Der grösste Silberschatz der Antike
58 kg reines Silber, verarbeitet zu 270 Objekten wie Platten, Löffel, Münzen und vielem mehr: der Silberschatz von Augusta Raurica ist einer der wertvollsten und wichtigsten Schätze der Antike.
Seine Besitzer waren hochrangige Gefolgsleute des Kaisers. Neben Privatgeschenken finden sich im Silberschatz auch Geschenke des Kaisers selbst. Damit sicherte er die Loyalität seiner Untergebenen und festigte die freundschaftlichen Beziehungen.
Der damalige Wert des Silberschatzes war immens: Er entsprach dem Jahressold von 230 Legionären. Und all dies gehörte zuletzt einem, vielleicht auch zwei hohen Offizieren der Armee. Um 351 n. Chr. vergruben sie den Schatz im Castrum Rauracense: eine Vorsichtsmassnahme im Zusammenhang mit innenpolitischen Machtkämpfen und einer damals starken Bedrohung durch die Germanen. Ausgegraben wurde er nicht mehr – bis 1961, als ein Bagger die Objekte bei Bauarbeiten freilegte. Entdeckt wurde der Schatz durch Zufall im Frühjahr 1962. 18 Stücke tauchten allerdings erst 1995 wieder auf.
Der Silberschatz ist aktuell nicht im Museum Augusta Raurica ausgestellt.
Wirf einen Blick auf den Silberschatz:
«Schatzfunde – versteckt, verschollen, entdeckt» im Historischen Museum Basel
Die Ausstellung ist bis am 28. Juni 2026 in der Barfüsserkirche zu sehen.
Zur AusstellungEntdecke den Silberschatz Online!
Zum SilberschatzFundgeschichte
Ende 1961 stiess ein Baggerführer bei Bauarbeiten in Kaiseraugst zufällig auf den berühmten spätrömischen Silberschatz – ohne es zu ahnen. Die schweren Schaufeln beschädigten Teile der wertvollen Objekte, viele Stücke wurden verstreut. Erst im Januar 1962 begann die spektakuläre Geschichte der Wiederentdeckung: spielende Kinder, aufmerksame Spaziergänger und eine Wirtin trugen die ersten Funde zusammen, bis die Archäologen das Ausmass erkannten.
Nach und nach kamen immer mehr Objekte ans Licht. Doch einige Stücke fehlen bis heute – vielleicht tauchen sie eines Tages noch auf.
«Es liess mir keine Ruhe, so dass wir am Mittwoch früh um 8 Uhr bereits wieder auf dem Platze waren: mit Werner Hürbin und Jürg Ewald [...]. Da kommt Löwenwirtin Frau Schmid-Leuenberger in der Küchenschürze über die Schutthaufen vom Rest. Löwen her mit 2 "Kuchenblechen" und fragt, ob das etwas sei, sie habe es da, wo wir suchen, zusammengelesen. Es ist die grosse Amorettenplatte (Randbemerkung: Meerstadt) in Niellotechnik und die grosse unverzierte Platte. Wir sind fassungslos ob dieser Wendung und gehen ans Entziffern der Darstellung. Doch Frau Schmid erklärt, sie habe noch mehr so Zeug im Fischschopf [...].»
(Rudolf Laur-Belart, Tagebuch, 21.02.1962, Archiv Augusta Raurica)
Der Kaiseraugster Silberschatz – Vergraben, verkannt, wiedergefunden