Unser neues Leitsystem im Zentrum

Augusta Raurica bekommt ein neues Besucherleitsystem – für mehr Orientierung, Barrierefreiheit, Einheitlichkeit und bessere Verständlichkeit.

Das Konzept

Fokuskarte

Das neue Leitsystem ist mehr als ein Wegweiser und verbindet Orientierung mit Erlebnis. Es hilft, Neues zu entdecken, macht Informationen auf einen Blick erfassbar und wertet den Besuch der Römerstadt insgesamt auf.

Das Konzept folgt einer klaren Logik: Orientierung, Wissensvermittlung und Gestaltung greifen ineinander. Wer sich durch Augusta Raurica bewegt, entdeckt nicht nur den Ort selbst, sondern erhält auch Einblicke in seine Geschichte und die Menschen, die hier einst lebten.

Dank Mehrsprachigkeit, präzisen Plänen, einer klaren Farbwelt und konsistenter Piktogramme funktioniert das Konzept ohne viel Erklärung sowohl für Einheimische wie für Gäste aus aller Welt.

«Mit der neuen Signaletik setzt Augusta Raurica einen bewusst gesetzten Kontrapunkt zur üblichen Zurückhaltung archäologischer Vermittlung. Auf einem weitläufigen Areal, das jährlich von über 150’000 Menschen besucht wird, geht es nicht mehr nur darum, Wege zu weisen, sondern einen historischen Raum lesbar zu machen.», sagt Lilian Raselli, Leiterin Museum Augusta Raurica. «Mein persönliches Highlight ist die visuelle Klarheit. Sie strukturiert den Raum, schafft Orientierung in wenigen Sekunden und eröffnet gleichzeitig einen unmittelbaren Zugang zur Geschichte.»

Was entsteht

Übersicht der neuen Formate

Fokuskarten
Detailkarte des unmittelbaren Standorts, ausgerichtet an der Blickrichtung des Betrachtenden.

Wegweiser
Klare Navigation durch das Gelände, für alle Ankunftsorte (Haltestellen, ÖV, Parkplätze).

Points of Interest (Sehenswürdigkeiten)
Highlights des Areals werden klar markiert und erlebbar gemacht. Die Sehenswürdigkeiten tragen ihren lateinischen Namen.

Infotafeln
Wissen zu 2000 Jahren Siedlungsgeschichte , anschaulich vermittelt und leicht zugänglich aufbereitet.

Treffpunkte
Ab sofort gibt es im Zentrum einen definierten Treffpunkt. «Treffpunkt 1» befindet sich auf dem Vorplatz des Theaters.

Gestaltung mit Bezug zur Geschichte

Römische Standarte

Das Leitsystem ist von den römischen Standarten inspiriert. Schon in der Antike dienten diese Feldzeichen als Orientierung, Ausdruck von Identität und visuelle Anker. Die Gestaltung schafft so eine visuelle Verbindung zur römischen Geschichte des Ortes und Geschichte wird nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht.

Charakteristisch ist dabei die bewusst zeitgenössische Gestaltungssprache. Statt auf historisierende Elemente setzt sie auf Klarheit, Kontraste und eine hohe Wiedererkennbarkeit. Gerade im Spannungsfeld zwischen antiker archäologischer Substanz und zeitgenössischer Vermittlung entsteht so eine neue Qualität. Die Vergangenheit wird nicht inszeniert, sondern verständlich gemacht.

Barrierefreiheit

Das Projekt orientiert sich an aktuellen Prinzipien des «Universal Design». Orientierungssysteme sollen für möglichst unterschiedliche Bedürfnisse verständlich und selbstständig nutzbar sein. Konkret wurden folgende Aspekte berücksichtigt: Die gewählte Schriftart und -grösse sorgt für eine gute Lesbarkeit. Kontrast- und Farbverhältnisse sind so gewählt, dass sie auch für Menschen mit Sehbehinderungen geeignet sind. Piktogramme ergänzen die Texte und machen beispielsweise auf Hindernisse, wie Treppen oder Steigungen, im Gelände aufmerksam. Die Montagehöhe der Tafeln ist rollstuhlgerecht gewählt, sodass die Informationen auch sitzend gut zugänglich sind.

Was du aktuell auf dem Areal siehst

Leitsystem

Es kann vorkommen, dass dir noch Elemente des bisherigen Leitsystems begegnen. Das liegt daran, dass die Umsetzung schrittweise erfolgt. Ausserhalb des Zentrums wird das neue Leitsystem zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt und die Besucherführung weiter verbessert.

Wettbewerb und Umsetzung

Dieses Konzept entstand im Rahmen eines Wettbewerbs und wurde aus mehreren Eingaben als Siegerprojekt ausgewählt. Die gestalterische Umsetzung erfolgte anschliessend durch «Grafikbureau» in enger Zusammenarbeit mit Augusta Raurica. Mehr Informationen zum Wettbewerb

Massgeblich ermöglicht wurde die konsequente Umsetzung durch die Unterstützung des Bundesamts für Kultur. Dieses hat den finanziellen Spielraum geschaffen für ein Leitsystem, das gestalterisch wie inhaltlich neue Akzente setzt.

Kooperationen
Leitbild Landschaftsraum: Fontana Landschaftsarchitektur
Projektstudie und Wettbewerb: Hochschule der Künste Bern, Institute of Design Research, Environmental Communication Design and Knowledge Visualization

Wettbewerb-Fachjury
Jimmy Schmid, Hochschule der Künste Bern HKB, MAS Signaletik (Vorsitz)
Daniela Rota, m–d–buero, Zürich
Judith Kessler, Hochbauamt Kanton Basel-Landschaft

Projektleitung
Leitung: Lilian Raselli
Koordination und Szenografie: Lisa Naumann, Jasmine Tanner
Fachbegleitung: Jimmy Schmid

Realisierung
Produktion: Richnerstutz AG
Inhalte: Cathy Aitken, Lilian Raselli
Konzept und Entwurf: Form&Fokus
Grafische Umsetzung: Grafikbureau
Illustrationen: Grafikbureau, Anna Deér, Markus Schaub
Übersetzungen: Abacus Übersetzungen AG
Lektorat: Buchwerkstatt

Weitere Auskünfte
Bei Fragen und Rückmeldungen kontaktiere uns bitte über mail@augusta-raurica.ch.