonen-Experiment zum Einsatz:

Tiefe Einblicke in römerzeitliches Metallhandwerk (Magazin Augusta Raurica, 02/2021)

Herkules und Akkus durchleuchtet (News des PSI, 08.06.2022)